Stein auf Stein

Bau des neuen Dorfs Vellaturu

WO: Indien
WAS: Wohnen 
Projekt: 345

Ihre notdürftigen Hütten halten den Wetterextremen in der Region nicht Stand. Heftige Stürme, die große Schäden verursachen, oder starker Regen, der zu Überschwemmungen führt, vernichten ihre wenigen Habseligkeiten immer wieder aufs Neue. Als Angehörige einer ethnischen Minderheit fristen die Familien der Yanadis ein Leben am Rande der Gesellschaft, in extremer Armut und Perspektivenlosigkeit.

Eigener Grund und Boden und der Schutz durch die vier Wände eines gemauerten, sicheren Hauses geben den BewohnerInnen neue Hoffnung und Zuversicht auf einen Neubeginn. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Familien STEIN AUF STEIN ihr neues Dorf und mit ihm eine tragfähige Gemeinschaft aufbauen.

Wo
Indien | Bundesstaat Andhra Pradesh, Distrikt Guntur, Dorf Vellaturu
Wann
Projektstart: Februar 2020
Wieviel
Mikro:  1400 Euro

Baumaterial für 1 Haus für 1 Familie

Anteilstein: 280 Euro

Anteilige Kosten des Baumaterials für 1 Familienmitglied

Ein gefährlicher Platz

„Auf der einen Seite fließt ein Kanal vorbei, auf der anderen Seite rasen Autos und Lastkraftwagen über die Schnellstraße. Dazwischen leben die Yanadis. Isoliert und vom eigentlichen Dorf ausgegrenzt, haben sie nur diesen gefährlichen Platz, wo sie ihre Hütten aus Lehm, Palmblättern und Planen errichten können und von dem sie jederzeit vertrieben werden können. Ihre Kinder sind ständig der Gefahr des Ertrinkens und des Straßenverkehrs ausgesetzt“,

beschreibt Peter Daniel SJ, von unserer langjährigen Partner-Organisation Village Reconstruction Organisation (VRO) die schwierigen Lebensumstände der Familien aus dem Mündungsgebiet des Flusses Krishna im ostindischen Andhra Pradesh.

Ausgegrenzt und diskriminiert

Die ethnische Minderheit der Yanadis wird von der übrigen indischen Gesellschaft ausgegrenzt und diskriminiert. Abfällig werden sie auch als „Rattenfänger“ bezeichnet, da sie ihren kargen Lebensunterhalt hauptsächlich mit dieser Tätigkeit verdienen: Auf den Feldern der Großgrundbesitzer fangen sie die Nagetiere ein, welche die Ernten auffressen. Für jeweils zehn Ratten wird der Fänger mit umgerechnet 1,50 Euro entlohnt. Daneben arbeiten einige Frauen und Männer auch als TagelöhnerInnen auf den Feldern, meist unter sklavenähnlichen und unwürdigen Bedingungen. Der Lohn reicht kaum zum Überleben. Selbst ihre ärmlichen Behausungen verursachen hohe, kaum leistbare Kosten. Der Bau einer Hütte verschlingt alleine bis zu hundert, die jährlichen Reparaturen aufgrund von Umwelteinflüssen, fünfzig Tageslöhne.

Was bleibt, ist die Angst

Die 28 Familien aus Vellaturu leben auf einem Flecken Erde zwischen Kanal und Schnellstraße. Sie sind dort nur geduldet und können jederzeit vertrieben werden. Jeden Sommer leben sie in der Angst, eines der durch die extrem hohen Temperaturen entstehendes Feuer könnte ihre Behausungen vernichten. Und in der Regenzeit werden die Hütten Jahr für Jahr von den heftigen Niederschlägen beschädigt. Zudem schwillt der Kanal dann beängstigend hoch an und droht das Dorf und die Hütten völlig zu überfluten. Jedes Jahr müssen sie ihre Behausungen wieder neu aufbauen oder reparieren und ihren gesamten Lohn dafür einsetzen. Hinzu kommen Naturkatastrophen wie Zyklone, die die Region bereits seit Jahrzehnten regelmäßig heimsuchen. Danach stehen die Familien wieder vor dem Nichts und der Kampf um ihre Existenz beginnt von vorne.

Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft

Nach einem dieser verheerenden Stürme in Andhra Pradesh im Jahre 1969 leitete der an der Universität Ranchi in Südindien lehrende flämische Jesuitenpater Michael Windey Hilfsmaßnahmen ein. Für ihn stand schnell fest: Katastrophenhilfe alleine genügt nicht, denn nur gemauerte Häuser können die Menschen vor Regen, Wind und Feuer schützen. Im Jahr 1971 gründete er die Dorfbauorganisation Village Reconstruction Organisation, die VRO. Seither konnten hunderte Dörfer errichtet werden. Der Entwicklungshilfeklub unterstützt die Errichtung von neuen Dörfern bereits seit 1981 und konnte zur Finanzierung von 95 Dörfern beitragen. Der Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft ist untrennbar mit dem Bau von stabilen Häusern verbunden. Dorfbau bedeutet daher auch Ausbildungsmöglichkeiten, Schaffung von Kindergärten und Bewusstseinsbildung.

Gemeinsam Ziele erreichen

Damit eine tragfähige und lebendige Gemeinschaft entstehen kann, müssen alle an einem Strang ziehen. Die Arbeit an einem gemeinsamen Ziel schafft einen starken Zusammenhalt, der notwendig ist, um sich auch zukünftig gemeinsam Herausforderungen stellen zu können. Daher werden die Bauarbeiten aller Häuser gemeinschaftlich organisiert. Jeder der körperlich in der Lage ist, hilft mit. Die Jugendlichen des Dorfes erhalten während des Baus obendrein Fachkenntnisse, die sie auch in Zukunft anwenden können. Darüber hinaus wird ein Dorfrat gegründet, alle sind vertreten: Frauen und Männer, die Alten und Jungen. Erst nach dem Ende der Bauarbeiten wird gemeinsam entschieden, welche Familie in welches Haus einzieht.

Ein sicheres Zuhause

Mit Hilfe der VRO, konnte die lokale Regierung davon überzeugt werden, den 28 Familien aus Vellaturu ein neues Grundstück zuzuteilen. Ein großer Erfolg für die Familien, denn eigener Grund und Boden bedeutet, dass die Gefahr der willkürlichen Vertreibung gebannt ist und sie den unsicheren Ort zwischen Kanal und Schnellstraße endlich verlassen können. Die gemauerten Häuser sind wetterfest, denn anstatt Lehm und Palmblättern werden Ziegel und Steine als Baumaterialien verwendet. Jedes Haus erhält zudem einen Stromanschluss. Außerdem ist pro Haus eine direkt angrenzende Latrine samt kleinem Waschraum vorgesehen. Das ca. 30 m2 große Haus besteht aus einem Schlaf-, einem Wohnraum sowie einer kleinen Küche. Das für die Region typische Flachdach bietet optimalen Schutz vor Unwetter. Seit jeher ist das Haus für den Menschen mehr als nur Schutz vor Regen und Kälte. Es ist der Ort, wo man das Recht hat zu bleiben, ein Symbol für Identität und Sicherheit.

Dorfbau ist mehr

Damit die Familien Armut und Elend hinter sich lassen können, werden sie von MitarbeiterInnen der VRO umfangreich über ihre Möglichkeiten beraten. Aufklärungsprogramme und Bewusstseinsbildung führen in Folge dazu, dass die Familien die Wichtigkeit von Bildung ihrer Kinder, als Ausweg aus Armut erkennen, und sie zur Schule schicken. Die VRO unterstützt die Eltern bei der Einschulung ihrer Kinder, den damit verbundenen bürokratischen Hürden und stellt Schulmaterialien sowie Schuluniformen zur Verfügung. Weiters sorgt die VRO dafür, dass die Familien erfahren, welche Rechte ihnen zustehen und welche speziellen Regierungsprogramme sie als Angehörige einer ethnischen Minderheit in Anspruch nehmen können. Denn Dorfbau ist mehr, als einfache Hütten durch wetterfeste Häuser zu ersetzen.

Unser Beitrag

Die lokalen Behörden haben zugesagt, pro Haus mehr als die Hälfte der Kosten (2.240,– Euro) zu übernehmen. Nun geht es darum, die restlichen 1.400,– Euro (Mikro) pro Haus und Familie aufzubringen, die für die Baumaterialien benötigt werden: 470,–Euro für Zement, 230,– Euro für Ziegel, 100,– Euro für das Fundament, 300,– Euro für Fenster und Türen sowie 300,– Euro für die Latrine. Mit 280,– Euro(Anteilstein) können die Kosten des Baumaterials anteilsmäßig für ein Familienmitglied gedeckt werden.

Stein auf Stein können wir gemeinsam dazu beitragen,
dass Familien in gemauerten Häusern ein sicheres und geschütztes Zuhause finden.

Partner

Village Reconstruction Organisation (VRO) (Partner-Organisation des Klubs)
Peter Daniel SJ (Projektkoordinierung)

Projekt 345 - Beschreibung (pdf)
Projekt 345 - Fotoserie (pdf)

Projektspende
Wo: - Was: - Projekt:

Förderbeitrag zur Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs

Alle Projektspenden fließen zu 100% in die Projekte. Um dies tun zu können, bitten wir um Ihren Förderbeitrag, der die Existenz und Arbeit des Entwicklungshilfeklubs sichert. Die Höhe dieses Beitrags können Sie selbst bestimmen. Er ist steuerlich absetzbar.

Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro wird einem Flüchtling die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro wird zwei Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro wird drei Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 50,- Euro wird einer Familie die Möglichkeit gegeben, ihre Ernährung selbst zu sichern.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 100,- Euro wird zwei Familien die Möglichkeit gegeben, ihre Ernährung selbst zu sichern.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet wird ... Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, zur Ernährung der Familie beizutragen. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

Wir möchten darauf hinweisen, dass bei allen Zahlungssystemen außer EPS bei uns Spesen anfallen. Wenn Sie uns helfen wollen Kosten zu sparen und es für Sie möglich ist, bitten wir um Ihre online-Spendenzahlung per EPS

Geschenkinfo

Sie erhalten in den nächsten Tagen eine E-Mail mit einer Geschenks-Urkunde als PDF-Datei.

Spendenabsetzbarkeit

Wenn Sie Ihre Spende von der Steuer absetzen möchten, geben Sie bitte Ihre Adresse an, damit wir Ihre Spende eindeutig zuordnen können.

Ab 2017 sind wir vom Gesetzgeber her verpflichtet, den Gesamtbetrag Ihrer Spenden, Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihr Geburtsdatum dem Finanzamt zu übermitteln. Bitte tragen Sie Ihre Daten in die entsprechenden Felder ein:

Top
Mein Spendenkorb

Wenn Sie mehrere Projekte unterstützen möchten, können Sie diese hier sammeln.
Zur Projektsuche.