Wie der Wind

Schulbesuch und Bildungsabschluss für Mädchen

WO: Malawi
WAS: Bildung 
Projekt: 328

Im Süden Malawis werden Mädchen jung verheiratet und bekommen daher sehr früh Kinder. Ob sie das selbst auch wollen, werden sie selten gefragt. Die Hochzeit bedeutet meist das Ende des Schulbesuchs. Als Hausfrau und Mutter sei Bildung nicht notwendig. Ohne Schulabschluss bleiben aber ein Beruf und ein Einkommen in weiter Ferne. Ihre Träume platzen und die Mädchen haben das Gefühl, dass ihr Leben vorbei sei.
Ein Stipendium und ein Fahrrad ermöglichen es den Mädchen die kostenpflichtige Oberstufe zu besuchen und diese auch abzuschließen. So verfügen sie über die Basis, um ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und eigenständige Entscheidungen zu treffen. WIE DER WIND nehmen sie Fahrt auf und können erreichen, was sie sich vorgenommen haben.

Wo
Malawi | Bezirke Phalome und Balaka
Wann
Projektstart: August 2018
Wieviel
Mikro:  180 Euro

Schuluniform, Fahrrad sowie Stipendium für 1 Mädchen für 2 Jahre

 

Anteilstein: 45 Euro

für 1 Mädchen für 6 Monate 

Das war mein Leben

„Ich war 14 Jahre alt, als ich verheiratet wurde und 15 Jahre, als ich ein Baby bekam. Mein Mann, einiges älter als ich, war recht nett, aber es stellte sich heraus, dass er nicht in der Lage ist, eine Familie zu ernähren. Wir leben bei seinen Eltern und werden von diesen ernährt. Das ist traurig und demütigend. Das Schlimmste aber ist, dass mit meiner Verheiratung alle meine Träume zerplatzten. Träume von einer guten Schulbildung, von einem Beruf als Lehrerin oder Krankenschwester. Doch jetzt? Mein Leben ist vorbei.
Die junge Frau, die das erzählt, heißt Pemphere, lebt im Dorf Chembera im Süden von Malawi und teilt ihr Schicksal mit vielen Mädchen dieses Landes.

Armut, Kinderehen, Brautgeld

Der Staat Malawi im Südosten Afrikas hat weltweit die höchste Rate an Kinderehen. In ländlichen Gebieten gibt es Mädchen, die bereits mit neun oder zehn Jahren verheiratet werden. Wenig überraschend zählt das Land damit zu jenen Ländern mit den meisten Schwangerschaften von Mädchen unter 15 Jahren. Einer der Gründe für Frühehen ist die Brautgabe, die für das Mädchen zu zahlen ist: Geld, Tiere oder technische Geräte. Die Familie des Mädchens kann damit zumindest kurzfristig ihre wirtschaftliche Not überbrücken, während sich die Familie des Bräutigams in den meisten Fällen längerfristig verschuldet. Ein weiterer Grund ist die gesellschaftliche Geringschätzung von Mädchen und Frauen. Traditionell werden diese nur in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter gesehen, die keine Ausbildung benötigen.

Aber es tut sich etwas im Lande …

… wie das Beispiel der Bezirksvorsteherin Theresa Kachindamoto zeigt: Theresa Kachindamoto wurde im Bezirk Dezda geboren und arbeitete 27 Jahre lang bei verschiedenen Behörden in anderen Regionen, bis ihr die Verwaltung ihres Heimatbezirks, in dem 900.000 Menschen leben, anvertraut wurde. Bei ihrer Rückkehr war sie entsetzt vom Anblick 12-jähriger Mädchen mit Kleinkindern und begann umgehend, etwas dagegen zu unternehmen. Sie untersagte Kinderehen und suspendierte Beamte und Beamtinnen, die solche Eheschließungen trotzdem genehmigten oder vornahmen. Außerdem annullierte die resolute Frau hunderte Ehen und schickte die Mädchen zurück in die Schule. Darüber hinaus hat sich im Februar 2017 auch auf nationaler Ebene etwas Entscheidendes getan: Die Regierung von Malawi beschloss, das Mindestalter für Eheschließungen auf 18 Jahre anzuheben.

Nicht vorbei

Die achtjährige Grundschule ist in Malawi kostenlos. Mit diesem Projekt möchten wir dazu beitragen, dass Mädchen ihren Bildungsweg fortsetzen und auch die kostenpflichtige vierjährige Oberstufe besuchen können. Damit öffnen sich für sie alle Möglichkeiten einer weiteren Ausbildung, eines Berufs und eines erfüllten Lebens als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft:
Das Leben von Pemphere, inzwischen 18 Jahre alt, ist also doch noch nicht vorbei.

Aufbruchstimmung in Schulen und Dörfern

Unser Projekt ist Teil eines umfassenden Programms, das von unserer Partner-Organisation Oxfam in Zusammenarbeit mit Schulkomitees und Elternvereinen in den südlichen Bezirken Phalome und Balaka durchgeführt wird. In 40 Grund- und Sekundarschulen soll den Mädchen aus den umliegenden Dörfern geholfen werden, die Schule weiter zu besuchen und nicht frühzeitig abbrechen zu müssen. Genauso wie die Buben sollen sie Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen entwickeln und ihre Talente entdecken und entfalten. Die Maßnahmen im Rahmen des Programms sind folgende:
– Kurse, Schulungen und Seminare mit Themen wie Selbstvertrauen, Aids, Hygiene und Gleichberechtigung für 1.500 Mädchen und 800 Buben,
– Sportveranstaltungen und Turniere (Fußball und Volleyball) in 15 Schulen mit besonderer Einbeziehung der Mädchen,
– finanzielle Zuschüsse für 1.000 Mädchen, deren Eltern sich die Schulkosten nicht leisten können,
– Seminare für 150 Lehrkräfte und 50 GesundheitsarbeiterInnen, um die Problematik von Gewalt und sexuellen Übergriffen in Schule und Familie aufzuzeigen und bewusst zu machen und so die Mädchen besser zu schützen,
– Öffentlichkeitsarbeit in den Dörfern, um Kinder- und Frühehen vorzubeugen.

Auf zwei Rädern ins Leben

Mit diesem Projekt sollen 14 bis 18-jährige Mädchen unterstützt werden, welche die Oberstufe nicht besuchen können, weil die Eltern zu arm sind und die Schule zu weit von ihrem Wohnort entfernt liegt:
– Stipendium zur Abdeckung des Schulgelds und von Lernmaterial,
– Schuluniform bestehend aus Bluse, Rock und Schuhen,
– Fahrrad zur Bewältigung des über 10 Kilometer langen Schulwegs.

Die SchulleiterInnen und LehrerInnen, die Elternvereine und Dorfvorstände entscheiden gemeinsam im jeweiligen Schulkomitee, welche Mädchen die Unterstützung am dringendsten brauchen. Grace ist eine von denen, die bereits auf zwei Rädern unterwegs sind:
„Ich bin sehr aufgeregt und glücklich darüber, ein Fahrrad zu besitzen. Wenn ich damit unterwegs bin, fühle ich mich unabhängig und frei wie der Wind – so als wäre alles möglich und alles zu erreichen. Meine Familie ist sehr arm, mit dem Stipendium kann ich weiterhin zur Schule gehen. Ich möchte Krankenschwester werden und den Menschen in meiner Gemeinde helfen.“

Welche Freude Grace mit ihrem neuen Fahrrad hat, können Sie in einem kurzen Video sehen:

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass Mädchen ihre Schulbildung abschließen und in der Folge ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. In einer ersten Phase ist die Unterstützung von 200 Mädchen geplant: Für ein Mädchen werden die Kosten für Stipendium und Schuluniform für vorerst zwei Jahre (zweimal 60,– Euro) sowie für ein Fahrrad (60,– Euro) übernommen, insgesamt 180,– Euro (1 Mikro). Mit 45,– Euro (1 Anteilstein) kann der Aufwand für ein Mädchen für sechs Monate abgedeckt werden.

Unterstützen wir Mädchen dabei,
Wie der Wind Fahrt aufzunehmen
in ein selbstbestimmtes Leben.

Partner

Oxfam (Partner-Organisation des Klubs)
Zwei lokale Hilfswerke Genet und Cavwoc (Durchführung im Einsatzgebiet)
Wilford Njala (Projektkoordinierung)

Projekt 328 - Beschreibung (pdf)
Projekt 328 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
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Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einem Schulkind in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

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