Auf der Suche nach einem Platz im Leben

In unserer Klubzeitung finden Sie Informationen und Berichte über unsere Projekte sowie Wissenswertes über Asien, Afrika und Lateinamerika.

Der folgende Beitrag „Auf der Suche nach einem Platz im Leben“ aus unserer aktuellen März-Klubzeitung gibt einen Einblick über unser Projekt 329 „Handwerk mit Zukunft“ in Brasilien und über das Leben der jungen Frauen die zu Bäckerinnen und Konditorinnen ausgebildet werden. Durch diese Ausbildung erhalten sie eine Chance , ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Wenn Sie mehr über unsere Projekte wissen wollen, können Sie gerne unsere Klubzeitung kostenlos bestellen und wir schicken Ihnen die Zeitung postalisch zu. Hier finden Sie eine kleine Leseprobe unserer März-Zeitung (.pdf).

 

Auf der Suche nach einem Platz im Leben

Bildung ist keine Vorbereitung auf das Leben. Sie ist das Leben“, ist auf einer Tafel im Frauenhaus
der Stadt Vitòria de Santo Antão im Nordosten Brasiliens zu lesen. 150 Mädchen und junge Frauen gehen hier ein und aus, lesen den Spruch, denken sich vorerst nichts, beginnen aber dann zu begreifen, dass sie damit angesprochen sind. Und wenn sie sich dann, nach einigen Kursen, dem Abschluss versäumter Schulbildung oder dem Erlernen eines Berufs, erneut mit der harten Realität ihres Daseins auseinandersetzen, dann nehmen sie etwas mit, das ihnen niemand mehr nehmen kann: Selbstwertgefühl, Mut und neu erworbenen Fähigkeiten, ihr Schicksal zu meistern.

Drei Frauen stehen um einen Küchentisch und Backen

Kein Platz im Leben

Mein Vater ist verschwunden, er hat sich geschämt, weil er uns nicht mehr ernähren konnte. Mein Bruder ist im Gefängnis. Wegen Drogen. Meine kleinen Geschwister gehen nicht in die Schule. Bücher und Hefte sind zu teuer. Meine Mutter arbeitet am anderen Ende der Stadt als Wäscherin. Was sie verdient, reicht nicht aus. Ich selbst habe es aufgegeben, Arbeit zu suchen. Für mich gibt es
keinen Platz in dieser Stadt und in diesem Leben.“
Sie ist 17 Jahre alt. In einer Stadt, in der sich die Mehrheit der Bewohner mit schlecht bezahlten
Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält, gibt es für dunkelhäutige Mädchen aus der diskriminierten afrobrasilianischen Gemeinschaft keine entsprechenden Jobs.

Neue Hoffnung

Über eine Freundin fand sie schließlich den Weg ins Frauenhaus, fand dort Mädchen in ähnlicher Situation wie sie, und begegnete Marta Maria, der Leiterin.
Wir haben sie in unsere Backstube aufgenommen. Mit dem, was sie hier lernt, kann sie eine
Anstellung in einer Bäckerei oder Konditorei finden. Einigen Mädchen, die wir ausbildeten, ist dies
auch gelungen. Vor allem aber kann sie damit selbständig ihren Lebensunterhalt verdienen,
etwa mit einem Stand auf der Straße oder am Markt, vielleicht sogar mit einem eigenen
Geschäft.“

Die Ausbildung

„Süßes und Salziges“ nennt sich der Kurs, der vom Entwicklungshilfeklub mit diesem Projekt unterstützt wird. Während der Ausbildung erlernen die Teilnehmerinnen die Herstellung verschiedener Süßwaren, wie zum Beispiel: Zitronen- und Bananenkuchen, Torten, Muffins oder Pudding aus Maniok. Außerdem erzeugen sie pikante, mit Fleisch, Käse oder Fisch gefüllte Backwaren und Teigtaschen. Alle notwendigen Zutaten werden zur Verfügung gestellt, ebenso wie Backrohr, Herd, Backformen, Schüsseln und Geschirr. Im theoretischen Teil werden Themen wie Lebensmittelhygiene oder Haltbarmachung behandelt sowie praktische Kenntnisse in Betriebsführung und Kostenrechnung vermittelt. Mit der Ausbildung erhalten die Mädchen die Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Ihr Unterstützung hilft

Mit 222,– Euro (Mikro) erhält eine junge Frau aus einem Armenviertel eine Bäckereiausbildung für einen von zwei sechsmonatigen Kursen. Mit einem Anteilstein von 37,- Euro untersützen Sie ein Mädchen für ein Monat Ausbildung. Jetzt spenden.

Weitere Informationen zu unserem Projekt 329 „Handwerk mit Zukunft“ finden Sie in der Projektbeschreibung.

Die gedruckte Version unserer Klubzeitung senden wir Ihnen auf Bestellung gerne kostenlos zu.

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