Zeichen des Lebens

Aufforstung zum Überleben indigener Familien

WO: Paraguay
WAS: Aufforstung 
Projekt: 321

Monokulturen für Soja, Weizen und Mais zerstören zusehends die ursprüngliche Waldlandschaft Ostparaguays. Dafür werden weite Gebiete von Konzernen besetzt, Menschen vertrieben und Wälder gerodet. Mit jedem gefällten Baum schrumpft der Lebensraum der indigenen Familien der Guaraní. Mit jedem gefällten Baum geht ein Stück ihrer traditionellen Lebensweise verloren. Bis ihnen nichts mehr von ihrem Land bleibt.
Gezielte Aufforstung ist eine wesentliche Maßnahme, um die Existenz und das Überleben der Guaraní auf ihrem angestammten Land zu sichern. Mit der Errichtung von Baumschulen können die Familien mit jedem Setzling ein sichtbares Zeichen gegen Vertreibung und Zerstörung setzen. Denn jeder gepflanzte Baum ist ein ZEICHEN DES LEBENS.
 

Wo
Paraguay | Regionen Caaguazú, Caazapá, Canindenyú, Amambay, San Pedro, Alto Paraná
Wann
Projektstart: November 2017
Wieviel
Mikro:  168 Euro

Baumschule, Bewässerungssystem und Setzlinge für 24 Familien

 

Anteilstein: 42 Euro

Anteilige Kosten für 6 Familien

Geraubtes Land
Früher besaß unsere Gemeinde noch Tausende Hektar Land mit dichtem Waldbestand. Wir hatten keine Besitzurkunden, denn außer uns indigenen Familien hat ja niemand das Land beansprucht und bearbeitet. Die Wälder gaben uns alles, was wir brauchten. Dann verkaufte die Regierung das Land – ohne Rücksicht auf unsere angestammten Rechte. Die Großgrundbesitzer begannen die Bäume für ihre Sojafelder abzuholzen. Sie schickten die Polizei, um uns zu vertreiben. Heute ist uns nur noch ein winziges Stück Land geblieben, um das wir mehr denn je kämpfen müssen.“ Wehmütig blickt die Kleinbäuerin Alice Miranda über ihr Feld. Sie lebt mit ihrem Mann David und ihren drei Kindern in einem kleinen Dorf in der Region Caaguazú im Osten Paraguays. Sie sind vom Volk der Mbyá, eine der vier großen Gruppen der Guaraní-Indigenen.

Geraubte Identität
Das Wort Guaraní ist in Paraguay allgegenwärtig. Es ist nicht nur die Bezeichnung für die indigene Bevölkerung, sondern auch für die nationale Währung und die Sprache, die im Jahr 1992 zur ersten indigenen Amtssprache im lateinamerikanischen Raum ernannt wurde. Aus dieser kommen viele Wörter der Tier- und Pflanzenwelt, die auch im Deutschen verwendet werden: Jaguar, Ananas und Maracuja. Obwohl fast 90 Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger zweisprachig sind, genießt die indigene Sprache neben Spanisch kein Prestige in der Öffentlichkeit und wird gering geschätzt. Genauso wie die indigenen Familien, die ihr Leben in Armut ohne ausreichenden Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit fristen.

Geraubte Existenz
Früher betrieben die Familien der Guaraní in der Waldlandschaft von Ostparaguay Wanderfeldbau und kleinflächige Brandrodung. Das ist jedoch heute in der traditionellen Form aus Platzgründen nicht mehr möglich. Die Wälder wurden durch die Ausweitung der Monokulturen von Soja, Weizen und Mais in den vergangenen Jahrzehnten massiv abgeholzt. Das kleine Land im Herzen Südamerikas ist zum viertgrößten Sojaexporteur der Welt aufgestiegen. Dreiviertel der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen dienen bereits zum Anbau für den Weltmarkt. Der Export ist für die Produktion von Agrotreibstoff und Tierfutter in Europa und den USA bestimmt.

Land ist Leben
Der Lebensraum der indigenen, kleinbäuerlichen Bevölkerung wird dadurch immer weiter eingeschränkt. Ihnen steht immer weniger Land zur Verfügung. Paraguay kann sich nicht mehr selbst ernähren, sondern importiert bereits Grundnahrungsmittel. Illegale und legale Landaneignungen durch Großgrundbesitzer und internationale Konzerne sowie gewaltsame Landvertreibungen verschärfen die Situation. Das den Guaraní-Gemeinden zugesicherte Land reicht nicht aus, um die Familien mit dem traditionellen Wanderfeldbau zu ernähren. Aber mit Wiederaufforstung, ökologischen Anbautechniken und der legalen Sicherung von indigenem Gemeinschaftsland kann die Existenz der Guaraní-Familien gesichert werden.

Überleben sichern
Unsere Partner-Organisation Misereor setzt sich gemeinsam mit den MitarbeiterInnen der Diözese Coronel Oviedo dafür ein, dass indigene Familien im Osten Paraguays auf ihrem angestammten Land bleiben und sich davon ausreichend ernähren können. In sechs Regionen sollen insgesamt 159 indigene Gemeinden erreicht werden.

Eine Zukunft sehen
Pai Francisco Villalba, Vorsteher der indigenen Gemeinde Tekoha Porae hat bereits Erfahrungen bei vorangegangenen Projekten sammeln können. Er ist vom Erfolg der neuen ökologisch angepassten Formen der Landnutzung überzeugt und sieht wieder eine Zukunft für seine Gemeinschaft und die indigenen Familien.
„Wir Guaraní haben früher ausschließlich vom Wald gelebt. Das geht heute nicht mehr. Um unsere Familien zu ernähren, müssen wir umdenken. Gemeinsam wollen wir es schaffen, unsere Wälder zu erhalten und den Rodungen etwas entgegen zu setzen. Mit jedem Baum, den wir pflanzen, leisten wir Widerstand. Wir haben gelernt, wie wir auf dem wenigen uns verbliebenen Land mit ökologischen Anbaumethoden überleben können. Wir brennen jetzt unsere Felder nicht mehr ab, sondern verbessern unsere Böden mit natürlichem Kompost und gepflanzten Sträuchern und Bäumen.“

Bäume pflanzen
Die Aufforstung mit einheimischen Baum- und Straucharten ist eine wesentliche Verbesserung, um das Land ihrer Vorfahren bewaldet und die Böden fruchtbar zu halten. Darum sollen in ausgewählten Dorfgemeinden Baumschulen errichtet werden, welche 1.860 indigene Familien mit Setzlingen versorgen.

Errichtung einer Baumschule mit einfachem Bewässerungssystem auf dem gemeinschaftlich verwalteten Land ausgewählter Gemeinden.

– Die Familien der jeweiligen Gemeinden werden geschult, die Baumschule bestmöglich zu betreuen. Sie kümmern sich im Rotationsprinzip um die Erhaltung und den Betrieb der Baumschule.

– In den Baumschulen ziehen sie Setzlinge von traditionellen Baum- und Straucharten, Heilpflanzen sowie von Obstbäumen wie Papaya, Orangen und Bananenstauden.

– Sobald die Setzlinge groß genug sind, werden sie von den Familien an verschiedenen Stellen gepflanzt: auf den entwaldeten Gebieten des Gemeinschaftslands, um der Bodenerosion vorzubeugen, auf ihren Feldern, um durch das Agroforstsystem die Bodenqualität zu verbessern sowie rund um ihre Häuser und auf Versammlungsplätzen.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte dazu beitragen, dass die Guaraní-Familien auf ihrem angestammten Land bleiben und leben können. Durch gemeinschaftliche Aufforstungsmaßnahmen sollen erodierte Böden wieder fruchtbar gemacht und ökologisch bewirtschaftet werden. Für die Errichtung und Nutzung einer Baumschule für 24 Familien werden 168,– Euro (1 Mikro) benötigt. Für sechs Familien 42,– Euro (1 Anteilstein).

Jeder gepflanzte Baum ist ein Zeichen des Lebens und des Bewahrens.
Helfen wir mit, sichtbare Zeichen zu setzen,
um den Lebensraum der indigenen Familien zu erhalten.

Partner:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Diözese Coronel Oviedo (Durchführung im Einsatzgebiet)
Juan Báez Garcia (Projektkoordinierung)

Projekt 321 - Beschreibung (PDF)

Projektspende
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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einer Familie in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Familien in Äthiopien "Ein Päckchen Überleben" zur Verfügung gestellt werden.

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