Weg zum Licht

Baumschulen für kleinbäuerliche Gemeinden

WO: Myanmar
WAS: Landwirtschaft 
Projekt: 327

Holzhandel und Bergbau führen im Norden von Myanmar zu massiven Abholzungen der bestehenden Wälder. Auch aufgrund der Brandrodungen durch die kleinbäuerlichen Familien geht Waldfläche verloren. Ohne Bäume ist der Boden jedoch schutzlos jedem Wetter ausgesetzt. Erdrutsche, Überschwemmungen und Erosion zerstören die fruchtbaren Felder und damit die Lebensgrundlage der Menschen.
Mit dem Aufbau von Baumschulen und der Aufforstung in ihren Dörfern können die kleinbäuerlichen Familien selbst aktiv zur Erhaltung ihrer Lebensgrundlage beitragen. Mit jedem Bäumchen, das sich seinen WEG ZUM LICHT bahnt, wachsen auch die Zuversicht und das Wissen der Menschen, dass sie ihre fruchtbaren Felder schützen können.

Wo
Myanmar | 40 Dörfer in der Provinz Kachin-Staat
Wann
Projektstart: Mai 2018
Wieviel
Mikro:  280 Euro

Materialien zur Errichtung der Baumschule und Aufzucht der Setzlinge, Utensilien für Schulungen sowie Baumsamen für 20 Familien

 

Anteilstein: 28 Euro

anteilsmäßige Kosten für 2 Familien

Ohne Boden keine Lebensgrundlage
„Die Lebensversicherung für die Menschen in der Stadt sind eine gute Arbeit und ein sicheres Einkommen. Für die Menschen auf dem Land sind es der Grund und Boden, auf dem sie stehen. Ohne die Erhaltung des Waldes wird ihnen im wahrsten Sinn des Wortes der Boden unter den Füßen weggezogen und sie verlieren jegliche Lebensgrundlage“, bringt der Projektleiter Sai Sam Kham das Hauptproblem der kleinbäuerlichen Gemeinden in der Provinz Kachin-Staat im Norden Myanmars auf den Punkt. Für ihn muss der Schutz der natürlichen Ressourcen an erster Stelle stehen, um das Überleben der Familien zu sichern.

Nur Ödland blieb zurück
Myanmar ist zwar eines der waldreichsten Länder Südostasiens, aber der Waldbestand ist in den letzten zwanzig Jahren um über die Hälfte zurückgegangen. Vorangetrieben durch die Regierung, nationale und internationale Wirtschaftsakteure und nicht zuletzt durch die kleinbäuerliche Landbevölkerung selbst, boomt der Handel mit Edelhölzern wie Rosenholz und Teak, vor allem in der Grenzregion zu China. Dazu kommt, dass die Provinz Kachin-Staat reich an Bodenschätzen ist: Hier lagern die größten Jadevorkommen der Welt, für deren Ausbeutung ganze Berge abgetragen, Wälder vernichtet und Flüsse vergiftet werden. Die BewohnerInnen ansässiger Gemeinden, die keine Landnutzungsrechte haben, werden vertrieben. Nur Schutt und Ödland bleiben zurück.

Verlorene Ernten
Dort, wo kein Baum mehr steht, der den Boden schützen könnte, sind die Folgen für die kleinbäuerlichen Gemeinden verheerend: Erosion, Erdrutsche und Überschwemmungen zerstören ihre Felder. Ernten fallen aus oder verzögern sich. Zwar betreiben die Familien neben der Landwirtschaft auch Tierhaltung und sammeln Waldprodukte, aber die massiven maschinellen Rodungen führen dazu, dass immer weniger zum Sammeln bleibt. Die Familien können sich nicht mehr ernähren und hungern – wie eine Kleinbäuerin aus dem Distrikt Hpakant schildert:
„Letztes Jahr fiel fast unsere ganze Ernte aus, weil unsere Felder nach einer Überschwemmung im Schlamm versunken sind. Uns blieb kaum etwas zu essen. Jetzt haben wir woanders eine Fläche abgebrannt und ein neues Feld angelegt.“
Mit dem Brandrodungsfeldbau tragen auch die kleinbäuerlichen Familien aufgrund ihrer Armut zur Abholzung bei. Sie fällen Bäume, um ihre Felder anzulegen und den fruchtbaren Boden zu nutzen. Aber ohne Bäume sind der Boden und die Ernte jeder Witterung ungeschützt ausgesetzt.

Lebensgrundlage sichern
Die sich verschlimmernde Situation hat die Menschen zum Umdenken gebracht. Sie haben erkannt, dass ihre Lebensgrundlage bedroht ist. Anstatt Bäume zu fällen, forsten sie jetzt in ihren Gemeinden auf.
„Wir sind nicht machtlos! Wir können auf unseren Feldern anfangen, etwas zu tun. In der Baumschule packen wir die aufbereitete Erde in kleine Säckchen und drücken den Samen fest hinein. Dann stellen wir die Säckchen dicht beieinander in langen Reihen auf. Wir gießen sie und pflegen sie. Langsam bahnen sich die zarten Pflänzchen ihren Weg zum Licht.“

Umfassende Zusammenarbeit
Unsere Partner-Organisation Misereor setzt sich seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem lokalen Projektpartner Metta Development Foundation für den Wald- und Bodenschutz in der Provinz Kachin-Staat ein. Nun sollen in 40 Gemeinden Arbeitsgruppen gegründet werden, die in der Sicherung der Landnutzungsrechte unterstützt sowie in der Aufforstung von Gemeindewald und nachhaltiger Agroforstwirtschaft geschult werden.

Im Schutz der Bäume
Konkret sollen mit diesem Projekt die jeweiligen Arbeitsgruppen beim Aufbau von 40 Baumschulen in der Provinz Kachin-Staat unterstützt werden. Ziel der Zusammenarbeit, Beratung und Begleitung ist es, durch das Setzen von Nutzholz- und Obstbäumen auf gemeinschaftlich genutzten Flächen und individuellen Feldern das Risiko von Bodenerosion, Erdrutschen und Überschwemmungen zu reduzieren und die Ernährungssicherheit der Familien zu verbessern.

Zukunft wachsen lassen
Um das zu erreichen, werden mit den Arbeitsgruppen folgende Maßnahmen umgesetzt: Auswahl eines geschützten Platzes zur Errichtung der Baumschule, gemeinschaftlicher Aufbau, Auswahl von geeigneten Nutz- und Edelhölzern für die Aufforstung auf Gemeindeland sowie von Obstsorten für die Anpflanzung auf den Feldern, Anschaffung, Sammlung und Konservierung von Baumsamen, Vorbereitung von Pflanzenmaterial zur Aufzucht und zum Ziehen der Setzlinge.
Dafür erhalten die Arbeitsgruppen:
– Baumaterialien wie Pfähle, Draht, Netze, Sand und Plastikplanen für die Errichtung der Baumschule,
– Samen von Nutzholz- und Obstbäumen wie Teak, Pyinkado, Mango, Litschi, Zitrone, Drachenfrucht zum Anlegen der Saatgutbank,
– Anzuchttöpfe, Pflanzenbeutel, Gießkannen, Bewässerungsrohre … für das Ziehen der Setzlinge,
– Utensilien wie Tafel, Papier, Stifte, Hefte und Bücher für die Schulungen.
Die jeweilige Arbeitsgruppe hält die Baumschule instand und zieht pro Jahr etwa 8.000 Setzlinge. In jedem Dorf sind zwischen 25 und 30 Familien an der Baumschule beteiligt. Sie pflanzen die Setzlinge zum Schutz vor Erosion und zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit auf ihren Feldern und auf abgeholzten Gemeindeflächen aus.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte zur Errichtung je einer Baumschule in 40 Gemeinden beitragen. Mit der Auspflanzung der Setzlinge können die beteiligten Familien selbst dafür sorgen, dass ihre Böden verbessert werden sowie die Ernten und ihre Ernährung langfristig gesichert sind. Die anteiligen Kosten für die Ausstattung der Arbeitsgruppen zur Errichtung, Nutzung und Instandhaltung einer Baumschule für 20 Familien betragen 280,– Euro (1 Mikro). Um zwei Familien zu unterstützen, werden 28,– Euro (1 Anteilstein) benötigt.

So, wie sich jedes Bäumchen seinen Weg zum Licht bahnt,
wachsen auch die Zuversicht und das Wissen der Menschen,
sodass sie ihre fruchtbaren Felder schützen können.

Partner:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Metta Development Foundation (Durchführung im Einsatzgebiet)
Sai Sam Kham (Projektkoordinierung)

Projekt 327 - Beschreibung (pdf)
Projekt 327- Fotoserie (pdf)

Projektspende
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