Gemeinsam wachsen

Gemüseanbau für Kleinbäuerinnen

WO: Ruanda
WAS: Einkommen Landwirtschaft 
Projekt: 316

Frauen tragen in den ländlichen Gebieten Ruandas eine schwere Last. Sie sind für die Ernährung ihrer Familien verantwortlich, haben aber aufgrund traditioneller Strukturen keine Möglichkeit, ihre Situation zu erleichtern. Mit einfachsten Mitteln bebauen sie  kleine Felder, die Erträge reichen jedoch kaum zum Überleben. Ohne Unterstützung und Zugang zu Bildung haben sie wenig Chancen, ihre Zukunft zu verbessern.
Mit neuem Wissen über bessere und schonende Anbaumethoden kann den Frauen geholfen werden. In Schulungen lernen sie, dieses Wissen im eigenen Gemüsegarten und auf dem Feld wirksam umzusetzen. Durch die Steigerung der Ernteerträge können die Frauen GEMEINSAM WACHSEN, ihre Familien ausreichend ernähren und damit gleichzeitig auch ihre Unabhängigkeit sowie ihr Selbstbewusstsein stärken.

Wo
Ruanda | Drei Distrikte: Nyamagabe, Gakenke und Gicumbi
Wann
Projektstart: Mai 2017
Wieviel
Mikro:  210 Euro

Umfassende Schulungen für drei Kleinbäuerinnen (biologische Anbaumethoden, Weiterverarbeitung und Ernährung) sowie ein Startset für den eigenen Gemüsegarten (Saatgut, einfache Arbeitsgeräte)

Anteilstein: 70 Euro

Schulungen und Startset für eine Kleinbäuerin

Lange, anstrengende Tage

„Tagsüber bin ich auf unserem kleinen Feld. Dort baue ich Bohnen, Mais, Kartoffeln und ein bisschen Gemüse an. Die Arbeit ist mühsam und der Boden gibt einfach nicht genug her. Seit mein Mann gestorben ist, gelingt es mir kaum, mich und meine drei Kinder zu ernähren. Ich versuche, weniger zu essen, damit wenigstens die Kinder satt werden und sie stark genug sind, um in die Schule zu gehen und sich auf den Unterricht konzentrieren zu können.“
Epaphrodite Nirere sitzt vor ihrer kleinen Lehmhütte und säubert Bohnen, die sie später für das Abendessen kochen wird. Die Tage der verwitweten Kleinbäuerin sind lang. Wenn sie von der Feldarbeit nach Hause kommt, schmerzt ihr Rücken und sie ist todmüde. Ausruhen kann sie sich aber nicht, denn zuerst muss sie noch Feuerholz sammeln und Wasser von einem Brunnen holen, um das Abendessen zubereiten zu können. So wie Epaphrodite Nirere geht es allen Frauen im Dorf.

Im Land der tausend Hügel

Kleinbäuerliche Familien stellen die überwiegende Mehrheit der rund 12 Millionen EinwohnerInnen des kleinen Landes am Kivu-See dar. Sie besitzen im Durchschnitt weniger als einen halben Hektar Land, das sie mit einfachsten Mitteln bewirtschaften. Meist reicht die Ernte gerade aus, um die eigene Familie zu ernähren, für den Verkauf bleibt kaum etwas übrig. Die grüne, sanfte Hügellandschaft täuscht darüber hinweg, dass 45 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben und ständig ums Überleben kämpfen.

Verlorene Potenziale

Neben den kleinen Anbauflächen stellt aber auch die fehlende Infrastruktur in den ländlichen Gebieten ein großes Problem für die Bevölkerung dar. Wird ein kleiner Überschuss geerntet, gibt es zahlreiche Hürden, um die Waren auf einen Markt zu bringen. Lange, beschwerliche Wege, kaum vorhande Transportmittel sowie fehlende Informationen über Verkaufsmöglichkeiten und Kontakte zu KäuferInnen machen es den KleinbäuerInnen sehr schwer, ein kleines Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Potenziale zur Einkommensschaffung können dadurch nicht genutzt werden.

Die schwere Last der Frauen

Frauen leiden besonders unter diesen schwierigen Lebensbedingungen, da sie oftmals alleine die Last der Ernährung ihrer Familien tragen. Ein Drittel der kleinen Bauernhöfe wird von alleinstehenden Frauen bewirtschaftet. Aber auch wenn ein Ehemann da ist, ist es die Frau, die den Großteil der Feld- und Hausarbeiten leistet.
„Trotz ihres enormen Beitrags zur Ernährung der Familien haben Frauen nach wie vor wenig Mitspracherecht bei Entscheidungen oder der Einteilung des Familieneinkommens, geschweige denn Zugang zu Möglichkeiten, ihre kleinen landwirtschaftlichen Flächen besser zu nützen. Obwohl die Gleichberechtigung der Geschlechter offiziell groß geschrieben wird, hat sich auf familiärer Ebene wenig verändert. Deswegen ist es umso wichtiger, dass unsere Arbeit bei den Frauen ansetzt. Indem sie sich Wissen über biologische Landwirtschaft aneignen, ihre Ernteerträge steigern und Überschüsse verkaufen können, werden sie unabhängiger und selbstbewusster,“
erzählt Maggie Carroll, eine Mitarbeiterin von Oxfam Ruanda, über die Hintergründe ihrer Arbeit.

Biologische Gemüsegärten als Hoffnungsträger

Damit Kleinbäuerinnen wie Epaphrodite Nirere ihre Ernteerträge steigern können, bietet die katholische Diözese Byumba sowie die lokale Organisation DUHAMIC ADRI in Zusammenarbeit mit Oxfam in drei der ärmsten Distrikte Ruandas (Nyamagabe, Gakenke und Gicumbi) Schulungen zu biologischer Landwirtschaft an. Das Ziel: Zusätzlich zur Verbesserung der Bodenqualität ihrer kleinen Felder legen die Teilnehmerinnen eigene biologische Gemüsegärten an, in denen sie Amaranth, Spinat, Karotten, Kraut sowie anderes Gemüse anbauen.

Die ärmsten Familien des Dorfs sollen als erstes vom Projekt profitieren. Bei regelmäßig stattfindenden Dorfversammlungen legen die BewohnerInnen die wirtschaftliche Situation jeder einzelnen Familie gemeinsam fest und entscheiden darüber, welche Frauen an den Kursen teilnehmen. Dieses System heißt Ubudehe und hat in Ruanda eine lange Tradition“,
erklärt Gasore Nkunda, der lokale Projektkoordinator.

Pflanzen, ernten und verkaufen

In Gruppen von bis zu 20 Personen lernen die Kleinbäuerinnen vier Monate lang Wissenswertes über den biologischen Gemüseanbau, das sie sogleich selbst in den eigens für die Kurse angelegten Demonstrationsgärten ausprobieren können. Die Ernteerträge der Gärten werden verkauft, der Erlös kommt den Teilnehmerinnen zugute. Die Schulungen bestehen aus drei Teilbereichen:
Biologische Anbaumethoden Die Kleinbäuerinnen lernen die Vorbereitung der Saatgut, das Ziehen von Setzlingen, Möglichkeiten zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit (Kompost etc.), die Herstellung von biologischen Düngemitteln sowie platzsparende, innovative Anbaumethoden wie zum Beispiel Sackgärten.
Lagerung, Konservierung und Vermarktung Um das geerntete Gemüse möglichst lange haltbar zu machen und besser verkaufen zu können, erlernen die Frauen darüber hinaus die richtige Lagerung des Gemüses sowie unterschiedliche Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung.
– Verbesserung der Ernährung
Ein Kurs über die Zubereitung nährstoffreicher Speisen bildet den Abschluss, damit die Frauen ihre Kinder ausgewogen und gesund ernähren können.
Im Anschluss an den Schulungszyklus erhalten die Kleinbäuerinnen eine Grundausstattung an Saatgut sowie einfache Arbeitsgeräte für das Anlegen ihrer eigenen Gemüsegärten. Darüber hinaus werden Treffen abgehalten, bei denen sich die Frauen vernetzen können und ihnen geholfen wird, ihre Waren gemeinsam in größeren Mengen an Händler zu verkaufen und bessere Transportmöglichkeiten zu organisieren.

Unser Beitrag

Insgesamt sollen 630 Kleinbäuerinnen das nötige Wissen über biologischen Gemüseanbau sowie ein Startset bestehend aus Saatgut und einfachen Arbeitsgeräten erhalten, um eigene Gemüsegärten anlegen und in Folge ihre Ernteerträge steigern zu können. Pro Person werden 70,– Euro benötigt (Anteilstein), für drei Kleinbäuerinnen 210,– Euro (Mikro).

Unterstützen wir die Frauen,
damit sie und ihre Gemüsegärten
gemeinsam wachsen können.

Partner

Oxfam (Partner-Organisation des Klubs)
DUHAMIC ADRI und Diözese Byumba (Durchführung im Einsatzgebiet)
Gasore Nkunda (Projektkoordinierung)

Projekt 316 - Beschreibung (PDF)
Projekt 316 - Fotoserie (PDF)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro erhält ein Schulkind in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro erhalten drei Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet erhalten ... Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch. Betrag frei wählbar.

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