Der Weg nach vorne

Grundschulbildung für Flüchtlingskinder

WO: Libanon
WAS: Betreuung Bildung 
Projekt: 337

Viele tausende syrische und irakische Familien flohen aus ihrer Heimat und suchten Schutz im Nachbarland Libanon. Hier angekommen, leben sie seitdem unter schwierigen Bedingungen.
Mehr als die Hälfte aller Flüchtlingskinder geht nicht zur Schule. Aber ohne Bildung haben sie kaum Chancen für die Zukunft.
Auch Flüchtlingskinder sollen Schulbildung erhalten: Unterricht und Förderkurse eröffnen ihnen die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen. Um die schrecklichen Traumata von Flucht und Krieg verarbeiten zu können, werden sie zudem umfassend psychosozial betreut.
Bildung und Betreuung sind für sie DER WEG NACH VORNE.

Wo
Libanon | Großraum Beirut
Wann
Projektstart: Februar 2019
Wieviel
Mikro:  264 Euro

Kostenbeitrag zu Grundschulbildung und Betreuung von einem Kind für ein Jahr

 

Anteilstein: 22 Euro

Kostenbeitrag für ein Kind für einen Monat

Flucht vor dem Krieg

„Ich heiße Angella. Früher lebte ich mit meinem Mann und unseren Kindern in Aleppo in Syrien. Wir hatten ein gutes Einkommen und eine schöne Wohnung. Unsere Buben, sie sind jetzt sieben und acht Jahre alt, waren glückliche Kinder. Doch dann kam der Krieg. Wir haben so viel Schreckliches erlebt, in Syrien und auf der Flucht. Meine Kinder haben so viel Angst in sich. Sie haben Albträume und bei lauten Geräuschen beginnen sie zu weinen und zu zittern. Wir haben kein Geld mehr, mein Mann findet kaum Arbeit. Wir können es uns nicht leisten, die Kinder in die Schule zu schicken. Aber wie können sie jemals diesem Elend entkommen, wenn sie keine Bildung haben? Wir sind verzweifelt.“
Wie so viele andere Flüchtlingsfamilien lebt Angella mit ihrer Familie in einem kleinen Zimmer in einem Vorort von Beirut, der Hauptstadt des Libanon.

Die Grenzen der Belastbarkeit

Aufgrund seiner geografischen Lage ist der Libanon bei allen Konflikten im mittleren Osten mitbetroffen und blickt auf eine jahrzehntelange Flüchtlingsproblematik zurück. Nach dem Ende des Irakkriegs steht der Libanon seit Beginn des Syrienkriegs im Jahr 2011 erneut vor immensen Herausforderungen. Kein Land hat in Relation zur eigenen Bevölkerung so viele syrische Flüchtlinge aufgenommen wie der Libanon. Geschätzte 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien leben im Land. Dazu kommen noch hunderttausende weitere aus dem Irak, aus Palästina und anderen Ländern und Gebieten. Die insbesonders in der Anfangszeit des Syrienkriegs große Aufnahmebereitschaft vor allem der zivilen Bevölkerung stößt aber schon seit Längerem an ihre Grenzen. Mittlerweile überwiegt eine eher ausgrenzende und ablehnende Haltung, denn die Wirtschaft des Libanon stagniert und es gibt bei Weitem nicht genügend Arbeitsplätze.

Unterhalb der Armutsgrenze

Die Flüchtlinge in und um Beirut haben kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen und Bildung. Sie haben auch wenig Chancen, offiziell Arbeit zu bekommen und müssen versuchen, sich irgendwie und auch mit sehr schlecht bezahlten Jobs über Wasser zu halten. Sie werden oft ausgebeutet und leben unter widrigsten Umständen. Drei von vier Flüchtlingsfamilien leben unterhalb der Armutsgrenze.

Kinder in Not

Für die Kinder ist die Lage besonders schlimm. Durch die Armut ihrer Eltern fehlt es an allem, was ihnen eine gute und gesunde Entwicklung ermöglichen würde: ausreichend Nahrungsmittel, sauberes Wasser, wärmende Kleidung, Medikamente … Aber besonders dramatisch für ihr Leben ist, dass nicht einmal jedes zweite Flüchtlingskind zur Schule gehen kann. Einige der Hauptgründe dafür sind fehlende finanzielle Mittel für Schulbücher, fehlende Sprachkenntnisse in den wichtigen Sprachen Englisch und Französisch, die ablehnende Haltung der Behörden sowie Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten durch die nachwirkenden Kriegserlebnisse. Viele der Mädchen und Buben leiden an den Traumatisierungen durch Krieg und Flucht. Angst, Albträume, Panikattacken und andere Traumafolgestörungen gehören zu ihrem Alltag, vergiften ihre Zuversicht und ihr Vertrauen ins Leben. Aber wer nicht zur Schule gehen und lernen kann, wer kein Vertrauen ins Leben entwickeln kann, der hat wenig Chancen in der Zukunft.

Lokale Initiativen

Unsere Partner-Organisation Misereor arbeitet seit 2013 mit der libanesischen Hilfsorganisation CNEWA zusammen, welche sich seit Beginn der Syrienkrise im Jahr 2011 auf die Unterstützung von Flüchtlingsfamilien konzentriert. Dabei stützt sich die Arbeit von CNEWA auf drei lokale Initiativen in und am Rand von Beirut: die Grundschule des syrisch-katholischen Patriarchats in Nabaa, das Sozialzentrum Karahgeuzian in Bourj Hammoud und das Joint Christian Comittee im Flüchtlingslager Dbayeh. Der Entwicklungshilfeklub unterstützt dieses Projekt im Rahmen des Friedenslaufs seit dem Jahr 2017. Dadurch konnten 438 Kinder die Grundschule besuchen. Aufgrund des großen Bedarfs möchten wir die Hilfe für diese Kinder ausweiten.

Kinder im Mittelpunkt

Im Zentrum der Bemühungen stehen Grundschulbildung und psychosoziale Unterstützung der Flüchtlingskinder.
Grundschule des syrisch-katholischen Patriarchats: Etwa 250 Kinder aus dem Irak und aus Syrien gehen in diese neunstufige Schule. Am Ende des Schuljahrs sollen sie die Chance haben, an eine öffentlichen Schule zu wechseln. Nach dem sechsstündigen Unterricht gibt es Lernförderung für die Schwächeren. Englisch und Computerunterricht stehen auch auf dem Lehrplan. Traumatisierte Kinder erhalten Hilfe von PsychologInnen, damit sie ihre Traumata verarbeiten können.
Sozialzentrum Karahgeuzian: Hier erhalten etwa 60 SchülerInnen Förderunterricht. Dabei nehmen die für den Unterricht in den staatlichen Schulen wichtigen Sprachen Englisch und Französisch eine zentrale Rolle ein. SozialarbeiterInnen begleiten die Familien und arbeiten mit den LehrerInnen der Kinder zusammen. Etwa 130 Kinder erhalten in diesem Zentrum Traumatherapie durch PsychologInnen, einige auch Sprach- und Psychomotorik-Therapie.
Flüchtlingslager Dbayeh: Etwa 160 Kinder syrischer, palästinensischer und auch libanesischer Herkunft besuchen diese am Rand Beiruts gelegene Schule. Sie erhalten täglich vier Stunden Unterricht und werden von einem Psychologen unterstützt und betreut.
Sobald wie möglich wird die Anmeldung eines Kindes an eine öffentliche Schule in die Wege geleitet. Die Traumaarbeit für die Kinder wird von Elterngesprächen begleitet und durch die Arbeit in Eltern-Kind-Gruppen ergänzt.

Unterstützung für die Eltern

Auch die Eltern der Kinder werden in vielfacher Hinsicht unterstützt: Erwachsenenbildung, Sprachkurse in Englisch und Französisch, Unterstützung durch SozialarbeiterInnen, einkommenschaffende Maßnahmen zum Beispiel in den Bereichen Schneiderei und Kunsthandwerk, Hilfe bei der Arbeitssuche, Zertifizierung von Abschlüssen, Computerkurse, Hilfe bei Behördenangelegenheiten …

Unser Beitrag

Die Flüchtlingskinder benötigen unsere Hilfe, damit sie Schulbildung erhalten und ihre Traumatisierungen überwinden können. Mit einem Kostenbeitrag von durchschnittlich 264,– Euro (1 Mikro) kann ein Kind ein Jahr lang unterrichtet und psychosozial betreut werden. Mit 22,– Euro (1 Anteilstein) ist die Betreuung für ein Kind für einen Monat gesichert.

Der Weg nach vorne beginnt auch für Flüchtlingskinder
mit der Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.
Geben wir ihnen diese Chance.

Partner

Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
CNEWA – Catholic Near East Welfare Association (Durchführung im Einsatzgebiet)
Michel Constantin (Projektkoordinierung)

Projekt 337 - Beschreibung (pdf)
Projekt 337 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Förderbeitrag zur Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs

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Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einem Schulkind in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

Wir möchten darauf hinweisen, dass bei allen Zahlungssystemen außer EPS bei uns Spesen anfallen. Wenn Sie uns helfen wollen Kosten zu sparen und es für Sie möglich ist, bitten wir um Ihre online-Spendenzahlung per EPS

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