Bericht Ecuador: „Die Natur bewahren“

Projekt 3047, Ecuador: Bericht Februar 2020

Aufforstung in fünf Andengemeinden

Gemeinsam für die Zukunft

Bevor wir aufgeforstet haben, sah man nichts als kahle Böden, die ein Anbauen von Getreide sehr schwierig machten. Die Tiere auf den Weiden standen in der prallen Sonne“, erinnert sich Projektleiter Luis Lopez der Organisation Centro de Estudios y Acción Social (CEAS) an die Zustände in der Region Chimborazo hoch in den Anden von Ecuador.

Pachamama – Mutter Erde

In den Gemeinden Rumipamba, Tepeyac Juan Diego, Tepeyac Alto und La Dolorosa sowie in der Nachbargemeinde Varaspamba, die im Laufe des Projektes neu hinzugekommen ist, leben insgesamt 200 indigene Familien. Ihr Überleben als Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wird bestimmt von Pachamama, der „Mutter Erde“. Die zunehmende Abholzung und die daraus folgende Erosion der Böden durch Wind und Wasser stellt für sie eine existenzielle Bedrohung dar. Vor zwei Jahren wandten sich daher Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden an CEAS, um die Familien bei gemeinsamen Aufforstungsmaßnahmen zu unterstützen.

Gesicherte Lebensgrundlage

Um die Lebensgrundlage der Familien in Chimborazo zu sichern, führt CEAS Projekte zur Aufforstung und nachhaltigen Landnutzung durch. Mit Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs konnten den Gemeinden im Jahr 2018 rund 70.002 Pflanzensetzlinge zum Einpflanzen zur Verfügung gestellt und 900 kg Grassamen zum Anlegen von Weideland gekauft und ausgesät werden. Die Wintermonate nutzten Alfredo Sagñay, Koordinator des Projekts, und seine Kolleginnen und Kollegen, um die Setzlinge anzuliefern. „Der Boden der Gemeinden war voll mit kleinen zarten  Baumpflänzchen, die wir an die Familien verteilten. Insgesamt 1.000 Personen konnten wir dadurch direkt unterstützen“, freut sich Alfredo Sagñay. Die eigentlichen Aufforstungsmaßnahmen fanden in traditioneller  Gemeinschaftsarbeit statt, an welcher sich alle Familien mit großer Motivation beteiligten.

Erosionsschutz

Sind die Bäumchen und Pflänzchen gewachsen, dienen sie als Windschutzhecken und Erosionsschutz auf steilen Berghängen. Jede Gemeinde erhielt über 13.000 einheimische und 7.500 für diese  Region exotische Pflanzenarten. Um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen, können die Kleinbauern dieses Holz in Zukunft als Brennholz verkaufen oder es als Feuerholz und für den Bau von Zäunen selbst verwenden. So tragen die neu angelegten Nutzwälder sowohl zum Schutz der Böden als auch zur finanziellen Absicherung der Familien bei.

Umgestaltung der Weiden

Um eine nachhaltige Landnutzung zu fördern, wurden Konzepte der Agroforstwirtschaft aufgegriffen, wie z.B. die Umgestaltung der Weideflächen zu „Weidewäldern“, wie Luis Lopez erklärt: „Die Bäume dienen als Schutz für die Tiere. Durch ihre feuchtigkeitsspeichernde Funktion unterstützen sie das Gras beim Wachsen, das zudem durch die Nährstoffe im Unterholz angereichert wird. Durch die zusätzliche Aussaat der gespendeten Grassamen finden die Tiere genügend Nahrung. Gut genährte Kühe geben mehr Milch und erzielen einen höheren Verkaufspreis.

Nachhaltige Unterstützung

CEAS ist es wichtig, die Familien über die Aufforstungsmaßnahmen hinaus zu begleiten und ihnen das nötige Wissen zur Verbesserung der Bodenerträge zu vermitteln. Daher bot CEAS in jeder Gemeinde Schulungen zu Forstwirtschaft und Unterstützung des Anbaus mit natürlichen Mitteln an. „In den Workshops erfuhren wir, wie man die Pflanzen anbaut und was sie benötigen, damit sie sich gut entwickeln“, erzählt Kleinbauer Fernando Sánchez. Dadurch wurde den Familien auch deren Verantwortung den nächsten Generationen gegenüber bewusst gemacht. „Nur wenn man Boden und Pflanzen nachhaltig pflegt und gut behandelt, erhält man auch in Zukunft gute Erträge“, weiß Luis Lopez.

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