Eine Stimme geben

Lernzentren für Kinder in abgelegenen Dörfern

WO: Philippinen
WAS: Bildung Rechte 
Projekt: 294

In den entlegenen Dörfern der ethnischen Minderheit der Lumad kann so gut wie niemand Lesen und Schreiben. Ohne Bildung fehlt ihnen jedoch die Stimme, um ihre Rechte einzufordern und sich gegen die Vertreibung von ihrem angestammten Land zu wehren. Ohne Bildung ist es ihnen kaum möglich, ihre Kultur zu erhalten und ihr Überleben zu sichern.
In eigenen Lernzentren erhalten die Kinder der Lumad in ihren Dörfern eine kulturell angepasste Grundschulbildung. Sie lernen Lesen und Schreiben auf Basis ihrer Sprache, ihrer Geschichte und ihrer Traditionen. So gerüstet, können sie ihrem Volk EINE STIMME GEBEN und sich tatkräftig für ihre Rechte einsetzen, damit ihre Zukunft erhalten bleibt.

Wo
Philippinen | 7 Dörfer in den Distrikten Malaybalay und Valencia in der Provinz Bukidnon auf der Insel Mindanao
Wann
Projektstart: August 2015
Wieviel
Mikro:  127 Euro

Einsatz für eine Lehrkraft für den Unterricht, Ferienkurse, Familienbetreuung und die Organisation von Gemeinschaftsaktivitäten für 1 Monat

 

Anteilstein: 31 Euro

Unterricht im Lernzentrum für 1 Kind für 1 Jahr

Ohne Bildung keine Rechte
„Die Sprache ist der Spiegel unserer Kultur. Wenn sie unsere Wälder zerstören, bleibt uns kein Land, auf dem wir leben können. Ohne Land verlieren wir unsere Traditionen. Ohne Traditionen gibt es keine Sprache. Ohne Sprache und ohne Bildung bleiben unsere Kinder stumm und wir werden alles verlieren.“
Die Worte eines Dorfältesten beschreiben knapp, aber treffend die prekäre Situation der Lumad, einer ethnischen Minderheit auf der südphilippinischen Insel Mindanao. Leonila Plazos, Leiterin der Bukidnon Tribal Filipino Foundation, ergänzt: „Die Dörfer der Lumad liegen im Landesinneren, in den Wäldern, in die sie verdrängt wurden. Von ihnen kann fast niemand Lesen oder Schreiben. Schulen gibt es in den abgelegenen Regionen so gut wie keine. Doch gerade für die ethnischen Minderheiten ist Bildung extrem wichtig, damit sie nicht weiter ausgegrenzt werden und ihre Rechte einfordern können.“

Die Lumad und ihre gefährdete Existenz
Die mit grünen Wäldern bedeckte Hügellandschaft der Provinz Bukidnon gehört zu den ärmsten der Philippinen. Ein Drittel der Bevölkerung sind Lumad, was „indigene Völker“ bedeutet. Es ist die kollektive Selbstbezeichnung für 18 ethnische Gruppen auf der Insel Mindanao, die nicht christianisiert oder islamisiert worden sind, sondern ihre alten Traditionen und Bräuche pflegen. Ihre Sicht auf die Welt sowie ihr soziales und politisches Gefüge sind eng mit dem Land auf dem sie leben verbunden. Unzugänglich und nur schwer erreichbar liegen viele ihrer Dörfer. Weit in die Bergwälder wurden die Lumad vertrieben, weil sie den Siedlungen und der Holzwirtschaft im Weg waren. Weit ist jedoch nicht weit genug – denn ihr Lebensraum wird zunehmend durch Bergbauprojekte und Palmölplantagen bedroht. Seit Jahrzehnten versuchen sie, sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Landraub zu wehren, um ihr Überleben zu sichern.

Grundsteine legen
Obwohl die Philippinen zu den Ländern mit einer geringen Analphabetismusrate gehören, können in den abgeschiedenen Dörfern der Lumad der Großteil der BewohnerInnen weder lesen noch schreiben. Staatliche Grundschulen sind für die Kinder in den Dörfern unerreichbar – nicht nur geografisch, sondern auch kulturell.
„Selbst wenn die Kinder von Lumad-Familien in staatliche Grundschulen gehen, ist es für sie schwierig. Zum einen, weil der Unterricht auf Filipino stattfindet, einer Sprache, die den Kindern fremd ist. Zum anderen werden sie oft wegen ihrer Herkunft und ihrer Bräuche ausgeschlossen. Viele brechen die Schule vorzeitig ab. Aber das muss nicht sein. Immer öfter wenden sich Dorfälteste mit der Bitte an uns, ein Lernzentrum in ihrer Gemeinde zu errichten. Damit die Bildung der Kinder dort beginnen kann, wo sie sich zu Hause fühlen. Die Erfahrung der Ältesten hat gezeigt, dass Bildung der Grundstein dafür ist, ihre Kultur, ihre Traditionen und ihren Lebensraum zu schützen. Denn nur so können sie erfolgreich für ihre sozialen und politischen Rechte kämpfen“, erläutert Leonila Plazos die jahrelangen Erfahrungen ihrer Organisation aus der Arbeit mit den Lumad-Familien.

Mehr Bildung und Rechte
Die Bukidnon Tribal Filipino Foundation (BTFF) mit Sitz in der Provinz Bukidnon wird seit 2004 von unserer Partner-Organisation Misereor unterstützt. Sie setzt sich für die Verbesserung der rechtlichen Situation und der Bildungsmöglichkeiten der Lumad ein. Die BTFF hat eine wirksame Möglichkeit gefunden, damit auch Kinder aus abgelegenen Regionen in die Schule gehen können: die Errichtung von Lernzentren.

Kulturell angepasst
Die Lernzentren funktionieren nach dem Prinzip des Alternativen Lernsystems für indigene Gruppen, das staatlich anerkannt ist und in nicht öffentlichen Schulen verwendet wird. Dabei passen die LehrerInnen den Unterricht an die Lebensbedingungen vor Ort so an, dass die Kinder Lesen und Schreiben auf Basis ihrer Sprache, Geschichte und Kultur erlernen. Gleichzeitig werden sie auf den verpflichtenden Einstufungstest vorbereitet, der für den Wechsel in eine staatliche Grundschule oder in eine weiterführende Sekundarstufe notwendig ist.
„Die Lernzentren in den Dörfern sind ein voller Erfolg. Mittlerweile werden viele durch Arbeitsleistungen der Eltern sowie durch staatliche Mittel finanziert. Die Vernetzung der Arbeit vor Ort mit jener auf politischer Ebene trägt Früchte.“

Für die Zukunft des Dorfes
Lernzentren: In drei abgelegenen Gemeinden der Provinz Bukidnon soll jeweils ein Lernzentrum errichtet werden, in dem die Kinder eine sechsjährige Grundschulbildung erhalten. Etwa 50 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren werden pro Lernzentrum zehn Monate im Jahr von Montag bis Freitag unterrichtet.
Grundschule: Zusätzlich soll die bereits bestehende, staatlich anerkannte Grundschule Pigpamulahan Tribal School Unterstützung erhalten, in der nach dem Alternativen Lernsystem unterrichtet wird. Diese besuchen derzeit etwa 360 Kinder aus umliegenden Lumad-Gemeinden.
Lehrerinnen und Lehrer: Meist sind sie selbst Lumad und kommen aus weniger abgelegenen Regionen, wo sie die Möglichkeit hatten, ihren Schulabschluss zu machen. Damit sie die Kinder bestmöglich betreuen, werden sie in Seminaren speziell geschult. Ihre Tätigkeiten neben dem Unterricht sind vielfältig:
– Sie arbeiten in enger Abstimmung mit dem Dorfrat und den ProjektMitarbeiterInnen, um weitere Verbesserungen für die Gemeinde zu erreichen.
– Sie besuchen die Schulkinder regelmäßig zu Hause, um eine gute Beziehung zu den Eltern und anderen Familienmitgliedern aufzubauen.
– Sie bieten Kurse in den Ferien an und ziehen mit den Kindern im Schulgarten Gemüse, das sie für die Schulmahlzeiten verwenden.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass 510 Kinder der Lumad eine Grundschulbildung erhalten. Dazu werden elf Lehrkräfte in drei Lernzentren sowie in der Pigpamulahan Tribal School eingesetzt. Für eine Lehrkraft werden 127,– Euro pro Monat (1 Mikro) benötigt. Mit 31,– Euro (1 Anteilstein) kann ein Kind ein Jahr lang das Lernzentrum besuchen. Seit Projektbeginn im August 2015 konnte der Entwicklungshilfeklub jährlich etwa 350 Kinder beim Schulbesuch unterstützen. Bildung ist die Basis für eine gerechte Zukunft. Unterstützen wir die Lumad, damit sich ihre Kinder für ihre Rechte einsetzen und ihrem Volk Eine Stimme geben können.

Partner
Partner-Organisation des Klubs: Misereor
Durchführung im Einsatzgebiet: Bukidnon Tribal Filipino Foundation (BTFF)
Projektkoordinierung: Leonila Plazos

Projekt 294 – Beschreibung (PDF)

Projekt 294 - Fotoserie ab Jänner 2018 (PDF) 

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Weihnachtsbillet

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