Endlich ankommen

Existenzsicherung für südsudanesische Flüchtlinge

WO: Uganda
WAS: Einkommen 
Projekt: 336

Die seit 2013 andauernden gewalttätigen Konflikte zwangen über vier Millionen Menschen aus dem Südsudan, ihre Heimatdörfer zu verlassen. 280.000 von ihnen haben im Flüchtlingslager Bidi Bidi im Nachbarland Uganda Zuflucht gefunden. Mit dem Wenigen, das sie haben, versuchen sie, sich ein neues Leben aufzubauen, denn an eine Rückkehr ist vorerst nicht zu denken.
Nach ersten Hilfsmaßnahmen geht es nun darum, den Flüchtlingen zu helfen, sich längerfristig eine Existenzgrundlage zu schaffen. Mit einer finanziellen Starthilfe können die Familien wirtschaftliche Tätigkeiten starten, von der Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen unabhängig werden und ENDLICH ANKOMMEN in einem neuen Zuhause.

Wo
Uganda | Distrikt Yumbe, Flüchtlingslager Bidi Bidi
Wann
Projektstart: Februar 2019
Wieviel
Mikro:  120 Euro

Startkapital für eine Familie 
 

Anteilstein: 24 Euro

Anteiliges Startkapital für ein Familienmitglied

Empfänger von Hilfsleistungen

„Untätig herumsitzen und auf die Nahrungsmittelrationen des Welternährungsprogramms zu warten ist das Schlimmste. Ich bin 38 Jahre alt, gesund, kann arbeiten und sollte eigentlich in der Lage sein, mich selbst zu versorgen. Den Menschen in Uganda zur Last fallen, das möchte ich nicht. Viel lieber will ich unabhängig sein, so wie ich es auch im Südsudan war.“
Richard Mujee hat wie rund zwei Millionen seiner Landsleute den Südsudan verlassen, nachdem die gewalttätigen Konflikte auch sein Dorf erreicht haben. Wie viele andere ist er im Flüchlingslager Bidi Bidi im Norden Ugandas gelandet und will sich nun mit aller Kraft dort ein neues Leben aufbauen.

Zur Flucht gezwungen

Als der Südsudan 2011 seine Unabhängigkeit vom Norden erlangte, waren die Hoffnungen seiner über 12 Millionen BewohnerInnen auf eine bessere Zukunft groß. Bereits zwei Jahre später kam jedoch die Enttäuschung, als Machtkonflikte zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten in kriegerischen Auseinandersetzungen endeten, die sich über mehrere Regionen des Landes ausbreiteten. Ein Friedensabkommen scheiterte 2016, kurz darauf erreichten die Kämpfe ihren Höhepunkt. Viele SüdsudanesInnen litten unter einer Hungersnot, da ein großer Teil der Felder aufgrund der andauernden Konflikte nicht bestellt werden konnte. Über vier Millionen Menschen haben seit Beginn des Konflikts ihre Heimat verlassen und im Zuge dessen ihren gesamten Besitz verloren. Rund die Hälfte von ihnen sind Binnenflüchtlinge im eigenen Land, die anderen haben Zuflucht in Uganda, Kenia, Äthiopien, dem Sudan oder der Demokratischen Republik Kongo gesucht.

Frauen und Kinder

Uganda, das Nachbarland im Süden, hat dabei den größten Teil der Flüchtlinge aufgenommen. Rund eine Million Menschen befindet sich zurzeit in dem ostafrikanischen Land. 280.000 von ihnen, die überwiegende Mehrheit davon Frauen und Kinder, leben im Flüchtlingslager Bidi Bidi im Distrikt Yumbe nahe der südsudanesischen Grenze. Nach ihrer Registrierung erhält jede Familie in einer der fünf administrativen Zonen von Bidi Bidi ein etwa 30 mal 30 Meter großes Stück Land sowie Material zur Errichtung einer Notunterkunft. Darüber hinaus stellt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen Nahrungsmittel für Neuankömmlinge zur Verfügung.

Ugandas Flüchtlingspolitik

Trotz Ugandas wohlwollender Flüchtlingspolitik – Flüchtlinge können sich prinzipiell frei im Land bewegen und haben Zugang zum Arbeitsmarkt – stoßen SüdsudanesInnen in der Realität auf viele Schwierigkeiten. So gibt es zum Beispiel außerhalb der Flüchtlingslager kaum Unterstützungsangebote für sie.
„Zudem ist nicht absehbar, wann sich die Lage im Südsudan beruhigen wird. Viele der Familien werden also noch länger in Uganda bleiben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Flüchtlinge eine eigene Existenz aufbauen können, damit sie nicht mehr von den Hilfsleistungen internationaler Organisationen abhängig sind. Das Stück Land, welches jede Familie zugesprochen bekommt und bestellen kann, ist ein guter Anfang. Aber um den Familien eine längerfristige Perspektive zu ermöglichen, gibt es noch viel zu tun“, berichtet Edward Mbweze, der lokale Projektleiter von Oxfam Uganda.

Neuanfang in der Fremde

Seit der Gründung des Flüchtlingslagers Bidi Bidi im August 2016 ist das lokale Team von Oxfam Uganda vor Ort und führt wichtige Maßnahmen in Bereichen wie Ernährungssicherung, Einkommensschaffung und Wasserversorgung durch. Mithilfe der Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs konnte seit August 2017 im Zuge des Projekts „Neuanfang in der Fremde“ über 2.700 südsudanesischen Familien bei ihrem Einstieg in ein neues Leben geholfen werden. Sie erhielten unter anderem Werkzeuge für die Bearbeitung des Bodens sowie Saatgut und Setzlinge, um ihre kleinen Felder bestellen zu können. Nach dieser ersten Phase der Hilfe geht es nun darum, den Familien den Aufbau einer nachhaltigen Existenzgrundlage zu ermöglichen.

Mit Geschäftssinn zum Erfolg

Damit sich die Flüchtlingsfamilien längerfristige Perspektiven in ihrer neuen Heimat schaffen können, vergibt Oxfam Uganda finanzielle Starthilfen in der Höhe von umgerechnet 120,– Euro. Mit diesem Geld können SüdsudanesInnen eine kleine wirtschaftliche Tätigkeit beginnen und die dafür nötigen Arbeitsgeräte oder Handelswaren anschaffen. Viele von ihnen kaufen Waren außerhalb von Bidi Bidi in großen Mengen zu einem günstigen Preis ein und verkaufen sie in kleinsten Einheiten in ihrer Nachbarschaft weiter. Oder sie bieten einfache Dienstleistungen an. Um unterstützt zu werden, müssen Interessierte in einem ersten Schritt eine Geschäftsidee vorweisen. Wird diese angenommen, bekommen sie 60 Prozent der benötigten Summe ausbezahlt. Den Rest erhalten sie nach einem erfolgversprechenden Beginn der Aktivitäten. MitarbeiterInnen von Oxfam Uganda begleiten die Frauen und Männer beim Aufbau ihres Geschäfts und organisieren regelmäßige Schulungen zu einfacher Buchführung, Geschäftsplanung, etc. Zudem bilden die Flüchtlinge unter Anleitung Spargruppen, damit sie auch in Zukunft Zugang zu kleinen Krediten haben.

Ein dauerhaftes Einkommen

Eine jener Frauen, die bereits die erste Tranche des Startkapitals erhalten haben, ist Faida Joyce.
„Mit dem Geld konnte ich einen kleinen Fischhandel aufbauen. Zweimal pro Woche kauft mein Mann außerhalb von Bidi Bidi eine große Menge Fisch ein. Diesen verkaufe ich dann hier bei uns auf dem Markt weiter. Pro Fahrt machen wir umgerechnet rund zwölf Euro Gewinn. Das reicht aus, um unsere Kinder versorgen zu können“, erzählt die Südsudanesin mit einem stolzen Lächeln. So wie bei Faida reicht vielen Flüchtlingen eine relativ kleine Anschubfinanzierung, mit der sie ihre Geschäftsidee realisieren und daraus ein dauerhaftes Einkommen für sich und ihre Angehörigen erzielen können.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte südsudanesische Flüchtlingsfamilien auf ihrem Weg in eine unabhängige Zukunft begleiten. Das notwendige Startkapital beträgt für eine Familie 120,– Euro (1 Mikro) bzw. 24,– Euro (1 Anteilstein) für ein Familienmitglied einer fünfköpfigen Familie.

Tragen wir gemeinsam dazu bei,
dass südsudanesische Flüchtlinge die Schrecken ihrer Flucht hinter sich lassen
und Endlich ankommen können in einem neuen Zuhause.

Partner

Oxfam (Partner-Organisation des Klubs)
Oxfam Uganda (Durchführung im Einsatzgebiet)
Edward Mbweze (Projektkoordinierung)

Projekt 336 - Beschreibung (pdf)
Projekt 336 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

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