Neues Leben pflanzen

Aufforstung in vier Andendörfern

WO: Ecuador
WAS: Aufforstung 
Projekt: 3186

Die kleinbäuerlichen indigenen Familien in der 3.500 Meter hoch gelegenen Andenregion Chimborazo müssen von dem leben, was die kargen Böden hergeben. Unkontrollierte Abholzung und mangelnde Aufforstung treiben die Bodenerosion immer weiter voran, sodass sich die Familien kaum mehr von den Erträgen der Felder ernähren können.
Deshalb sollen in vier Andengemeinden insgesamt 80.000 Setzlinge gepflanzt werden, um die Böden vor Erosion zu bewahren und zu revitalisieren und um Wasserquellen zu schützen. Diese Maßnahmen tragen wesentlich zum Erhalt der Lebensgrundlage der Familien bei, damit sie auch in Zukunft von den Erträgen ihrer Felder leben können.

Wo
Ecuador | Provinz Chimborazo, vier Andendörfer
Wann
Projektstart: April 2019
Wieviel
Super-Mikro:  3616 Euro

für 10.000 Setzlinge sowie Schulungen für 25 Familien
Gesamtprojekt: 28.928,- Euro in 8 Teilprojekten zu je 3.616,- Euro
 

Trockene, ausgelaugte Böden
„Ein großer Teil der Böden in der Provinz Chimborazo leidet sehr unter der fortschreitenden Erosion. Aufgrund zyklisch wiederkehrender Trockenperioden, der Übernutzung der Felder, Abholzung sowie chemischer Düngemittel schreitet die Wüstenbildung in alamierender Weise voran. Für die lokale Bevölkerung ist diese Entwicklung fatal, denn sie leben von den spärlichen Erträgen der Landwirtschaft. Die Ernteerträge fallen jedoch immer geringer aus und die Tiere der Familien finden kaum mehr Futter auf den Weiden.” So beschreibt unsere Partner-Organisation Centro de Estudios y Acción Social (CEAS) die schwierigen Lebensbedingungen der kleinbäuerlichen Familien in der Provinz Chimborazo. Seit den 1960ern setzen sich die engagierten MitarbeiterInnen von CEAS für die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts im Andenhochland von Ecuador ein. Dazu ist ein umfangreiches Progamm nötig, das neben Aufforstungsmaßnahmen auch Projekte zur Wasserversorgung, Tierhaltung sowie Bewusstseinsbildung beinhaltet.

Ein beschwerliches Leben
In den vier Andengemeinden Cochabamba El Tablón, San Vicente de Pangor, Ajospamba und El Progreso leben auf 3.500 Metern Höhe insgesamt 200 kleinbäuerliche Familien. Jede Familie besitzt rund 2,8 Hektar Land, auf dem sie unterschiedliche Kartoffelsorten sowie Bohnen zur Eigenversorgung anbauen. Zusätzlich haben sie im Durchschnitt zwei Rinder, fünf Schafe und ein paar Kaninchen oder Meerschweinchen. Durch den Verkauf von Milch und Fleisch können sich die Familien ein kleines Zusatzeinkommen erwirtschaften, was gerade zum Überleben reicht.

Die Natur bewahren
Die 200 kleinbäuerlichen Familien wissen, dass ihr Überleben maßgeblich vom Wohl der Pachamama, der Mutter Erde, abhängt. Gemeinsam wollen sie unter der fachlichen Anleitung von CEAS-MitarbeiterInnen weitreichende Aufforstungsmaßnahmen durchführen, um ihre Böden langfristig zu schützen. Insgesamt sollen 80.000 Bäumchen und Sträucher gepflanzt werden, die aus der Baumschule von CEAS stammen. 50.000 einheimische Setzlinge dienen dabei als Windschutzhecken für die Felder und als Erosionsschutz auf steilen Berghängen. Mit 30.000 weiteren Setzlingen werden außerdem kleine Wäldchen angelegt. Die BewohnerInnen können Reisig und andere Holzabfälle als Brennholz oder zur Errichtung von Zäunen verwenden und in Zukunft durch den Verkauf von Bäumen etwas Geld dazuverdienen.
„Durch die fachgerechte Aufforstung können die Familien ihre Lebensgrundlage, die Böden und Wasserquellen, nachhaltig schützen. Wir organisieren auch Schulungen und Ausflüge zur Baumschule, um den Familien die Hintergründe und die Wichtigkeit dieser Maßnahmen nahezubringen. Alle anfallenden Arbeiten wie Transport und das Anpflanzen der Setzlinge werden in traditioneller Gemeinsschaftsarbeit bewältigt, was den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft stärkt“, erklärt die Projektleiterin Alicia Sáez.

Unser Beitrag
Mit 3.616,- Euro können jeweils 10.000 Setzlinge und deren Transport sowie Schulungen und Nachbetreuung für 25 Familien finanziert werden. Insgesamt sind 28.928,- Euro nötig, damit 200 Familien in den vier Andendörfern mit Bäumchen und Sträuchern die Erträge ihrer Felder erhöhen und ihren Lebensraum schützen können.

Partner:
CEAS (Projektträger)
Alicia Sáez (Projektleiterin)

Projekt 3186 - Beschreibung (pdf)

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