Über den Horizont

Unterstützung von Straßenkindern und ihren Familien

WO: Brasilien
WAS: Einkommen Wohnen 
Projekt: 280

Die Kinder, die in den Armuts- und Elendsvierteln von Recife aufwachsen, haben nicht viele Chancen: Entweder sie werden auf die Straße geschickt, um etwas Geld für ihre Familien zu erbetteln. Oder die Enge und die Gewalt in den eigenen vier Wänden treibt sie in ein Leben auf der Straße. Dort fristen sie dann ein Dasein zwischen Drogen, Angst, Kriminalität und Prostitution.

Die Familienmitglieder der Straßenkinder bleiben häufig, trotz aller Probleme, ihre wichtigsten Bezugspersonen und viele wünschen sich, wieder bei ihnen leben zu können. Behutsame Begleitung sowohl der Straßenkinder als auch ihrer Familien ist notwendig um das zu ermöglichen. Professionelle Betreuung soll den Kindern helfen, ÜBER DEN HORIZONT ihres Daseins auf der Straße hinaus zu sehen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Wo
Brasilien | Recife
Wann
Projektstart: Februar 2013
Wieviel
Mikro:  153 Euro

Betreuung und Begleitung eines Straßenkindes für 1 Jahr und mögliche Rückführung in die Herkunftsfamilie

Anteilstein: 26 Euro

Betreuung und Begleitung eines Straßenkindes für zwei Monate

Dunkle Schatten auf der Seele
Auf der Straße ist die Welt immer ein Karussell. Es hört nicht auf sich zu drehen. Ob ich nun hier lebe oder sterbe, es gibt keine Zeit für einen Halt. Ich habe Freunde und fühle mich einsam. Wir teilen das Essen, aber manchmal kämpfen wir auch darum. Hin und wieder denke ich an zu Hause, an meine Mutter. Aber nicht oft, denn das macht mich traurig.
Adelinda verbrachte den Großteil ihrer 15 Lebensjahre auf den Straßen von Recife. Als sie sechs war, nahmen sie ihre älteren Geschwister zum Betteln mit. Sie schlief nur noch selten zu Hause, schnüffelte Klebstoff und mit zehn wurde sie wegen Diebstahls verhaftet. Wieder daheim, fing ihr neuer Stiefvater an sie zu schlagen, wenn er betrunken war. Eines Tages folgte sie ihrer Cousine an den Strand, und fremden Männern in dunkle Schatten.

Kein Platz
Schicksale wie dieses sind in Brasilien kein Einzelfall. In den Großstädten gibt es eine Vielzahl von Kindern, die hauptsächlich auf der Straße aufwachsen. In der Küstenstadt Recife leben 1,5 Millionen Menschen in 94 Stadtvierteln. 73 davon sind sogenannte Favelas, Armen- und Elendsviertel. Zwischen den Hütten häufen sich Müllberge, es gibt keine Kanalisation, kein fließendes Wasser und oft auch keinen Strom. Die meisten hier kommen vom Land, wo sie von ihren Feldern vertrieben wurden oder sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Stadt aufmachten. Was sie erwartet ist Trostlosigkeit. Eine regelmäßige Arbeit zu finden ist schwer und oft wohnen bis zu zehn Personen in einem Haus, das kaum größer als 30 Quadratmeter ist. Wenn Kinder, Mütter, Väter, Großeltern, Tanten und Onkel … in einem Raum wohnen, ist das Alltagsleben alles andere als einfach.

Im Karussell der Straße
Meine Mutter schickt mich auf die Straße, um Geld für die Milch meiner kleinen Schwester zu betteln – mein Onkel, um Geld für Schnaps zu besorgen.
So wie der 10-jährige Dinu werden viele Kinder von ihren Familien auf die Straße geschickt, um zum Einkommen beizutragen und landen früher oder später ganz auf der Straße. Oft fliehen die Kinder aber auch vor der Enge und dem Elend zu Hause und um den Misshandlungen zu entkommen, die bei den älteren Familienmitgliedern durch Drogenmissbrauch, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit hervorgerufen werden. Auf der Straße sind sie jedoch der gegenseitigen Brutalität durch Banden, Polizeigewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt. Sie betteln, waschen Autos oder müssen sich prostituieren, um zu überleben.

Vor der Straße bewahren
In Brasilien ist das soziale Ungleichgewicht so extrem, wie in kaum einem anderen Land. In den letzten zehn Jahren hat sich die Regierung sehr bemüht, die Armut zu bekämpfen und einige Sozialprogramme ins Leben gerufen. Viele der bedürftigen Familien können diese Unterstützungen jedoch nicht beziehen, weil die Haushaltsvorstände, meist allein erziehende Mütter, weder lesen noch schreiben können. Oder sie wissen nicht, an welcher Stelle sie dafür ansuchen müssen. Das führt dazu, dass die unter dem Existenzminimum lebenden Familien ihre Beihilfe nicht bekommen - jene finanzielle Unterstützung, die Kinder wie Dinu und Adelinda vielleicht vor dem harten Schicksal auf der Straße bewahrt hätte.

Nicht der Ort, sondern die Art
Claudio ist Sozialarbeiter bei der Organisation Ruas e Praças und selbst ehemaliges Straßenkind. Heute versucht er den Kindern auf der Straße das zu geben, was er damals selbst so dringend brauchte: eine Lebensperspektive.
„Ruas e Praças hat mir einen Weg gezeigt, eine neue Perspektive zu finden und aus meinem Milieu hinauszukommen - nicht, um von dem Ort wegzukommen an dem ich lebte, sondern vielmehr aus der Art, wie ich lebte. So lernte ich schließlich, über den viel zu engen Horizont meiner Lebensweise hinaus zu sehen.
Ruas e Praças bedeutet „Straßen und Plätze“. Die Organisation wurde 1989 gegründet und seit den Anfängen von unserer Partner-Organisation Misereor unterstützt. Die
14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in Recife um durchschnittlich 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, die von und auf der Straße ihr Leben fristen.

Auf Straßen und Plätzen
Die Familie bleibt für viele Kinder und Jugendliche auf der Straße trotz allem der wichtigste Bezugspunkt und sie verspüren oft den Wunsch wieder mit ihr zu leben. Die Organisation Ruas e Praças hat sich deshalb neben der klassischen Sozialarbeit auf der Straße, vor allem auf die Familienbegleitung spezialisiert, damit die Familie wieder ein Ort der Geborgenheit werden kann. Ziel ist, die Bindung zwischen den Kindern und ihren Familien zu stärken und eine Rückkehr in diese zu ermöglichen, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Zum Wohle des Kindes
– Die SozialarbeiterInnen bauen zuerst mit den Straßenkindern ein Vertrauensverhältnis auf. Wenn das Kind den Wunsch äußert, seine Familie wieder zu kontaktieren, versuchen sie diese ausfindig zu machen und besuchen sie alleine oder gemeinsam mit dem Kind.
– Bei regelmäßigen Hausbesuchen bekommen die SozialarbeiterInnen Einblick in das familäre Leben und analysieren die Gründe, die zum Verlassen der Familie führten. Wenn notwendig werden die Familienmitglieder medizinisch und therapeutisch begleitet und betreut.
– Bei organisierten Aktivitäten und Ausflügen kommen sich die Familienmitglieder und die Kinder wieder näher und bauen neue Beziehungen auf.
– Die Familien und die Kinder werden in das Programm der Organisation eingebunden: Sie nehmen an Kursen über gewaltfreie Erziehung, Drogen, Sexualität, richtige Umgangsformen und Aufklärung teil, sowie an Informationsveranstaltungen zu Themen wie Sozialleistungen und öffentliche Betreuungseinrichtungen.
– Die SozialarbeiterInnen helfen den Familien bei Behördengängen, bei der Beschaff-ung von notwendigen Dokumenten sowie bei der Antragstellung auf Beihilfen.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte Ruas e Praças helfen, das Familienprogramm auszuweiten und bei der Arbeit mit etwa 200 Straßenkindern zu unterstützen.
Mit 153,– Euro kann ein Kind ein Jahr (1 Mikro) lang professionell betreut und begleitet werden. 26,– Euro werden für ein Kind für zwei Monate (1 Anteilstein) benötigt.

Unterstützen wir die Straßenkinder in Recife damit sie Über den Horizont ihres harten Daseins hinaus sehen können und ihre Lebensperspektiven finden.

Partner
Partner-Organisation des Klubs: Misereor
Durchführung im Einsatzgebiet: Ruas e Praças
Projektkoordinierung: Edson Olivieira

Projekt 280 - Beschreibung (pdf)
Projekt 280 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro erhält ein Schulkind in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro erhalten zwei Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro erhalten drei Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet erhalten ... Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch. Betrag frei wählbar.

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