Ein Dorf macht Schule

Schulbildung für Kinder in entlegenen Dörfern

WO: Madagaskar
WAS: Bildung 
Projekt: 237

Für viele Kinder im Hochland von Madagaskar ist nicht einmal der Besuch einer Volksschule möglich.  Sie können nicht allein die langen Fußmärsche ins nächste größere Dorf zurücklegen und ihre Eltern haben nicht genug Geld für Bücher oder die Schuluniform.  Doch ohne Bildung werden sie nie eine Chance haben,  der Armut zu entkommen.

In jedem Dorf wird im Haus einer Familie ein einfacher Unterrichtsraum für etwa ein Dutzend Kinder eingerichtet. Frauen aus dem Dorf, die einen Schulabschluss haben, werden eingeschult und unterrichten die Kinder, bis diese den weiten Weg zur Schule auf sich nehmen können. EIN DORF MACHT SCHULE bedeutet, dass die Dorfbewohner selbst für ihre Schule verantwortlich sind.

Wo
Madagaskar | Dörfer in der Provinz Fianarantsoa
Wann
Projektstart: Juli 2009
Wieviel
Mikro:  300 Euro

1 Schulposten für 15 Kinder für 1 Jahr

Anteilstein: 20 Euro

für 1 Kind für ein Jahr

Ein weiter Weg

„Ich habe als Kind die Schule besucht. Deshalb habe ich mir vorgenommen, alles zu tun, damit meine Kinder auch zur Schule gehen können. Die nächste Schule ist aber viel zu weit entfernt. Drei Stunden wären die Kleinen unterwegs. Kann man das einem Sechsjährigen zumuten? Aber welcher Zukunft gehen meine Kinder entgegen, wenn sie nicht Lesen, Schreiben und Rechnen können?“ Lucienne ist 25 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Sie macht sich, so wie viele in Madagaskar, große Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder.

Reis, Rinder, Trockenheit und Hunger

Die kleinbäuerlichen Familien in den Dörfern der Provinz Fianarantsoa leben hauptsächlich vom Reisanbau und von ihren Zebu-Rindern. Doch die Böden sind bereits ausgelaugt und von Erosion bedroht. Die Familien sind kinderreich und da die Reisfelder immer wieder unter den Erben aufgeteilt werden, sind sie in jeder nachfolgenden Generation kleiner und die Armut nimmt zu. Trockenheit und häufige Missernten verschlimmern die Lage zusätzlich. Die Kinder müssen von Anfang an im Haushalt mitarbeiten, Rinder hüten, am Feld helfen, Brennholz sammeln, Wasser holen oder auf die kleinen Geschwister aufpassen. Trotzdem ist es oft schwierig, die Familie zu ernähren.
„Manche Familien sind so arm, dass sie nur einmal am Tag essen. Kurz vor dem Mittagessen sind die Kinder dann oft schon so hungrig, dass sie sich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren können. Manche schlafen sogar ein und fallen von den Bänken”, erzählt die Lehrerin Fiorentine.

Kinder, die nicht existieren

Und unser Projektleiter fügt hinzu:
„30 Prozent der Bewohner und Bewohnerinnen unseres Landes können weder Lesen noch Schreiben. Aufgrund des derzeitigen Bildungswesens ist Madagaskar ein Land, in dem die kommende Generation schlechter ausgebildet sein wird als die derzeitige.”
Neben der Armut gibt es aber noch ein anderes Problem: Viele Kinder verfügen über keine Geburtsurkunde, daher existieren sie für den Staat nicht und können auch nicht in einer öffentliche Schule aufgenommen werden. Die Behördenwege wiederum sind so kompliziert, dass die Eltern die Erledigung allein nicht schaffen oder erst gar nicht in Angriff nehmen.

Bildung bedeutet Entwicklung

„Nicht eine größere Anzahl von bestens ausgebildeten Hochschulabgängern, nicht neueste wissenschaftliche Errungenschaften oder die modernste Technologie können Madagaskar aus Armut und Elend befreien, wenn das Land fortfährt, die Zahl seiner Analphabeten millionenfach zu vermehren.“
Père André Boltz, der Gründer von VOZAMA, fasst zusammen, warum es so wichtig ist, den Kindern in entlegenen Dörfern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Nur wenn sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, haben sie die Chance, ein eigenständiges Leben zu führen und zur Entwicklung ihres Landes beizutragen.

Schulbesuch ermöglichen

Die Organisation VOZAMA wurde 1996 gegründet, um Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Der Name ist eine Abkürzung, übersetzt lautet er in etwa: „Retten wir die Kinder Madagaskars“.
„Lehrt die Kinder Lesen und Schreiben, damit sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können“, lautet das Motto von VOZAMA. Seit 2009 wird die Organisation dabei vom Entwicklungshilfeklub unterstützt. Jedes Jahr konnte für etwa 1.000 Kinder ein Vorschulunterricht oder der Beginn einer Regelschule ermöglicht werden. Das ganze Dorf hilft mit Der Wunsch nach einer Vorschule im Dorf kommt immer von den Eltern. Sie wenden sich an VOZAMA mit der Bitte, einen Schulposten in ihrem Dorf zu errichten. Dazu muss im Ort ein Raum in einem Haus gefunden werden, in dem der Unterricht abgehalten werden kann. Die Dorfgemeinschaft fertigt Schulbänke und Tische an und kümmert sich um die Erhaltung der Schule. VOZAMA steuert die Tafel und Kreide bei, die Kinder erhalten eine „Erstausstattung“ mit Stiften, Heften und kleinen Plastiktafeln. Eine Frau aus dem Dorf, die einen Schulabschluss besitzt, wird als Lehrerin ausgewählt, sie besucht einen Lehrgang und kann dann zu unterrichten beginnen. Das Mittagessen wird von den Müttern abwechselnd für alle Kinder gekocht. Jede Familie bringt Reis oder zahlt Geld in die Gemeinschaftskasse ein, so ist immer genug für eine Mahlzeit vorhanden. Gemeinsam mit den Eltern werden Geburtsurkunden für die Kinder besorgt, damit sie später in eine öffentliche Schule gehen können.

Alles ist gut organisiert

Der Erfolg des Projekts ergibt sich aus der Nähe zu den Beteiligten, aber auch aus der gut durchdachten Organisation:

– der Schuleintritt erfolgt mit 5 Jahren,
– der Unterricht findet vier Mal pro Woche für jeweils 3 Stunden statt,
– die Kinder lernen Lesen, Schreiben, Rechnen und Französisch (neben Madagassisch die zweite Amtssprache) und erhalten Sach-, Musik- und Kunstunterricht,
– die Lehrerinnen nehmen an einem Tag pro Monat an einer Weiterbildung teil,
– einmal im Monat wird jede Schule von einem Projektmitarbeiter besucht, der die Schüler, Schülerinnen und Lehrerinnen mit Ratschlägen unterstützt,
– alle zwei Monate gibt es eine Elternversammlung, in der über die Schule, aber auch über Alltagsprobleme gesprochen wird,
– nach zwei Jahren, wenn die Kinder den weiten Schulweg schaffen, wechseln die meisten in die zweite Klasse einer öffentlichen Grundschule,
– Kinder, die in die Grundschule gewechselt haben, werden einmal im Monat in den Schulen besucht, um sie weiter zu motivieren und Probleme auszuräumen.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub möchte gemeinsam mit seiner Partner-Organisation Misereor zur Ausweitung des Vorschulprogramms in den Dörfern beitragen. Für Schultafeln, Kreide, Hefte, Bücher, Bleistifte und anderes Lernmaterial werden für einen Schulposten mit durchschnittlich 15 Kindern 300,– Euro (Mikro) benötigt bzw. 20,- Euro für ein Kind für ein Jahr (Anteilstein).

Ein Dorf macht Schule. Helfen wir mit, dass dies in vielen Dörfern Madagaskars für viele Kinder Wirklichkeit wird.

Partner

Partner-Organisation des Klubs: Misereor
Durchführung im Einsatzgebiet: VOZAMA
Projektkoordination: Fr. Claude Fritz

Projekt 237 - Beschreibung ab November 2016 (pdf)
Projekt 237 - Fotoserie ab November 2016 (pdf)

Projektfilm Madagaskar

 

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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einem Schulkind in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

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Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

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