Das Schicksal wenden

Aufbau von sozialen Dorfläden durch Frauen

WO: Indien
WAS: Einkommen Ernährung 
Projekt: 306

Die Familien in den abgelegenen Dörfern des indischen Bundesstaates Jharkhand verkaufen Gemüse, Feuerholz und Waldprodukte, um sich zu ernähren. Doch die Märkte liegen kilometerweit entfernt. Für ihre kleinen Mengen bekommen die Frauen einen schlechten Preis, wegen ihrer Unwissenheit werden sie übervorteilt. Das Geld aus den Ernteerträgen reicht für sechs Monate. Die restliche Zeit müssen die Familien hungern.

Ein gemeinschaftlich geführter Dorfladen schafft Abhilfe: Hier können die kleinbäuerlichen Familien nicht nur ihre Produkte zu einem guten Preis verkaufen, sondern auch Waren für den täglichen Gebrauch kaufen. Dank dieser Drehscheibe im Dorf gehören die langen Wege zum Markt der Vergangenheit an. Die Familien sparen Zeit und Geld. So können sie ihre Ernährung das ganze Jahr sichern und DAS SCHICKSAL WENDEN.

Wo
Indien | Bundesstaat Jharkhand, Bezirk Ranchi
Wann
Projektstart: Juli 2016
Wieviel
Mikro:  260 Euro

Aufbau und Erstausstattung eines Dorfladens sowie Schulungen, Praktikum und Beratung

Anteilstein: 26 Euro

Nutzen eines Dorfladens für 10 Familien

Von der Hand in den Mund

Als mein Ehemann gestorben ist, stand ich mit unseren sechs Kindern alleine da. Ich habe im Wald Feuerholz und Harz gesammelt und verkauft. Stundenlang bin ich dafür zum Markt gegangen, aber ich bekam so gut wie nichts dafür. Es war immer zu wenig, wir lebten von der Hand in den Mund.
Als Witwe und Analphabetin hatte Kokila Devi kein leichtes Leben in ihrem abgelegenen Dorf im Bezirk Ranchi im indischen Bundesstaat Jharkhand. Mager waren ihre Einkünfte vom Gemüseanbau und den Waldprodukten, mager waren auch sie und ihre Kinder.

Armut im Reichtum

Obwohl Jharkhand über die größten Mineralvorkommen und waldreichsten Flächen Indiens verfügt, zählt der Bundesstaat zu den ärmsten des Landes. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in bitterer Armut. Die Alphabetisierungsrate ist gering, ein Schulbesuch ist für die Menschen finanziell nicht leistbar. Besonders Frauen werden gesellschaftlich und wirtschaftlich benachteiligt.
Die Familien bauen Getreide, Obst und Gemüse an. Doch von der Landwirtschaft können sie nur sechs Monate im Jahr leben. Dann müssen die Familien in einer anderen Region als Tagelöhner arbeiten, um die Hungerperiode zu überbrücken.
Die Frauen sammeln auch Waldprodukte wie Honig, Brennholz und Datteln. Vor allem der seltene Gummilack ist ein weltweit gefragter Rohstoff, der in den Wäldern von Jharkhand vorkommt. Die Lackschildlaus scheidet eine harzige Substanz aus, die, zu Schellack verarbeitet, unter anderem zur Veredelung von Musikinstrumenten verwendet wird. Die Voraussetzungen für ein Einkommen wären gut, doch scheitert es an der fehlenden Vernetzung und dem geschäftlichen Wissen der Frauen.

Weite Strecken

In den abgelegenen Dörfern des Ranchi-Plateaus gibt es meist keinen Markt, kein Geschäft, keinen kleinen Laden. Auch Händler kommen kaum in die Dörfer, weil die Wege zu lang und der Absatz zu gering ist. Durchschnittlich 9 bis 15 Kilometer müssen die Familien bis zum nächsten Markt zurücklegen, um ihre saisonalen Überschüsse an Feld- und Waldfrüchten zu verkaufen bzw. Lebensmittel und andere notwendige Güter des täglichen Bedarfs einzukaufen.

Fehlendes Wissen

Die Frauen gehen auf den Markt, wenn die Familie dringend Geld braucht, nicht wenn der Preis am besten ist. Meistens sind ihre Mengen zu gering, um einen guten Preis zu erzielen. Selbst wenn sich ein Zwischenhändler ins Dorf verirrt und direkt an die Haustüre klopft, lassen sich die Frauen aus Unwissenheit übervorteilen. Sei es beim Gewicht oder beim Preis.
Sie müssen nehmen, was ihnen der Händler bietet. Wenn die Frauen kaum lesen, schreiben oder rechnen können und über keine Marktinformationen
verfügen, bleibt ihnen nichts anderes übrig
“,
fasst Arvind Malik, Leiter der lokalen Organisation Udyogini, die zentralen Probleme zusammen. Seit acht Jahren arbeitet unsere Partner-Organisation Misereor bereits mit Udyogini zusammen, deren Ziel es ist, Einkommensmöglichkeiten für Frauen in abgelegenen Dorfgemeinschaften zu schaffen.

Der Dorfladen – Drehscheibe im Dorf

Udyogini bedeutet „Unternehmerin“, und wie der Name schon sagt, unterstützt und ermutigt die Organisation Frauen dazu, Dorfläden aufzubauen. Diese Dorfläden (Village Level Service Center) schließen die Lücke zwischen kleinen, ländlichen Produzentinnen und Händlern. Als Drehscheiben bieten die Dorfläden den Familien Güter des täglichen Bedarfs kostengünstig in ihrer Nähe an und dienen gleichzeitig als Ankaufstelle für deren Wald- und Landwirtschaftsprodukte, hauptsächlich Gemüse und Gummilack. Diese werden von Händlern aufgekauft oder vom Dorfladen weg zu Märkten geliefert. Mit größeren Mengen können bessere Preise erzielt werden und die langen Transportwege fallen weg. 100 Familien können von einem Dorfladen profitieren und ihre Ernährung mit den Verkaufserlösen für zwölf Monate sichern.

Der soziale Dorfladen

Es geht nicht nur ums Geschäft, sondern auch um die soziale Wirkung. Das Angebot des Dorfladens geht weit über den Warenkauf und -verkauf hinaus. Die Frauen organisieren Kinderkrippen, Stickkurse und Büchereien. Das schafft Arbeit und ermöglicht auch Bildung und Gesundheit für arme Familien“, streicht Arvind Malik die Vorteile der sozialen Dorfläden hervor. Als Unternehmerinnen können die Frauen viel zum Besseren verändern. So wie die eingangs erwähnte Witwe Kokila Devi, die früher nicht wusste, wie sie ihre sechs Kinder ernähren sollte und ihnen heute sogar den Schulbesuch ermöglichen kann.

Die Unternehmerin

Udyogini arbeitet in abgelegenen Dörfern zusammen mit Frauenselbsthilfegruppen an der Produktion und dem Verkauf von Gummilack sowie beim organischen Gemüseanbau. Dabei motivieren die MitarbeiterInnen jene Frauen, die über Kenntnisse in Lesen und Schreiben sowie über etwas Eigenkapital verfügen, einen sozialen Dorfladen aufzubauen.
Die Frauen, die sich dafür entscheiden, bekommen eine umfassende Ausbildung. In einer zweimonatigen Intensivschulung erwerben sie das theoretische Grundwissen darüber, wie ein Geschäft funktioniert. Bei einer einmonatigen Mitarbeit in einem schon bestehenden Dorfladen erhalten sie einen gründlichen Einblick in die Praxis.
Danach werden gemeinsam mit den Frauen geeignete Räumlichkeiten für die Einrichtung des Ladens in ihren Dörfern ausgewählt. Zur Eröffnung erhalten sie eine Erstausstattung, die aus Waage, Regalen und einem Grundstock an Waren besteht.
Udyogini vernetzt die Frauen mit Banken, Marktunternehmen, Hilfsorganisationen und staatlichen Förderprogrammen. So entstehen tragfähige Beziehungen, die für das langfristige Bestehen des Dorfladens essenziell sind.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass 150 soziale Dorfläden entstehen und sich die Lebensbedingungen der kleinbäuerlichen Familien verbessern. Für den Aufbau eines Dorfladens mit Erstausstattung und Schulungen für die Unternehmerin werden 260,– Euro benötigt (1 Mikro). Damit können 100 Familien ihre Ernährung für das ganze Jahr sichern. Mit 26,– Euro (1 Anteilstein) können 10 Familien Nutzen aus einem Dorfladen ziehen.

Mit jedem Dorfladen wächst die Zahl der Familien, die nicht mehr hungern müssen.
Helfen wir mit, gemeinsam lässt sich das Schicksal wenden.

Partner

Partner-Organisation des Klubs: Misereor
Durchführung im Einsatzgebiet: Udyogini
Projektkoordinierung: Arvind Malik

Projekt 306 - Beschreibung (pdf)
Projekt 306 - Fotoserie (pdf)

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Weihnachtsbillet

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