Farben der Zukunft

Kreative Entfaltung für sozial benachteiligte Jugendliche

WO: Bolivien
WAS: Betreuung 
Projekt: 313

Das Potenzial der Jugend ist groß. Aber ohne geschützten Raum, wo es sich entwickeln kann, verpufft es. Diese Gefahr besteht vor allem in den armen Stadtvierteln von Cochabamba. Für die jungen Menschen ist das Leben trostlos. Es gibt keinen Ort, wo sie ihre Freizeit sinnvoll verbringen könnten. Ihr Treffpunkt ist die Straße. Einmal dort, ist der Schritt in die Kriminalität und zu Alkohol und Drogen nicht mehr weit.
Im Kultur- und Nachbarschaftszentrum finden die Jugendlichen einen Ort, ihre Kreativität positiv zu entfalten. Mit künstlerischen Mitteln thematisieren sie ihre soziale Ausgrenzung und entwickeln so auch ein politisches Bewusstsein: Sie erkennen, dass sie selbst ihren Alltag und ihr Umfeld lebenswerter gestalten können. Mit den FARBEN DER ZUKUNFT verwandeln sie ihr Leben und das graue Stadtbild in ein buntes Gemälde.

 

Wo
Bolivien | Cochabamba
Wann
Projektstart: Februar 2017
Wieviel
Mikro:  186 Euro

Durchführung von fünf Kursen mit Betreuung, notwendigen Materialien und Geräten sowie Veranstaltungskosten für drei Jugendliche für ein Jahr

Anteilstein: 15,50 Euro

Durchführung der Kurse für einen Jugendlichen für drei Monate

Explosives Potenzial

„Die Jugendlichen hätten so viel Kraft und Willen die Welt zu verändern. Doch sie werden ausgegrenzt. In den sozial benachteiligten Stadtvierteln von Cochabamba haben sie keine Möglichkeiten, keine Räume, ihr kreatives Potenzial auszuleben. Es gibt keine sportlichen und kulturellen Angebote, um ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen oder sich auf neue Impulse für ihre Zukunft einzulassen. Ihr Potenzial verpufft – oder explodiert. Und das ist gefährlich. Denn allzu leicht erliegen sie Alkohol und Drogen, werden kriminell, finden keine Arbeit, werden abgestumpft und hoffnungslos“, beschreibt der Projektleiter Fernando Garcia Barros die Folgen der Perspektivenlosigkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, während er durch die Straßen im Süden der Stadt Cochabamba geht und seine BesucherInnen auf heruntergekommene Fassaden und verwahrloste Plätze aufmerksam macht.

Klicken Sie bitte auf das Bild, um weitere Informationen zu erhalten.

Trostloses Umfeld

Obwohl die Armutsrate in Bolivien in den letzten zehn Jahren gesunken ist, haben sich die Lebensverhältnisse für die Mehrheit der Menschen nicht verändert. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. In keinem anderen Teil Boliviens ist dieser Unterschied so deutlich spürbar wie im 630.000 EinwohnerInnen zählenden Cochabamba. Die Stadt ist zweigeteilt. Während Hochhäuser und Bürogebäude die Innenstadt erstrahlen lassen, säumen bröckelnde Wände und Müllhalden die verfallenen Straßen der südlichen Stadtviertel. Hier siedeln sich vor allem arme, indigene Familien an, die in der Hoffnung auf Arbeit und Einkommen zugewandert sind und nun in dieser trostlosen Situation verharren.

Grau in Grau

Von der Stadtverwaltung werden die südlichen Bezirke vollkommen vernachlässigt. In einigen Vierteln hat es seit 15 Jahren keine öffentlichen Investitionen mehr gegeben. Die Wasser- und Sanitärversorgung ist mangelhaft, den Parks fehlt das Grün, es gibt keine Straßenbeleuchtung. Hier ist es nicht nur nachts dunkel und grau. Die Kriminalitätsrate ist hoch, die Menschen fühlen sich unsicher, sind abgestumpft und ohne Hoffnung. Das trifft besonders Jugendliche, denen kein Raum zur Verfügung steht, wo sie sich aufhalten können. Ihr Treffpunkt ist die Straße mit all ihren Gefahren. Einmal dort, verfallen sie in Lethargie und Hoffnungslosigkeit. In diesem tristen Umfeld ist es für sie besonders schwer, etwas Positives aus ihrem Leben zu machen. Sie finden sich mit ihrer Ausgrenzung ab oder lehnen sich auf illegale Weise dagegen auf.

Der kreativen Kraft Raum geben

„Im südlichen Stadtviertel Villa Coronita machen Jugendliche unter 21 Jahren fast zwei Drittel der Bevölkerung aus. Als ich das erste Mal hierher gekommen bin, habe ich gemerkt, wie es unter den jungen Menschen brodelt. Deshalb haben wir beschlossen etwas zu tun, damit Jugendliche ihre kreativen Kräfte entwickeln und etwas Farbe in ihr Leben kommt. Und wir haben beschlossen, mit ihnen das Unmögliche zu erträumen und Möglichkeiten zu schaffen, es wahr werden zu lassen“, erzählt Fernando Garcia Barros von den Anfängen des Projekts. Er ist überzeugt davon, dass Kreativität der Motor für soziale Veränderung ist.

Mit den Farben der Zukunft

Im Jahr 2005 entstand im Viertel Villa Coronita durch den Einsatz der Initiative Fundación Imagen aus einem ehemaligen Schlachthof das Kulturzentrum „mARTdadero“. Der Name ist ein Wortspiel aus matadero (Schlachthof) und arte (Kunst). Hier werden Jugendliche und junge Erwachsene aus ihrem grauen, tristen Alltag herausgeholt und ermutigt, ihre Perspektivenlosigkeit und Frustration sowie ihre Freude und ihre Lebendigkeit mit künstlerischen Mitteln auszudrücken. In verschiedenen Kreativworkshops thematisieren sie ihre Ausgrenzung und finden Wege, ihre Probleme auf einfallsreiche Art und Weise zu lösen. Sie erkennen, dass sie selbst ihr Umfeld lebenswerter gestalten und an einer farbenfrohen Zukunft arbeiten können. So entwickeln sie insgesamt ein soziales und politisches Bewusstsein.

Kreatives Potenzial wecken

Mit diesem Projekt sollen sozial benachteiligte junge Frauen und Männer zwischen 15 und 30 Jahren die Möglichkeit bekommen, mit künstlerischen Mitteln soziale Veränderung bei sich selbst und in ihrem Stadtviertel hervorzurufen. Dazu werden laufend verschiedene Kreativworkshops im Kulturzentrum angeboten, die von KünstlerInnen und BetreuerInnen abgehalten werden, welche die Jugendlichen begleiten und bestärken. Je nach Thema und Intensität finden die Kurse einmalig, in mehreren Blöcken oder über das ganze Jahr verteilt statt.

Grün und lebendig: Die Jugendlichen beginnen damit, das Zentrum und öffentliche Plätze zu begrünen. Anhand von Mülltrennung und Wiederverwertung schärfen sie ihr Umweltbewusstsein und sorgen für eine saubere Umgebung.
Kreativ Aktiv: Sie verschönern graue Wände durch bunte Kunstwerke, malen Bilder, formen Skulpturen aus recyceltem Material, tragen Gedichte vor. Bild und Ton: Filmisch und fotografisch erzählen die Jugendlichen Geschichten, machen auf soziale Probleme aufmerksam, bieten Lösungen an.
Auf der Bühne: Beim Schreiben und beim Darstellen der Stücke können die Jugendlichen verschiedene Rollen einnehmen und ihre soziale Ausgrenzung thematisieren.
Tanz und Musik: Von Folklore bis Breakdance verleihen die Jugendlichen ihrer Lebendigkeit körperlich Ausdruck, lernen ein Instrument oder proben mit ihren Bands.

Im Laufe des Jahres finden Veranstaltungen, Aufführungen, Konzerte, Ausstellungen und andere Aktionen im Hof und in den Hallen des Kulturzentrums statt, bei denen die jungen Frauen und Männer ihre künstlerischen Werke vor einem breiten Publikum vorführen. Dadurch werden jährlich etwa 2.000 weitere Jugendliche erreicht.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass 160 Jugendliche durch künstlerische und kreative Tätigkeiten Wege finden, ihre Situation zu thematisieren, zu verbessern und zu einem lebendigen und bunten Stadtviertel beitragen. Die Kosten für einen Jugendlichen pro Jahr betragen 62,– Euro. Damit können der Einsatz der KünstlerInnen und BetreuerInnen, die notwendigen Materialien und Geräte für die Kurse sowie die Veranstaltungskosten finanziert werden. Damit drei Jugendliche pro Jahr teilnehmen können, werden 186,– Euro benötigt (Mikro), für einen Jugendlichen für drei Monate 15,50 Euro (Anteilstein).

Unterstützen wir die jungen Menschen dabei, mit den Farben der Zukunft ihren tristen Alltag und das graue Stadtbild in ein buntes Gemälde zu verwandeln.

Partner

Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Fundación Imagen (Durchführung im Einsatzgebiet)
Fernando Garcia Barros (Projektkoordinierung)

Projekt 313 - Projektbeschreibung (pdf)
Projekt 313 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

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