Samen des Wissens

Ernährungssicherung für kleinbäuerliche Maya-Familien

WO: Guatemala
WAS: Landwirtschaft 
Projekt: 322

Zu wenig Land bedeutet meist zu wenig zum Leben. Die Maya-Familien im Südwesten Guatemalas verfügen nur über winzige Anbauflächen. Diese reichen nicht aus, um die Familien zu ernähren. Mit Chemie versuchen sie, der Erde eine ertragreichere Ernte abzugewinnen. Doch das bringt nur Schulden und ausgelaugte Böden. Die Menschen bleiben hungrig.
Kleinbäuerliche Maya-Familien sollen von ihrem Stück Land in Würde leben können. In Schulungen erwerben sie das Wissen, jeden Quadratmeter ihrer Felder optimal zu nutzen. Um dieses Wissen auf ihren Feldern umsetzen zu können, erhalten sie Saatgut, Setzlinge und Kleintiere. Mit den SAMEN DES WISSENS gehören Hunger und Mangelernährung bald der Vergangenheit an.
 

Wo
Guatemala | 31 Gemeinden und acht landwirtschaftliche Vereinigungen in den Provinzen San Marcos, Quetzaltenango, Totonicapán und Sololá
Wann
Projektstart: November 2017
Wieviel
Mikro:  222 Euro

Schulungen, Saatgut, Setzlinge, Kleintiere für 10 Personen für 1 Jahr
 

Anteilstein: 22 Euro

Unterstützung für 1 Person für 1 Jahr

Tote Erde
„Wir konnten auf unserem kleinen Stück Land nicht genug für unsere Familie anbauen, deshalb haben wir einen Kredit aufgenommen. Es wurde uns eine reiche und ergiebige Ernte versprochen, wenn wir Saatgut und die dazu passenden Dünger und Pestizide kaufen. Und was hat es uns gebracht? Tote Erde und noch mehr Schulden. Zum Überleben reicht es nicht. Denn das Saatgut müssen wir jedes Jahr neu kaufen, weil es sich nicht vermehren lässt. Und auch die Pflanzenschutzmittel sind sehr teuer.“

Doña Sibélia und Don José sind vom indigenen Volk der Maya aus der ländlichen Region Sololá im Südwesten Guatemalas. Sie sind ratlos und ohnmächtig angesichts der leeren Versprechungen. „Wir wollen mit dem Land leben und nicht nur vom Land. Für uns Maya bedeutet Wohlstand nicht Kontostand, sondern die Fruchtbarkeit der Erde.“

Gegen Mensch und Natur
Immer noch geprägt durch die verheerenden Folgen des 36 Jahre andauernden Bürgerkriegs, der Hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und Familien zerstört hat, ist Guatemala ein Land der extremen sozialen Unterschiede. Die ärmsten Regionen sind jene mit dem höchsten Anteil an indigenen Bevölkerungsgruppen - hauptsächlich Mayas. Sie haben kaum Zugang zu Landbesitz und verfügen nur über winzige Anbauflächen. Die ungerechte Landverteilung begünstigt auch die unkontrollierte Ausbeutung der Bodenschätze: Der Großteil der südwestlichen Region Guatemalas ist in der Hand von multinationalen Bergbaufirmen, die ohne Rücksicht auf Mensch und Natur nach Rohstoffen schürfen.

Ein Leben in Würde?
Vom kleinbäuerlichen Anbau von Bohnen, Mais und Gemüse hängt die Existenz der Maya-Familien ab. Diese besitzen durchschnittlich nur einen Hektar Land, der ihnen zwar das Überleben, nicht aber ein Leben in Würde ermöglicht. Die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel reichen nicht aus, um die Familien zu ernähren. Drei von vier Kindern unter fünf Jahren sind mangelernährt.

Immer nur hoffen
„Hoffen, dass die Ernteerträge reichen, damit die Kinder mehr als einmal täglich etwas zu essen bekommen. Hoffen, dass niemand krank wird, denn die Medikamente und die Behandlungen sind zu teuer. Hoffen, dass die Kinder stark genug sind und in die Schule gehen können, damit sie es eines Tages besser haben. Kurz gesagt, eher überleben als leben: Das ist der schwierige Alltag der indigenen Bevölkerung im Südwesten Guatemalas. Und das wollen wir verändern“, erklärt Ana Vassallo, Projektleiterin unserer Partner-Organisation Entraide et Fraternité, das Ziel des umfangreichen Programms, mit dem erreicht werden soll, dass die kleinbäuerlichen Familien genug zum Leben haben.

Mit dem Land leben
Mit dem Zusammenschluss von fünf lokalen Organisationen, die ihre Expertisen einbringen, soll ein umfassendes Programm zur Ernährungssicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen der kleinbäuerlichen Maya-Familien im Südwesten Guatemalas durchgeführt werden. Der Fokus liegt vor allem darauf, wie die Familien ihr kleines Stück Land unter Berücksichtigung der überlieferten Traditionen bestmöglich ökologisch bestellen können.

Mensch und Natur gemeinsam
In den vier südwestlichen Provinzen San Marcos, Quetzaltenango, Totonicapán und Sololá sollen insgesamt 1.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern der Maya aus 31 Gemeinden und acht landwirtschaftlichen Vereinigungen an dem mehrjährigen Programm teilnehmen. Dazu werden insgesamt fünf landwirtschaftliche Bildungszentren eingerichtet und in jeder Gemeinde eine Musterparzelle angelegt. In Gruppen von durchschnittlich zehn Personen erhalten die TeilnehmerInnen einmal im Monat Schulungen in ökologischen Anbaumethoden. Sie erlernen die Herstellung von lokalem Saatgut, Kompost und Dünger, errichten Saatgutbanken und erhalten Kenntnisse zu Kleintierhaltung.

Start und Weiterführung
Damit diese Schulungen stattfinden können, erhalten die fünf Bildungszentren eine landwirtschaftliche Grundausstattung, die Folgendes beinhaltet:
– lokales Saatgut verschiedener Sorten von Mais, Bohnen, Kürbissen und anderem Gemüse wie Paprika, Tomaten, Rettich …
– Setzlinge für Avocado-, Pfirsich- und Apfelbäume sowie Zitruspflanzen,
– Kleintiere wie Hühner, Hasen und Schafe,
– Baumaterialien zur Errichtung von Zäunen für die Tierhaltung.
Auch die TeilnehmerInnen selbst erhalten diese Grundausstattung und setzen die neuen ökologischen Anbaumethoden nach und nach mit ihren Familien auf den eigenen Feldern um. Bei allen Schritten werden sie von erfahrenem Fachpersonal begleitet und besprechen Ergebnisse und Erfolge in halbjährlichen Austauschtreffen.
Die TeilnehmerInnen geben das neu erworbene Wissen und Saatgut an andere kleinbäuerliche Maya-Familien in ihrer Gemeinde weiter. So gelingt es, dass immer mehr Menschen über lokales, widerstandsfähiges Saatgut verfügen. Das macht die Familien unabhängig von großen Saatgutkonzernen und sie verringern ihre Ausgaben maßgeblich. Damit sichern sie nicht nur die traditionelle Vielfalt der Sorten, sondern auch ihre eigene Existenz und sie wirken chronischer Mangelernährung entgegen.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass 1.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern der Maya so geschult werden, dass sie ihr Stück Land mit ökologischen Anbaumethoden optimal bestellen und von ihren Ernteerträgen leben können. Mit 222,– Euro pro Jahr (Mikro) kann eine kleinbäuerliche Gruppe von zehn Personen die Schulungen besuchen und mit Saatgut, Setzlingen, Kleintieren und Baumaterialien ausgestattet werden. Der Anteilstein von 22,– Euro ermöglicht die Unterstützung einer Person für ein Jahr.

Unterstützen wir die Familien dabei,
Samen des Wissens zu säen,
damit sie unabhängig werden und ihre Ernährung sichern können.

Partner:
Entraide et Fraternité (Partner-Organisation des Klubs)
Fünf lokale Projektpartner: Cdro, Coindi, Ceiba, Serjus und Red Kuchub’al (Durchführung im Einsatzgebiet)
Ana Vassallo (Projektkoordinierung)

Projekt 322 - Beschreibung (PDF)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einer Familie in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

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