Türen öffnen

Bildung für Kinder armer Tagelöhnerfamilien

WO: Indien
WAS: Bildung 
Projekt: 323

Im Bezirk Jaggampeta haben die Kinder armer Tagelöhnerfamilien ein schweres Leben. Ausgegrenzt und diskriminiert leben sie mit ihren Eltern in extremer Armut. Viele der Kinder brechen die Schule frühzeitig ab, da es an gut ausgebildetem Lehrpersonal fehlt und die Eltern, selbst AnalphabetInnen, sie nicht unterstützen können. So setzen sich Armut und Perspektivenlosigkeit über Generationen hin fort.
Durch ein umfassendes Bildungsprogramm sollen rund 700 Kinder aus 20 Dörfern auf ihrem Weg zu einem positiven Schulabschluss unterstützt werden. Dank einer kontinuierlichen, intensiven Lernbetreuung und der Ausstattung mit den nötigen Schulmaterialien können die Kinder dem Unterricht besser folgen, damit sich TÜREN ÖFFNEN in eine menschenwürdige Zukunft.
 

Wo
Indien | Bundesstaat Andhra Pradesh, 20 Dörfer rund um Jaggampeta
Wann
Projektstart: Jänner 2018
Wieviel
Mikro:  215 Euro

Lernbegleitung, Schulmaterialien und Freizeitaktivitäten für fünf Kinder sowie Begleitmaßnahmen für ihre Eltern für ein Jahr 
 

Anteilstein: 43 Euro

Bildung für ein Kind für ein Jahr
 

Zwei Lehrer für 200 Kinder

„Endlich gibt es auch in unserem Dorf eine öffentliche Schule und die meisten unserer Kinder gehen hin. Das ist gut und ein schöner Fortschritt. Doch was ist das für eine Schule? Ein Gebäude, in dem sich 200 Kinder in fünf Klassen aufgeteilt drängen und für die es insgesamt nur zwei Lehrer gibt, die schlecht ausgebildet sind und denen kaum Lehrmaterial zur Verfügung steht. Viel lernen kann man da nicht“, erzählt Veera Lakshmi, während sie rund 35 Mädchen und Buben, die gerade über ihre Hausübungen gebeugt im Schneidersitz auf dem Boden einer Veranda sitzen, im Blick behält.
Es sind die Kinder der ärmeren Familien aus dem Dorf Seetharampuram im Bezirk Jaggampeta. Kinder, die daheim nicht lernen und keine Aufgaben machen können, weil es kein Licht gibt, weil von der Familie niemand zur Schule gegangen ist und etwas erklären kann, deren Eltern meist nicht einmal ein Heft oder einen Bleistift kaufen können. Viele dieser Mädchen und Buben kommen im Unterricht nicht mit und brechen die Schule bereits nach kurzer Zeit wieder ab. Sie bleiben AnalphabetInnen wie ihre Eltern und sind zu einem Leben in Abhängigkeit und Ausbeutung verdammt.

Schlechtere Ausgangsbedingungen

Kleine Dörfer wie Seetharampuram sind kein Einzelfall in Indien. Obwohl in der Verfassung die Gleichstellung aller Menschen festgeschrieben ist, bestimmt in der Realität die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste oder ethnischen Gruppe bis heute das Leben der InderInnen. So werden die Kinder niederer Kasten in eine Welt hineingeboren, in der sie von vornherein schlechtere Ausgangsbedingungen haben. Aus diesem Grund wurden in Absprache mit den Eltern und LehrerInnen gefährdete Kinder ausgewählt, denen Veera Lakshmi jeden Nachmittag Nachhilfe gibt, um dafür zu sorgen, dass sie ihren Schulabschluss schaffen. Sie selbst stammt aus dem Dorf Seetharampuram und hat dank ihrer aufgeschlossenen Mutter die Schule besucht, als noch viele Leute meinten, Mädchen brauchen keine Bildung, denn es genüge, dass sie im Haushalt helfen und danach selber Kinder bekommen. Und jetzt ist die junge Inderin die Nachhilfelehrerin des Dorfs und Mitarbeiterin unseres Projekts: „Ich werde dafür sorgen, dass möglichst viele Kinder Lesen und Schreiben lernen, damit sich für sie die Tür in eine menschenwürdige Zukunft öffnet.“

Pionierarbeit leisten

Gemeinsam mit der indischen Village Reconstruction Organisation hat der Entwicklungshilfeklub im südöstlichen Bundesstaat Andhra Pradesh bereits vor 25 Jahren Pionierarbeit für die Verbesserung der schwierigen Situation vieler Kinder armer Familien geleistet. 1991 wurde das Kinderzentrum Dreamland gegründet, in dem jährlich 250 Mädchen und Buben, die zuvor in Ziegelfabriken für einen Hungerlohn schufteten, versorgt und schulisch betreut wurden. Nachdem die indische Regierung inzwischen in den meisten Dörfern Schulen eingerichtet hat und Kinderarbeit erfolgreich eingedämmt werden konnte, wurde das Kinderzentrum 2014 zu einem Fortbildungszentrum für Sozialarbeit umfunktioniert. Der Schwerpunkt der Bildungsarbeit hat sich seitdem in die Dörfer verlagert.
Mit diesem Projekt sollen nun Kinder im Bezirk Jaggampeta, deren Bildungsweg nach wie vor gefährdet ist, unterstützt und begleitet werden.

HoffnungsträgerInnen der Zukunft

Um die Kinder armer Familien mit dem nötigen Wissen und den nötigen Fähigkeiten auszustatten, damit sie später selbst Wege finden, sich aus der Armut zu befreien, hat die Village Reconstruction Organisation ein umfassendes Bildungsprogramm ausgearbeitet, welches in ein ganzheitliches Dorfentwicklungskonzept eingebettet ist. Im Zentrum aller Aktivitäten steht dabei die junge Generation, denn sie sind die HoffnungsträgerInnen der Zukunft.

Zugang zu Bildung für rund 700 Kinder

Seit drei Jahren nehmen rund 1.150 Familien aus 20 Dörfern rund um die indische Kleinstadt Jaggampeta am Dorfentwicklungsprogramm teil. Für jeweils sechs bis sieben Dörfer wird ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin zur Koordination des Programms eingesetzt. Zudem wird in jedem Dorf eine junge Frau wie Veera Lakshmi ausgewählt, die eine Sekundarschule besucht hat. Diese 20 Frauen sind die Trägerinnen des Programms, denn sie leiten die Lernbetreuung für die Schulkinder im Dorf und organisieren unterschiedliche außerschulische Aktivitäten für die Kinder und deren Eltern. Da sie selbst aus den Dörfern stammen und die herrschenden Probleme sehr gut verstehen, genießen sie volles Vertrauen bei den DorfbewohnerInnen.

Schritte in eine bessere Zukunft

Das Bildungsprogramm besteht aus zahlreichen ineinandergreifenden Maßnahmen:
– Unterstützung der Eltern bei der Einschulung ihrer Kinder,
– Begleitung von SchulabbrecherInnen, damit sie wieder die Schule besuchen,
– Lernbetreuung von 16.00 bis 18.30 Uhr für rund 35 Schulkinder pro Dorf,
– Schulmaterialien für die Kinder,
– Bildung von Elternkomitees, damit die Mütter und Väter laufend in den Schulfortschritt der Kinder eingebunden sind und Themen wie das indische Schulsystem, Kinderrechte etc. behandelt werden sowie
– Organisation von „Kinderparlamenten“, bei denen die Kinder spielerisch etwas über soziale Themen lernen, und anderer Freizeitaktivitäten.
Die Aktivitäten der letzten Jahre zeigen bereits erste Erfolge: 192 Kinder, welche die Schule abgebrochen hatten, besuchen nun wieder regelmäßig den Unterricht. Einige von ihnen werden später eine Berufsausbildung absolvieren oder studieren, manch andere werden TagelöhnerInnen bleiben und ihre Lebenssituation in kleinen Schritten verbessern.
Aber zwei Dinge sind sicher: Alle Mädchen und Buben werden an Selbstbewusstsein gewinnen und sich nicht mehr so leicht ausbeuten lassen. Und sie werden ihre eigenen Kinder in die Schule schicken und damit bewirken, dass zumindest eine Generation später der Teufelskreis der Armut durchbrochen wird.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass rund 700 Kinder extrem armer Familien Zugang zu Bildung und somit eine Chance erhalten, dem Leben in Armut zu entkommen. Mit 215,– Euro (Mikro) können fünf Kinder und deren Eltern umfassend gefördert werden. 43,– Euro (Anteilstein) ermöglichen die Unterstützung für ein Kind für ein Jahr.

Unterstützen wir die Mädchen und Buben,
damit sie Zugang zu Bildung erhalten und
sich Türen öffnen in eine menschenwürdige Zukunft.

Partner

Village Reconstruction Organisation – VRO (Partner-Organisation des Klubs)
Peter Daniel (Projektkoordinierung)

Projekt 323 - Beschreibung (PDF)
Projekt 323 - Fotoserie (PDF)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

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