Stärker durch Bildung

Zugang zu Bildung für Frauen und deren Töchter

WO: Äthiopien
WAS: Ausbildung Bildung 
Projekt: 315

Der Platz eines äthiopischen Mädchens ist zu Hause. Hausarbeit statt Bildung stellt ihr Leben und ihre Zukunft dar. Durch den Einfluss der Tradition gehen viele Mädchen in den ländlichen Gebieten nicht oder nur sehr kurz zur Schule. Ohne Bildung sind und bleiben sie jedoch diskriminiert, ohne Chance, ihr Leben selbst zu gestalten und so den Teufelskreis von Abhängigkeit und Armut zu durchbrechen.
Frauen in den Dörfern des südwestlichen Hochlands sollen sich in Selbsthilfegruppen zusammenschließen, an Bildungsprogrammen teilnehmen und die Möglichkeit zu eigenen wirtschaftlichen Initiativen erhalten. Und sie sollen ihren Töchtern den Zugang zu Schule und Ausbildung öffnen, damit sie, STÄRKER DURCH BILDUNG und mit neuen Perspektiven, eine unabhängige und hoffnungsvollere Zukunft beginnen können.
 

Wo
Äthiopien | Region Hadiya Zone, Shone-Mazoria Distrikt Badawacho
Wann
Projektstart: Mai 2017
Wieviel
Mikro:  228 Euro

Bildungsmaßnahmen, Startkredit für 3 Frauen und Schulbildung für ihre Töchter

Anteilstein: 38 Euro

für 1 Frau und ihre Töchter für 1/2 Jahr

„Wenn du ein Mädchen bist …

… ist dein Platz im Haus deiner Eltern. Von klein auf hilfst du mit bei der Hausarbeit, kümmerst dich um die noch Kleineren. Sobald du ein bisschen größer bist, schickt man dich Wasser holen und Feuerholz sammeln, während die Buben in die Schule gehen dürfen. Mit etwa 10 Jahren wirst du an einen fremden Mann verkauft, der dich einige Jahre später abholt, um dich zu heiraten“.

„Wenn du dann eine Frau bist …

… ist dein Platz im Haus deines Mannes. Du kochst, wäschst, versorgst die Familie, kümmerst dich um das Vieh, arbeitest auf dem Feld. Aber mitzureden hast du nichts, du darfst nicht einmal ein Stück Land oder sonst etwas besitzen. Wenn du keine Kinder zur Welt bringst oder nur Mädchen, schickt dich dein Mann fort. Wenn er stirbt, erbst du nichts und bleibst als Witwe zurück“, erzählt die junge Mutter Feyine aus dem Dorf Elele, stellvertretend für die meisten Frauen in den ländlichen Gebieten von Äthiopien.

In der einstigen Kornkammer

Die Region Shone-Mazoria liegt 350 Kilometer südlich von Addis Abeba im südwestäthiopischen Hochland. Früher einmal lieferten die Bauern Getreide in andere Gebiete des Landes. Heute gibt es hier alle zwei bis drei Jahre eine Hungersnot, weil es immer unregelmäßiger und weniger regnet und daher meist nur eine Ernte pro Jahr eingebracht werden kann. „Früher verkauften manche Bauern 200 bis 300 Kilogramm Mais pro Woche, jetzt nur mehr 100 Kilo in mehreren Wochen. Die Preise für Lebensmittel steigen ständig, und Familien, die nicht für den Eigenbedarf anbauen können, müssen oft mit einem Kilo Mais einige Tage und mit einer einzigen Mahlzeit pro Tag auskommen“, so beschreibt Projektkoordinatorin Schwester Chan Nguyen die zunehmend bedrohliche Lebenssituation der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Shone-Mazoria. Doch nach wie vor ist das Gebiet dicht besiedelt und 95 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, weil es kaum andere Überlebensmöglichkeiten gibt. Als reich wird bereits betrachtet, wer ein kleines Stück Land und einige Rinder besitzt. Und egal ob aus besser oder weniger gut situierten Familien – am stärksten betroffen von Armut sind immer die Frauen, die ohne Bildung keinerlei Möglichkeit haben, ihre Lebensumstände zu verbessern.

Mit Bildung gegen Armut und Abhängigkeit

Etwa 75 Prozent der Frauen des Gebiets können weder lesen noch schreiben, weil sie nie zur Schule gegangen sind oder diese nach kurzer Zeit abgebrochen haben. Die traditionelle Denkweise, dass Mädchen zu einem Leben als Hausfrau und Mutter bestimmt sind und somit keine Bildung brauchen, ist im ländlichen Äthiopien nach wie vor tief verankert. Doch inzwischen beginnt man auch hier zunehmend zu verstehen, dass Bildung der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben des Menschen ist. Und man hat erkannt, dass es ohne Zugang zu Bildung und dem damit verbundenen Mitwirken der Frauen am gesellschaftlichen Leben keine Entwicklung und damit auch keinen Ausweg aus der Not geben kann. Auch nicht im Hochland von Shone-Mazoria.

Für Frauen und Mädchen, für die Familien, für die Zukunft

Unsere Partner-Organisation Misereor arbeitet seit zwanzig Jahren in der Region mit den Schwestern der Franciscan Missionaries of Mary Sisters zusammen. Mit ihnen und mehreren bewährten äthiopischen Mitarbeiterinnen soll dieses Projekt dazu beitragen, Frauen und Mädchen durch Bildung neue Perspektiven zu eröffnen und auch längerfristig eine Verbesserung der Lebenssituation aller Familien in der Region einzuleiten.

Das Projekt

Das Projekt verbindet Initiativen zur Einkommensschaffung mit Bildungs- und bewusstseinsschaffenden Maßnahmen. Durch diesen übergreifenden Ansatz werden insbesondere Frauen und Mädchen langfristig gestärkt:
SELBSTHILFEGRUPPEN. Jeweils 10 Frauen schließen sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammen. In der Gruppe haben sie die Möglichkeit, gemeinsam Initiativen zu ergreifen und sich gegenseitig zu unterstützen, damit diese verwirklicht werden können.
SPAREN. Die Selbsthilfegruppen funktionieren zudem als Spargruppen: In Schulungen erfahren die Frauen, wie sie auch von dem wenigen Geld, über das sie verfügen, etwas auf einem Gruppenkonto anlegen und dafür Zinsen bekommen können.
STARTKAPITAL. Sobald eine bestimmte Summe an Eigenkapital angespart ist, bekommt jede Frau aus Mitteln des Projekts einen Zuschuss für eine kleinere wirtschaftliche Initiative, zum Beispiel für den Kauf einer Ziege oder von Saatgut.
HANDEL. Die Spargruppen ermöglichen den Frauen auch, Waren einzukaufen oder zu produzieren und am Markt zu verkaufen. So kann zum Beispiel ein gemeinsamer Gemüsegarten angelegt werden oder es können Hühner und Ziegen gekauft werden. Die Frauen verfügen frei über ihr selbstverdientes Geld und stärken mit den erfolgreichen wirtschaftlichen Aktivitäten ihren gesellschaftlichen Status im Dorf.
ALPHABETISIERUNG. In Abendkursen lernen die Frauen Lesen, Schreiben und Rechnen und können versäumte Schulbildung nachholen. SCHULBILDUNG für Kinder. Durch intensive Vorschulkurse und Nachhilfe werden insbesondere Mädchen gefördert und Schulabbrüche verhindert.
BEWUSSTSEINSBILDUNG. In Seminaren zur Bewusstseinsbildung für beide Elternteile  wird versucht, traditionelle Denkmuster zu durchbrechen. Denn nur, wenn auch die Väter in das Programm integriert und von der Bedeutung der Bildung für ihre Töchter überzeugt sind, stehen die Chancen gut, dass auch die Mädchen regelmäßig die Schule besuchen.

Unser Beitrag

Mit Ihrer Unterstützung können wir ermöglichen, dass 600 Frauen aus den Dörfern des Gebiets von Shone-Mazoria in das Projekt eingegliedert und betreut werden. Für eine Frau werden für ein Jahr 76,– Euro benötigt: 36,– für die Bildungsmaßnahmen sowie 40,– Euro für die Betreuung in der Selbsthilfegruppe und das Startkapital. Weitere Kosten werden von unserer Partner-Organisation getragen. Mit 228,– Euro (1 Mikro) können 3 Frauen am Projekt teilnehmen, 38,– Euro (1 Anteilstein) decken die Kosten für 1 Frau für ein halbes Jahr.

Tragen wir gemeinsam dazu bei,
dass Frauen und Mädchen stärker durch Bildung sein können.

Partner

Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Franciscan Missionaries of Mary Sisters (Durchführung im Einsatzgebiet)
Sr. Chan Nguyen (Projektkoordinierung)

Projekt 315 - Beschreibung (PDF)
Projekt 315 - Fotoserie (PDF)

Projektspende
Wo: - Was: - Projekt:

Förderbeitrag zur Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs

Alle Projektspenden fließen zu 100% in die Projekte. Um dies tun zu können, bitten wir um Ihren Förderbeitrag, der die Existenz und Arbeit des Entwicklungshilfeklubs sichert. Die Höhe dieses Beitrags können Sie selbst bestimmen. Er ist steuerlich absetzbar.

Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro erhält ein Schulkind in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro erhalten zwei Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro erhalten drei Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet erhalten ... Schulkinder in Niger zwei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit und Ziegenmilch. Betrag frei wählbar.

Geschenkinfo

Sie erhalten in den nächsten Tagen eine E-Mail mit einer Geschenks-Urkunde als PDF-Datei.

Spendenabsetzbarkeit

Wenn Sie Ihre Spende von der Steuer absetzen möchten, geben Sie bitte Ihre Adresse an, damit wir Ihre Spende eindeutig zuordnen können.

Ab 2017 sind wir vom Gesetzgeber her verpflichtet, den Gesamtbetrag Ihrer Spenden, Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihr Geburtsdatum dem Finanzamt zu übermitteln. Bitte tragen Sie Ihre Daten in die entsprechenden Felder ein:

Mein Spendenkorb

Wenn Sie mehrere Projekte unterstützen möchten, können Sie diese hier sammeln.
Zur Projektsuche.