Frauen gegen Gewalt

Rechtsbeistand für mittellose Frauen

Viele Frauen sind in Nicaragua regelmäßig von Gewalt betroffen. Nach einer Scheidung sehen sich die Frauen meist mit extremer Armut konfrontiert, da ihre Ex-Männer oft die Zahlung der Alimente verweigern. Durch den Verein Miriam erhalten die Frauen jedoch, so wie hier auf dem Foto, eine Rechtsberatung und erfahren so, wie sie ihre Ansprüche durchsetzen können.

Gewalt und Missbrauch durch den Partner steht für viele Frauen in Nicaragua nach wie vor an der Tagesordnung. Doch selbst wenn es ihnen gelingt, sich aus einer gewaltvollen  Beziehung zu befreien, sind viele Mütter aufgrund extremer Armut auf die Alimente der Väter angewiesen, um ihre Kinder ernähren zu können. Die Männer verweigern die Zahlungen jedoch häufig und den Frauen fehlen die Kenntnisse, wie sie ihre Rechte durchsetzen können.

Mit dem notwendigen Wissen, Rechtsberatung und wenn nötig kostenloser Vertretung vor Gericht können die Frauen ihre Rechte einfordern und die Alimente für ihre Kinder sichern. Sie gewinnen an Selbstbewusstsein und werden befähigt, ihre Ansprüche langfristig eigenständig durchzusetzen und so sich und ihren Kindern eine gewaltfreie, bessere Zukunft zu ermöglichen.

Wo
Nicaragua | Somotillo und Villanueva
Wann
Projektstart: September 2026
Wieviel
 1980 Euro

für Honorar und Transportkosten einer Anwältin für 6 Monate
Gesamtprojekt:
3.960 Euro für 1 Jahr

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Verzweiflung, Gewalt und Rechtlosigkeit

„Dominga war sehr verzweifelt als sie vor einem Jahr das erste Mal zu uns kam. Sie hatte kein Geld, konnte ihre Kinder kaum ernähren und der Vater weigerte sich, die Alimente zu zahlen – obwohl er ein wohlhabender Viehzüchter ist. Wir haben alles versucht, aber als reden und verhandeln nichts genützt haben, hat sich Dominga entschlossen, den Rechtsweg zu bestreiten und Anzeige zu erstatten. Wir unterstützen sie dabei nicht nur rechtlich, sondern begleiten sie auch psychologisch”,

schildert Esmeralda Galeano Mendoza, Projektleiterin von Miriam in Nicaragua, den Fall von Dominga. So wie ihr ergeht es vielen Frauen, die um Unterhaltszahlungen kämpfen müssen oder unter innerfamiliärer und sexueller Gewalt leiden.
Besonders schwierig ist die Situation der Frauen am Land, im Nordosten von Nicaragua im Grenzgebiet zu Honduras. In abgelegenen Dörfern gibt es kaum Polizeistationen, die Frauen sind dadurch stärker als anderswo dem Risiko ausgesetzt Opfer von Gewalt zu werden. Zwar sind in Nicaragua der Schutz und die Gleichberechtigung der Frauen seit dem Jahr 2012 gesetzlich verankert, die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Selbstbewusst durch Wissen

Der Verein Miriam setzt sich seit über dreißig Jahren erfolgreich für die persönliche und berufliche Förderung von Frauen in Nicaragua ein: mit Rechtsberatungen, Rechtsbeistand, Informations- und Aufklärungsarbeit, Workshops und Seminaren, psychologischer Betreuung sowie Projekten zur Grundschulbildung und beruflichen Qualifikationen. Ziel ist es, möglichst vielen Frauen, Kindern und Jugendlichen Wissen über die Gesetze und die damit verbundenen Rechte zu vermitteln.
Durch die zunehmenden Repressionen in Nicaragua kann Miriam diese wichtige Arbeit jedoch nicht mehr dauerhaft fortführen. Die Organisation wird Ende 2026 ihre Büros schließen. Damit droht auch für jene Frauen eine wichtige Unterstützung wegzufallen, die mit Hilfe von Miriam ihre Rechte bereits durchsetzen konnten und beispielsweise erreicht haben, dass die Väter ihrer Kinder regelmäßig Alimente bezahlen.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub übernimmt deshalb für ein weiteres Jahr das Honorar und die Fahrtkosten einer Anwältin von Miriam. Sie wird rund 165 Frauen, deren Alimentenzahlungen noch nicht gesichert sind, auch nach der offiziellen Schließung der Büros weiterhin unterstützen. Dazu fährt sie in die umliegenden Gemeinden von Villanueva und Somotillo, bietet Rechtsberatungen an und vertritt die Betroffenen bei notwendigen Gerichtsverfahren. Durch diese umfassende Schulung und Begleitung eignen sich die Frauen das nötige Wissen und das Selbstvertrauen an, um bereits erkämpfte Recht auch nach Ende der offiziellen Projektarbeit selbstständig durchsetzen zu können.

Partner

Miriam Österreich (Projektträger)
Esmeralda Galeano Mendoza (Anwältin und Projektleiterin)

Download Projektbeschreibung - zum Ausdrucken (pdf)

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Frauen gegen Gewalt
Rechtsbeistand für mittellose Frauen

Projekt 3474 | Frauen Rechte
Nicaragua | Somotillo und Villanueva

1980 Euro

für Honorar und Transportkosten einer Anwältin für 6 Monate
Gesamtprojekt:
3.960 Euro für 1 Jahr


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