Wort für Wort

Alphabetisierung für Müllsammler-Familien

WO: Ägypten
WAS: Bildung 
Projekt: 3189

Im Morgengrauen holen sie mit ihrem Eselskarren den Müll aus dem Stadtzentrum, sortieren ihn untertags, führen noch Brauchbares Recycling-Betrieben zu und verbrennen den Rest. Nur 15 Prozent der Erwachsenen in der Siedlung Moqattam können daher lesen und schreiben. Da sie den ganzen Tag arbeiten, ist es den Männern und Frauen nicht möglich, staatliche Kurse mit fixen Zeiten zu besuchen.
Durch das Alphabetisierungsprogramm soll sich dies nun ändern. In Kursen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft lernen Kinder und Erwachsene in Moqattam Lesen und Schreiben und erhalten so endlich jene dringend benötigte Bildungsgrundlage, die sie brauchen, um ihre Rechte zu vertreten und ihre Lebens- und Arbeitsumstände aus eigener Kraft zu verbessern.
 

Wo
Ägypten | Kairo, Randsiedlung Moqattam
Wann
Projektstart: Juni 2019
Wieviel
Super-Mikro:  2400 Euro

für 1 Jahr für die Gehälter der Lehrkräfte für zweimal pro Woche stattfindende zweistündige Kurse
 

Keine Anerkennung für fleißige Hände
„Die Müllsammler sind fleißige Menschen. Sie sammeln den Müll, trennen ihn und verkaufen den wiederverwertbaren Rest. Sie arbeiten unter schwierigen Bedingungen, vom Morgen bis in die Abendstunden hinein und verdienen dennoch nur wenig. Ihre Arbeitsbedingungen bringen es mit sich, dass die meisten von ihnen nie die Möglichkeit hatten zur Schule zu gehen, die Kinder weil sie ihren Eltern bei der Arbeit helfen müssen, die Frauen und Männer weil sie von früh bis spät arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Nur wenige von ihnen können daher lesen und schreiben.”
So beschreibt Projektleiter Romani Badir die schwierigen Lebensumstände der Familien in der Siedlung Moqattam am Stadtrand von Kairo. Etwa 60.000 Menschen leben hier, rund 15.000 von ihnen sind Müllsammler. Sie leben in gemauerten Häusern und sind als Kleinunternehmer tätig. Die meisten sind Kopten, es gibt aber auch einige Muslime in der Siedlung. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen bedeutenden Beitrag zum Gemeinwohl: Dort, wo sie dürfen, entsorgen sie einen Großteil des täglichen Mülls ohne Entgelt, trennen ihn und liefern damit der Kleinindustrie wertvolle Rohstoffe.

Müllabgabe wird zugleich mit der Stromrechnung verrechnet
Als Müllsammler eine Müllabgabe zahlen zu müssen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Zuerst wurde den Müllsammlern der Auftrag, Müll in bestimmten Vierteln der Stadt zu sammeln, entzogen, und Firmen wurden mit der Müllbeseitigung beauftragt. Diese arbeiten zum Teil schlecht und können außerdem mit ihren großen Müllautos engere Gassen auch gar nicht befahren. Und nun müssen die Müllsammler, wie die anderen Einwohner der Stadt auch, eine Müllabgabe entrichten, denn diese wird zugleich mit der Stromrechnung eingehoben.

Verfolgt und ausgegrenzt
Müllsammler genießen in der ägyptischen Gesellschaft wenig Ansehen und werden auch von staatlicher Seite immer wieder diskriminiert. Als Kopten sind sie außerdem eine religiöse Minderheit in Ägypten, die mehr denn je Anfeindungen, Aggressionen und sogar Verfolgungen ausgesetzt ist. Der Entwicklungshilfeklub unterstützt seit 2011 die Müllsammlervereinigung Zabbalin, die sich für Bildung und bessere Lebensbedingungen in Müllsammlersiedlungen einsetzt. So konnten wir, nicht zuletzt dank Ihrer finanziellen Unterstützung und der engagierten Arbeit von Romani Badir, selbst Müllsammler und Projektverantwortlicher vor Ort, in Moqattam bereits einen Kindergarten einrichten helfen, den wir weiter unterstüzen.

Alphabetisierung für Erwachsene und Jugendliche
Ziel dieses Projekts sind Alphabetisierungskurse in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes der Müllsammler. Da es nicht möglich war, einen solchen Raum zu mieten, finden die Kurse nun im Saal einer Pfarre statt. Dort wird zweimal in der Woche von 18 bis 20 Uhr ein Kurs angeboten. Geplant waren etwa 10 Personen pro Kurs, hauptsächlich Erwachsene. Gekommen sind überwiegend Jugendliche zwischen sieben und acht Jahren mit Schulproblemen. Doch auch junge Mütter mit ihren Kindern fanden sich ein. 30 bis 40 regelmäßige Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Kurs zählten die Kursverantwortlichen im Vorjahr.

Unser Beitrag
Die Kosten für einen Kurs für 35 Personen betragen 600,- Euro pro Trimester. Für vier Trimester sind das somit 2.400,- Euro im Jahr 2019.

Partner:
Zabbalin (Projektträger) Romani Badir (Projektleiter)
Shehata Ghabriel (Kursleiter)

Projekt 3189 - Beschreibung (pdf)

Projektspende
Wo: - Was: - Projekt:

Förderbeitrag zur Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs

Alle Projektspenden fließen zu 100% in die Projekte. Um dies tun zu können, bitten wir um Ihren Förderbeitrag, der die Existenz und Arbeit des Entwicklungshilfeklubs sichert. Die Höhe dieses Beitrags können Sie selbst bestimmen. Er ist steuerlich absetzbar.

Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro wird einem Flüchtling die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro wird zwei Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro wird drei Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 50,- Euro wird einer Familie die Möglichkeit gegeben, ihre Ernährung selbst zu sichern.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 100,- Euro wird zwei Familien die Möglichkeit gegeben, ihre Ernährung selbst zu sichern.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet wird ... Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

Wir möchten darauf hinweisen, dass bei allen Zahlungssystemen außer EPS bei uns Spesen anfallen. Wenn Sie uns helfen wollen Kosten zu sparen und es für Sie möglich ist, bitten wir um Ihre online-Spendenzahlung per EPS

Geschenkinfo

Sie erhalten in den nächsten Tagen eine E-Mail mit einer Geschenks-Urkunde als PDF-Datei.

Spendenabsetzbarkeit

Wenn Sie Ihre Spende von der Steuer absetzen möchten, geben Sie bitte Ihre Adresse an, damit wir Ihre Spende eindeutig zuordnen können.

Ab 2017 sind wir vom Gesetzgeber her verpflichtet, den Gesamtbetrag Ihrer Spenden, Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihr Geburtsdatum dem Finanzamt zu übermitteln. Bitte tragen Sie Ihre Daten in die entsprechenden Felder ein:

Top
Mein Spendenkorb

Wenn Sie mehrere Projekte unterstützen möchten, können Sie diese hier sammeln.
Zur Projektsuche.