Behütet und geborgen

Kindertagesstätte für Kinder aus armen Familien

WO: Äthiopien
WAS: Betreuung Bildung Ernährung 
Projekt: 339

Arme Familien, insbesondere alleinerziehende Mütter, stehen bei der Bewältigung ihres Lebens vor einem oft unlösbaren Problem: wohin mit den kleinen Kindern? Kindertagesstätten sind so gut wie nicht vorhanden oder zu teuer für die armen Familien. Daher sind viele kleine Kinder sich selbst überlassen, während die Eltern arbeiten, um die Existenz ihrer Familien zu sichern.
In einer Kindertagesstätte in der Stadt Bahir Dar werden 200 Mädchen und Buben aus armen Familien umfassend versorgt. Sie werden liebevoll betreut und gefördert und erhalten zwei Mahlzeiten pro Tag. Durch die Kindertagesstätte und ihre engagierten PädagogInnen können Kinder, trotz der Armut ihrer Familien, BEHÜTET UND GEBORGEN aufwachsen.

Wo
Äthiopien | Stadt Bahir Dar Stadtteil Kebele 13
Wann
Projektstart: Mai 2019
Wieviel
Mikro:  324 Euro

Betreuung und Verpflegung von 3 Kindern in einer Tagesstätte für 1 Jahr 

 

Anteilstein: 54 Euro

Betreuung und Verpflegung von einem Kind für ein halbes Jahr

Kein Ort für ein kleines Kind
„Früher habe ich Zuckerrohr am Straßenrand verkauft. Und obwohl ich dabei nicht viel verdiente, konnte ich mir keine andere Arbeit suchen, denn ich hatte Emmanuel, meinen kleinen Sohn. Ich konnte ihn ja nicht einfach alleine zu Hause lassen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als ihn jeden Tag mitzunehmen. Natürlich ist der Straßenrand kein geeigneter Ort für ein Kleinkind, aber mir blieb einfach keine andere Möglichkeit“, erzählt die junge Mutter Enkihunche, als sie ihren Sohn am Nachmittag von der Kindertagesstätte der Daughters of Charity abholt. Die beiden wohnen in Kebele 13, einem der ärmeren Stadtviertel von Bahir Dar im Norden Äthiopiens.

Kaum genug zum Leben
Mittlerweile leben knapp 250.000 Menschen in Bahir Dar, der Hauptstadt der Region Amhara. Damit zählt die am Tana-See gelegene Stadt zu den am schnellsten wachsenden urbanen Räumen des Landes. Immer mehr kleinbäuerliche Familien spüren die negativen Auswirkungen des Klimawandels und lassen sich in der Hoffnung auf ein sicheres Einkommen in Vierteln wie Kebele 13, außerhalb des Stadtzentrums nieder. Die meisten von Enkihunches NachbarInnen gehören wie sie selbst und ihr Sohn zu den vielen Familien Äthiopiens, die unter der Armutsgrenze leben. Die Männer und Frauen arbeiten meist als TagelöhnerInnen, als StraßenhändlerInnen oder als Haushaltshilfen, die von Haus zu Haus gehen und beim Wäschewaschen, Putzen oder Brotbacken helfen. Ein Familieneinkommen beläuft sich in vielen Fällen auf nur ein bis drei Euro pro Tag, kaum genug, um eine Familie zu ernähren.

Herausforderung Kinderbetreuung
Kleine Kinder wie Emmanuel leiden besonders, denn während ihre Eltern damit beschäftigt sind, das Überleben der Familie zu sichern, fehlt es den Kleinsten an adäquater Betreuung und Förderung. Kindertagesstätten sind Mangelware. Und in den wenigen privaten Betreuungseinrichtungen sind die Gebühren so hoch, dass sich diese eine arme Familie nicht leisten kann. Bis die Kinder alt genug für den Schuleintritt sind, stehen ihre Eltern folglich vor einer großen Herausforderung. Da Frauen traditionellerweise für die Kinderbetreuung zuständig sind, bleibt entweder die Mutter zu Hause und verliert damit die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Oder, und das ist meistens der Fall, sie übernimmt Tätigkeiten, bei denen sie ihr Kind mitnehmen kann, was jedoch sehr belastend für beide ist. Teilweise müssen auch ältere Geschwister für die Betreuung der Kleineren zu Hause bleiben, was aber für diese den Schulbesuch unmöglich macht.

Alleinerziehend und allein gelassen
„Für alleinerziehende Mütter ist die Situation besonders schwierig, denn sie können nicht einfach zu Hause bleiben und ihre Kinder versorgen. Stattdessen sind sie gezwungen, rauszugehen und Geld zu verdienen. Viele von ihnen sind verzweifelt und fühlen sich mit ihren Sorgen allein gelassen. Zur Betreuungsproblematik kommt hinzu, dass vielen schlichtweg das nötige Geld fehlt, um ihre Kinder ausgewogen zu ernähren“, berichtet Sr. Terfatu Beshir, die Leiterin des Gemeindezentrums der Daughters of Charity.

Ein Gemeindezentrum
Seit 20 Jahren unterstützt unsere Partner-Organisation Misereor die Schwestern der Daughters of Charity, die im armen Stadtteil Kebele 13 mit viel Engagement ein Gemeindezentrum leiten. In diesem finden vielfältige Aktivitäten statt, wie zum Beispiel Kurse in Nähen und Sticken für junge Erwachsene, Gärtnereikurse für Familien, die ein wenig Land besitzen sowie Alphabetisierungskurse für Mütter. Das Zentrum ist mittlerweile tief im Gemeindeleben verankert und wird von den BewohnerInnen als Treffpunkt für einen intensiven Erfahrungsaustausch genutzt.

Umfassende Betreuung für die Kleinen
2008 entschlossen sich die Daughters of Charity, eine Kindertagesstätte zu eröffnen, um armen Familien, und vor allem alleinerziehenden Müttern, aus dem Viertel eine Kinderbetreuungsmöglichkeit zu bieten. Seitdem werden pro Jahr rund 200 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut und versorgt. Lediglich während der großen Regenzeit im Juli und August ist die Kindertagesstätte geschlossen. Je nach ihren Möglichkeiten, leisten die Eltern einen kleinen finanziellen Beitrag. Emmanuel ist eines dieser 200 Kinder. Von Montag bis Freitag besucht er mit viel Freude die Kindertagesstätte und verbringt dort einige unbeschwerte Stunden mit seinen SpielkamaradInnen und seiner Gruppenleiterin. Acht ausgebildete Montessori-KindergartenpädagogInnen und zwei AssistentInnen kümmern sich liebevoll um die in fünf Altersgruppen aufgeteilten Mädchen und Buben und fördern sie auf vielfältige Art und Weise in ihrer Entwicklung. Neben unterschiedlichen Spielen, dem Erlernen von Liedern und Reimen sowie Zeichnen und Basteln wird vor allem bei den älteren Kindern Wert auf spielerische Wissensvermittlung gelegt. Neugierde und Interesse am Lernen soll bereits früh entwickelt werden. Darüber hinaus erhalten die Kinder jeden Tag ein Frühstück, bestehend aus Milch, Tee, Brot und manchmal Eiern, sowie ein warmes Mittagessen, bestehend aus Gemüsesuppe, Reis, Gemüse und Fladenbrot. Für viele Kinder sind diese beiden Mahlzeiten die einzige Möglichkeit für eine ausgewogene Ernährung, welche ihnen zu Hause fehlt.

Ein guter Start ins Leben
Ziel der Daughters of Charity ist es, den Mädchen und Buben in ihren Räumlichkeiten ein geschütztes, kindgerechtes Umfeld zu bieten, in dem sie sich bestmöglich entfalten und entwickeln können. Vor allem im letzten Jahr werden die Kinder schrittweise auf den Schulbesuch vorbereitet, denn Bildung ist für sie der einzige Weg, um später ein Leben abseits von Armut führen zu können. Davon abgesehen stellt die Kindertagesstätte vor allem für die Mütter eine enorme Erleichterung dar, denn sie können in dem Wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind, einer regulären Arbeit nachgehen. So hat Enkihunche dank der Betreuungsmöglichkeit für ihren Sohn Emmanuel eine Arbeit als Reinigungskraft in einem Krankenhaus gefunden und bekommt nun ein regelmäßiges Gehalt.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte zum Betrieb der Kindertagesstätte beitragen, damit 200 Mädchen und Buben in einem kindgerechten Umfeld aufwachsen können. Mit 54,– Euro (Anteilstein) kann ein Kind ein halbes Jahr lang betreut und versorgt werden, mit 324,– Euro (Mikro) können drei Kinder ein Jahr lang betreut werden.

Tragen wir gemeinsam dazu bei,
dass Mädchen und Buben trotz der Armut ihrer Familien
Behütet und geborgen aufwachsen können.

Partner:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Daughters of Charity (Durchführung im Einsatzgebiet)
Sr. Terfatu Beshir (Projektkoordinierung)

Projekt 339 - Beschreibung (pdf)
Projekt 339 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einem Schulkind in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

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