Ein neuer Platz im Leben

Schnitzereiwerkstätte für behinderte Menschen

WO: Nepal
WAS: Ausbildung Betreuung Einkommen 
Projekt: 3157

Menschen mit Behinderungen haben es in Nepal sehr schwer. Aufgrund traditioneller Einstellungen werden sie von der Mehrheitsbevölkerung diskriminiert und ignoriert. Es gibt kaum Menschen und Einrichtungen, die sich um sie kümmern. Sie erhalten keine Bildung und Ausbildung und bleiben so ihr Leben lang auf andere angewiesen und abhängig. Ihre Menschenwürde wird ihnen verwehrt.
In einem Zentrum in der Hauptstadt Kathmandu jedoch können Menschen mit Behinderungen Ausbildungen in verschiedenen Handwerken absolvieren. Eine neue Werkstätte für Holzschnitzerei soll ihnen die Möglichkeit eröffnen, eine zweijährige Ausbildung zu machen und ein Einkommen zu erwirtschaften. Damit können sie einen neuen Platz im Leben finden.
 

Wo
Nepal | Kathmandu
Wann
Projektstart: September 2018
Wieviel
Super-Mikro:  4210 Euro

für die Werkzeuge und die Einrichtung einer Schnitzereiwerkstatt sowie für das Schnitzholz

Als Last gesehen und ignoriert
„Menschen mit Behinderungen werden in Nepal als Last für ihre Familie angesehen. Sie werden von den meisten für dumm gehalten und ignoriert”, schreibt Chogyal Rinpoche, ein aus Tibet stammender buddhistischer Mönch, der sich in deals mr Hauptstadt Kathmandu für benachteiligte Menschen einsetzt und unter anderem die Hilfsorganisation BIA - Bodhisattvas In Action Foundation gegründet hat, um das Los von Menschen mit Behinderungen aus ganz Nepal zu verbessern. Etwas mehr als 100 Menschen mit Behinderungen, in erster Linie mit körperlichen Beeinträchtigungen, finden zurzeit Hilfe und Unterstützung. Etwa 60 sind aus Kathmandu und kommen jeden Tag zum Zentrum von Bia. Etwa 40 stammen aus den umliegenden Dörfern oder auch aus weit entfernten Distrikten und sind deshalb in einem Heim („hostel“) untergebracht.

Als Mensch gesehen werden
Wesentlich ist, dass Menschen mit Behinderungen zuallererst als Menschen gesehen werden. Als Menschen, die wertvoll sind und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten können. Dabei brauchen sie Unterstützung. Sie brauchen eine Ausbildung und eine Arbeitsmöglichkeit. Und menschliche Zuwendung, denn Vernachlässigung und Diskriminierung haben oft ihre Spuren in Form von Schwermut und Depressivität in ihnen hinterlassen. Das alles bekommen sie bei Bia. Es gibt zwölf Bereiche, in denen sie eine Ausbildung machen und arbeiten können und dafür auch eine kleine Entlohnung erhalten. Die Ausbildungsmöglichkeiten reichen von Thangka-Malerei über Weben von Schals, Schneidern, Handy-Reparatur, Räucherstäbchenherstellung ... bis hin zur biologischen Landwirtschaft.

Neue Schnitzereiwerkstätte
Immer wieder fragen Menschen bei Bia um Hilfe, die seit ihrer Geburt behindert sind oder auch beim verheerenden Erdbeben vor einigen Jahren verletzt wurden. Sie suchen verzweifelt nach einem neuen Platz im Leben und nach Einkommensmöglichkeiten. Daher soll zu den bestehenden eine Holzschnitzerei-Werkstätte hinzukommen. Holzschnitzerei ist ein traditionelles nepalesisches Handwerk, für dessen Produkte es einen Markt gibt. Hergestellt werden zum Beispiel ornamental und figural geschnitzte Türen, Sessel und Tische sowie Buddhas und andere Statuen. In der neuen Werkstätte sollen jeweils 15 behinderte Menschen eine zweijährige Ausbildung zum Schnitzer/zur Schnitzerin machen können. Ein Teil von ihnen wird nach der Aubildung bei Bia bleiben, wo auch ihre Produkte vermarktet werden, ein Teil von ihnen wird sich selbständig machen. Angefragt wurde die Finanzierung der Ausstattung eines vorhandenen Raumes mit Bodenbelag, Tischen und Sitzmatten, des Holzbedarfs von 50 m³ für ein Jahr und vor allem des Ankaufs der Werkzeuge: verschiedene Sägen und Schnitzmesser, Bohrmaschinen, ein Motor für eine Kreissäge, weitere Werkzeuge und Kleinmaterial. Die Kosten für den Schnitzlehrer werden aus anderen Mitteln aufgebracht, das Holz für das zweite Ausbildungsjahr wird bereits aus den Verkäufen gedeckt werden.

Unser Beitrag
Die einmaligen Kosten für die Einrichtung der Schnitzereiwerkstätte betragen 4.210,- Euro. Damit können die Werkzeuge, die Einrichtung und das Holz für das erste Jahr finanziert werden. Durch diesen Beitrag erhalten Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit einer Ausbildung, mit der sie ein kleines Einkommen erwirtschaften und einen neuen Platz im Leben finden können.

Partner:
Bia - Bodhisattvas in action Foundation (Projektträger)
Gokarna Dhungana (Projektleiter)

Projekt 3157 - Beschreibung (pdf)

Projektspende
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