In alter Frische

Existenzsicherung für alte Menschen

WO: Bangladesch
WAS: Einkommen 
Projekt: 266

Alte Menschen sind in Bangladesch traditionellerweise auf die Unterstützung durch ihre Familien angewiesen. Doch die ärmsten Familien haben selbst kaum genug, um ihre Kinder satt zu bekommen. Immer mehr alten Menschen, vor allem alleinstehenden Frauen, bleibt deswegen nur eine Möglichkeit: Sie gehen betteln, um zu überleben.
Aber auch im fortgeschrittenen Lebensalter wollen Frauen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen einsetzen. Mit ein wenig Unterstützung ist es möglich, sie so in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, dass sie selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. IN ALTER FRISCHE werden sie wieder zu aktiven und geschätzten Mitgliedern ihres Dorfes.

Wo
Bangladesch | Distrikt Kurigram
Wann
Projektstart: November 2018
Wieviel
Mikro:  150 Euro

Beitrag zum Startkapital für den Aufbau eines eigenen Einkommens für eine alte Frau
 

Anteilstein: 37,50 Euro

¼ Startkapital für eine Frau
 

Vom Älterwerden

„Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Familie einmal das ganze Jahr über ausreichend zu essen gehabt hätte. Oft gab es nur zwei Mahlzeiten am Tag. Und je älter ich wurde, desto schwieriger wurde die Situation. Mein Mann ist früh gestorben, und alle meine Kinder haben das Dorf verlassen, um woanders Arbeit zu finden. Ich konnte aber nicht mehr so viel arbeiten wie früher und hatte immer öfter nicht genug zu essen. Zudem fühlte ich mich alleingelassen mit meinen Sorgen, denn auch meine Nachbarn kümmerten sich kaum um mich.“
Balika Murmur ist 65 Jahre alt und wohnt im Nordwesten Bangladeschs. Alte Menschen wie sie haben es in den bitterarmen Dörfern besonders schwer.

 

Wenn die Kräfte schwinden

Traditionellerweise verbringen in Bangladesch alte Menschen ihren Lebensabend im Kreis der Familie, die Verantwortung für ihr Wohlergehen übernimmt. Doch in einem Land, in dem rund 21 Millionen Menschen chronisch unterernährt sind, stellt diese Verantwortung viele Familien vor eine große Herausforderung. Zwar gibt es staatliche Sozialleistungen für extrem arme alte Menschen, doch diese reichen, sofern sie bei den Menschen in den entlegenen Regionen überhaupt ankommen, bei Weitem nicht für den Lebensunterhalt. Davon abgesehen wandern viele der erwachsenen Kinder auf der Suche nach Arbeit in die großen Städte ab, während die Alten im Dorf zurückbleiben. Armut und der schwindende Zusammenhalt in den Dorfgemeinschaften führen dazu, dass immer mehr alte Menschen alleine und ohne Unterstützung sind.

Ungenutzte Möglichkeiten

Besonders schlimm ist die Situation für alleinstehende ältere Frauen, denn die meisten Sozialprogramme werden nur mit jüngeren Frauen durchgeführt. Dabei wird vergessen, dass Frauen auch im fortgeschrittenen Lebensalter ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zum Wohl der Familie einsetzen und nicht aufgrund ihrer schwindenden Kräfte eine Belastung sein wollen. Wertvolles Potenzial bleibt dadurch ungenutzt.

Es geht auch anders

Die Geschichte von Balika Murmur zeigt jedoch, dass es auch anders geht. Sie ist eine jener Frauen, die durch ein Schwerpunktprojekt für alte Menschen gefördert wurde: Balika wurde Mitglied einer Frauengruppe im Dorf, nahm an landwirtschaftlichen Schulungen teil und erhielt ein Startkapital, mit dem sie sich eine Kuh, eine Ziege, Hühner sowie Gemüsesamen für einen kleinen Hausgarten kaufte. Mit den Erträgen des Gemüsegartens, den Eiern und der Kuhmilch ergänzt Balika ihre Mahlzeiten, Überschüsse verkauft sie in der Nachbarschaft. Ihren Gewinn investiert Balika in den Kauf weiterer Tiere, mittlerweile ist sie stolze Besitzerin von fünf Kühen und 31 Hühnern.

„Die Verbesserung von Balikas Lebenssituation ist keineswegs ein Einzelfall. Eine Befragung der Projektteilnehmerinnen zeigte, dass sich das Einkommen der Frauen im Durchschnitt verdreifacht hat. Bevor sie am Projekt teilnahmen, konnten sie und ihre Familien nur sieben Monate im Jahr drei Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Mithilfe der Projektmaßnahmen können sie sich nun das gesamte Jahr über ausreichend ernähren“, berichtet ein Mitarbeiter von Netz.

Ein bewährtes Konzept

Balika Murmur gelingt es, trotz ihres Alters ein Leben in Würde zu führen, weil sie von unserer Partner-Organisation Netz in ein Entwicklungsprogramm mit besonderem Schwerpunkt auf alte Menschen eingebunden wurde. Dieses Projekt ist eine Weiterentwicklung des vom Entwicklungshilfeklub seit 2008 unterstützten Projekts 225 „Der Armut entkommen“, durch das rund 1.200 Frauen mit ihren Familien aus extremer Armut befreit werden konnten.
Seit November 2012 setzt sich der Entwicklungshilfeklub im Rahmen des Projekts „In alter Frische“ für die Ausstattung von alten Frauen mit einem Startkapital ein. Bis Oktober 2018 konnten die finanziellen Mittel zur Unterstützung von 720 Frauen in sieben Distrikten im Nordwesten des Landes aufgebracht werden. Doch es gibt noch viele weitere Frauen, die Unterstützung benötigen. Für die aktuelle Projektphase wurden wir gebeten, uns auf ältere Frauen im Distrikt Kurigram zu konzentrieren.

Starthilfe in die Selbständigkeit

Ziel des Projekts ist, den Zusammenhalt in den Dörfern so zu stärken, dass alte Menschen je nach ihren Möglichkeiten optimal integriert werden können. In einem ersten Schritt bilden 10 bis 20 der ärmsten Frauen eines Dorfes mit der Unterstützung einer Dorfentwicklungshelferin eine Dorfgruppe. Dabei werden gezielt alte alleinstehende Frauen eingebunden. Jede Gruppe besteht sowohl aus jüngeren Frauen, die voll arbeitsfähig sind, als auch aus älteren Frauen, die noch leichter körperlicher Arbeit nachgehen können, sowie aus solchen, die dazu nicht mehr in der Lage sind.

So funktioniert eine Dorfgruppe

Jede Frau – egal ob jung oder alt – erhält ein fixes Startkapital. Aufgrund der hohen Inflation in den letzten Jahren wurde das Startkapital von ursprünglich 150,– auf 220,– Euro erhöht. Die Frauen setzen das Startkapital je nach ihren persönlichen Möglichkeiten ein:
– Ältere Frauen, die noch leichte körperliche Arbeit verrichten können, kaufen z. B. Hühner, Ziegen und Saatgut für einen kleinen Gemüsegarten.
– Ältere Frauen, die nicht mehr aktiv tätig sein können, werden von der Gruppe mitbetreut: Oft müssen zunächst Nahrungsmittel oder Medikamente gekauft werden, damit sie wieder zu Kräften kommen. Mit dem Rest kann z. B. ein Stück Land gekauft und verpachtet werden.
– Jüngere Frauen setzen ihr Startkapital häufig für die Anschaffung von Material für den Aufbau eines kleinen Ladens ein.
– Die Gruppenmitglieder werden von einer Dorfentwicklungshelferin mindestens drei Jahre lang bei ihren Vorhaben unterstützt und begleitet.

Die Tatsache, dass alle Gruppenmitglieder dasselbe Startkapital erhalten, stärkt das Selbstwertgefühl der alten Frauen. Die Arbeit in der Gruppe – Jüngere unterstützen Ältere – verbessert zudem den Zusammenhalt im Dorf.

Unser Beitrag

Für das Startkapital einer alten Frau werden durchschnittlich 220,- Euro benötigt. Der Entwicklungshilfeklub trägt 150,– Euro (1 Mikro) dazu bei. Die restlichen Kosten werden von unserer Partner-Organisation Netz getragen.

Armut soll Familien nicht dazu zwingen,
alte Menschen sich selbst zu überlassen.
Sie sollen In alter Frische
willkommene Mitglieder der Gemeinschaft sein dürfen.

Partner

Netz (Partner-Organisation des Klubs)
Mahideb Jubo Somaj Kallayan Somity (MJSKS) (Durchführung im Einsatzgebiet)
Habibur Rahman Chowdhury (Projektkoordinierung)

Projekt 266 - Beschreibung (pdf)
Projekt 266 - Fotoserie (pdf)

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Weihnachtsbillet

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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

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