Ein sicheres Nest

Handwerkliche Ausbildung für Jugendliche von der Straße

WO: Haiti
WAS: Ausbildung Betreuung 
Projekt: 289

Viele Kinder landen schon sehr früh auf den Straßen der Hauptstadt von Haiti. Mit Betteln und Stehlen müssen sie sich mühsam durchs Leben schlagen. Ohne Chancen auf ein sicheres, geborgenes Zuhause, eine sinnvolle Aufgabe oder eine Arbeit, haben sie sich als Jugendliche längst von der Gesellschaft abgewandt. Ihre Aussichtslosigkeit und Unsicherheit spiegelt die Situation des ganzen Landes wider.

Im Zentrum Lakay finden Jugendliche, die auf der Straße leben, nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern auch einen Platz zum Lernen, um dadurch ihrem Schicksal eine positive Wendung zu geben. Mit einer handwerklichen Ausbildung erhalten sie die Chance, im Leben Fuß zu fassen und mit eigenen Händen für ihre Zukunft EIN SICHERES NEST zu bauen.

Wo
Haiti | Port-au-Prince, Elendsviertel La Saline
Wann
Projektstart: Februar 2015
Wieviel
Mikro:  215 Euro

Handwerkliche Ausbildung für einen Jugendlichen von der Straße für ein Jahr

Anteilstein: 18 Euro

Für einen Jugendlichen für einen Monat

 

Verblasste Hoffnung

Jaques muss sehr früh auf der Straße gelandet sein. Der Fünfzehnjährige kann sich nicht mehr daran erinnern, wie lange er schon auf der Straße lebt. An was er sich jedoch sehr deutlich erinnert, ist der tägliche Kampf ums Überleben. Etwas anderes als Betteln und Stehlen hat er nicht gelernt. Ohne eine stabile Grundlage hat er auch in Zukunft keine Chance, sich eine Existenz aufzubauen.“
Pater Pierre Lephène, der Leiter des Betreuungszentrums für Straßenkinder, kennt das Schicksal jedes einzelnen seiner Schützlinge genau.
Der Großteil von ihnen kam mit der Familie nach Port-au-Prince, getrieben von der Hoffnung, in der Hauptstadt Arbeit zu finden. Die Lebensbedingungen auf dem Land werden aufgrund der Abholzung und der Verkarstung immer schwieriger. Die Hoffnung der Familien verblasst jedoch recht bald, denn nur wenige haben ein regelmäßiges Einkommen. So wachsen die Elendsviertel stetig an - und mit ihnen die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die auf und von der Straße leben.

Seelische und körperliche Narben

Viele Mädchen und Buben landen schon sehr früh auf der Straße. Ihre Familien können sie nicht ernähren. Es gibt kaum Verdienstmöglichkeiten und in den Häusern und Hütten ist selten genügend Platz für die großen Familien. Aufgrund fehlender Aufklärung, aber auch wegen sexuellen Missbrauchs, ist die Anzahl der Kinder sehr hoch. Die jungen Mütter zwischen 12 und 17 Jahren sind kaum in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen.
Besonders das Schicksal der Jugendlichen über 14 Jahre scheint besiegelt zu sein. Wie Jaques haben sie zehn oder mehr Jahre auf der Straße verbracht, die sie seelisch und körperlich gezeichnet haben. Ohne Ausbildung, Beschäftigung und Zukunftsperspektiven haben sie nur die Möglichkeit, mit Diebstahl und Bettelei zu überleben und dabei schrecken sie oft auch vor Gewalt nicht zurück. Dadurch gelten sie als Bedrohung für die Gesellschaft und werden entsprechend verfolgt.

Im Chaos

Haiti gilt nicht erst seit dem Erdbeben 2010, der darauffolgenden Choleraepidemie und den Wirbelstürmen als „failed state“ – als gescheiterter Staat, der nur noch auf dem Papier existiert. 80 Prozent der haitianischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Ihr Dasein ist von Aussichtslosigkeit und Unsicherheit geprägt, denn die staatlichen Strukturen sind schwach und die Regierung nicht handlungsfähig. Die Möglichkeiten der kommenden Generation, das Land aus dem Chaos wieder aufzubauen, sind gering. Die notwendige Schul- und Berufsausbildung ist nicht vorhanden oder unerschwinglich: 90 Prozent der Bildungseinrichtungen in Haiti sind privat und kostenpflichtig. Folglich kann die Hälfte der Bevölkerung weder Lesen noch Schreiben.


Eine Chance geben

Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer, der nächsten Generation Geborgenheit in einem Zuhause, eine Grundausbildung und eine berufliche Perspektive zu sichern. Nach dem Erdbeben stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße in einem von Gewalt und Missbrauch geprägten Umfeld leben, stark an.
Genau für diese Kinder sind wird da. Wir wollen sie wieder mit der Gesellschaft einbinden, ihnen Hoffnung geben und eine Aufgabe, bei der sie erfolgreich sein können. Wir geben ihnen eine Chance, menschenwürdig zu leben.“

Nester bauen

Piti piti wazo fe nich li – „Stück für Stück baut der Vogel sein Nest“ – lautet ein kreolisches Sprichwort. Das Ziel, ein Nest für Straßenkinder und Jugendliche zu bauen, verfolgen die Don Bosco Salesianer seit Mitte der 70er Jahre. Am Rande der großen Slums führen sie ein Betreuungs- und Resozialisierungsprogramm durch. Seit 1992 werden sie dabei von unserer Partner-Organisation Misereor unterstützt.

Ein Zuhause finden

Neben direkter Straßenarbeit, dem Betreuungszentrum und dem Wohnheim haben Jugendliche, die ernsthaft von einem Leben auf der Straße wegkommen wollen, auch die Möglichkeit, im Ausbildungszentrum Lakay am Rande des Elendsviertels La Saline, ein Handwerk zu lernen. Jährlich können bis zu 250 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren in den Bereichen Elektroinstallation, Textil-, Holz- und Metallverarbeitung sowie Kühltechnik eine Ausbildung absolvieren. Nach dem Erdbeben im Jahr 2010 wurde das Angebot auf erdbebensichere Bauweise erweitert.
Lakay bedeutet „Zuhause“ – und dieses errichten sich die Jugendlichen mit der Handwerksausbildung Stück für Stück selbst, denn wie Pierre Lephène es ausdrückt:
Wir wollen die Jugendlichen auch in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützen. Die Berufsausbildung ist dafür ein fundamentaler Baustein. Sie gibt ihnen Sinn für ihr Leben und Hoffnung für die Zukunft. Und dank des Gelernten können sie zur ihrer eigenen Entwicklung und der ihres Landes beitragen.“

Lakay-Werkstätten

– Die Handwerksausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Täglich arbeiten in den Werkstätten vormittags 10 bis 20 ältere Jugendliche in einem Kurs und nachmittags die Jüngeren. Da viele von ihnen weder lesen noch schreiben können,
besuchen sie in der jeweils anderen Tageshälfte zusätzlich staatliche Schulen.
– Das erste Jahr der Ausbildung dient dazu, die unterschiedlichen Handwerke
kennenzulernen. Im 2. und im 3. Jahr erfolgt dann die eigentliche Ausbildung in einem der Fächer. Die Lehrinhalte sind an die Bedürfnisse und Lebensumstände der haitianischen Bevölkerung angepasst.
– Zu Beginn der Ausbildung erhalten die Jugendlichen einen Werkzeugkoffer. Darin finden sich alle notwendigen Arbeitsutensilien, die sie für das Erlernen des Handwerks sowie für ihr späteres berufliches Wirken benötigen.
– Der Großteil der Jugendlichen wohnt im angeschlossenen Wohnheim, wo sie betreut werden und ihre Freizeit sinnvoll gestalten können.
– Die Lehrenden und MitarbeiterInnen von Lakay helfen den Jugendlichen nach Beendigung des dritten Ausbildungsjahres bei der Suche nach Arbeit. Als qualifizierte Fachkräfte haben sie bessere Aussichten auf eine Anstellung oder können sich eine selbständige Existenz aufbauen.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub wurde gebeten, zu den Kosten der dreijährigen Handwerksausbildung beizutragen. Mit 215,– Euro im Jahr für einen Jugendlichen (1 Mikro) können der Werkzeugkoffer, der je nach Fachrichtung bestückt wird, die Maschinen in den Werkstätten, die Lehrenden und die Arbeitsmaterialien wie Holz, Eisen und Stoff finanziert werden. Für einen Monat werden 18,– Euro (1 Anteilstein) benötigt.

Geben wir den Jugendlichen die Chance, sich Stück für Stück ein sicheres Nest aufzubauen und zu einer stabilen Zukunft ihres Landes beizutragen.

Partner

Partner-Organisation des Klubs: Misereor
Durchführung im Einsatzgebiet: Don Bosco Salesianer
Projektkoordinierung: Pater Pierre Lephène

Projekt 289 - Beschreibung (pdf)
Projekt 289 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

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