Wieder Halt finden

Betreuung und Unterstützung von Straßenkindern

WO: Guatemala
WAS: Betreuung Bildung Ernährung Gesundheit Rechte 
Projekt: 274

Sie sind vor Armut, Ausbeutung, Missbrauch geflohen und landeten auf der Straße. Sie haben kein Dach über dem Kopf und keinen Platz, wo sie bleiben dürfen. Sie werden vertrieben, geschlagen und ausgestoßen. Gewalt, Angst, Hunger, Drogen und Kriminalität prägen das Leben der Straßenkinder in Guatemala-Stadt.
Auf der Straße: Dort sollen die Kinder und Jugendlichen aufgefangen werden und Hilfestellung bekommen. Mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld bemühen sich die SozialarbeiterInnen Vertrauen aufzubauen und werden mit der Zeit zu wichtigen Bezugspersonen. Sie unterstützen die Kinder dabei, ihre täglichen Probleme zu lösen, damit sie WIEDER HALT FINDEN und ihre Lebensumstände selbst verändern können.

Wo
Guatemala | Guatemala-Stadt
Wann
Projektstart: Juli 2013
Wieviel
Mikro:  180 Euro

Betreuung und Versorgung von einem Kind oder einem Jugendlichen auf der Straße und im Sozialzentrum für ein Jahr

 

Anteilstein: 15 Euro

Betreuung von einem Straßenkind für einen Monat

Nirgends ein Platz

„Ich wurde in einem Elendsviertel am Rand von Guatemala-Stadt geboren. Meine Mutter starb, als ich vier Jahre alt war. Mein Vater ist blind und konnte nicht arbeiten, also mussten wir betteln, um zu überleben. Als mein Vater dann eine neue Frau fand, wurde mein Leben unerträglich, denn sie schlug und misshandelte mich. Als ich sieben Jahre alt war, bin ich von zuhause weggelaufen und landete auf der Straße. Nirgends gab es einen Platz für mich“, erzählt Andrea. Jahrelang lebte sie wie rund 6.000 weitere Kinder in Guatemala-Stadt auf der Straße, in einer notdürftigen Unterkunft aus Plastikplanen und Kartons. Hier suchen sie Schutz vor dem strömenden Regen und dem Elend des Alltags, und sie spenden sich gegenseitig Trost und Wärme.

Grausame Lösung

Guatemala ist ein Land der Gegensätze. So vielfältig, wie die Landschaft sich in den unterschiedlichen Höhenlagen zeigt, sind auch die Menschen. Die Hälfte von ihnen sind Indigene, mehrheitlich vom Volk der Maya. Die Gegensätze innerhalb der Bevölkerung zeigen sich vor allem in den sozialen Schichten. Während einige wenige Reichtum und Macht besitzen, lebt die Mehrheit in Armut. Die armen Familien versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, das Leben zu meistern. Doch viele zerbrechen an der Arbeitslosigkeit, dem Hunger und den Folgen der traumatischen Erlebnisse des 36-jährigen Bürgerkriegs. Jahrzehnte nach seinem Ende prägt dieser noch immer das Zusammenleben der Gesellschaft. Gewalt und Straflosigkeit bestimmen das Leben in Guatemala. Jährlich sterben 5.000 Menschen eines gewaltsamen Todes – ein Zehntel davon sind Straßenkinder. Weil sie als störend und bedrohlich empfunden werden, entledigen Polizei und private Sicherheitsdienste sich dieses „Problems“ auf grausame Weise.

Vom Regen in die Traufe

Viele Kinder versuchen der Gewalt, Ausbeutung und Armut ihres Zuhauses zu entfliehen. Doch auf der Straße ist ihr Leben oft noch schlimmer: Ohne Dokumente und ohne Geld waschen sie Autos, putzen Schuhe, betteln, stehlen, schnüffeln Lösungsmittel, nehmen Drogen, um Hunger, Kälte und Einsamkeit nicht zu spüren. Und noch immer erleben sie ständig Ablehnung und Gewalt, wie Andrea berichtet: „Es war schlimm. Wir mussten jeden Tag um Essensreste betteln, haben vor Kälte gezittert und konnten uns nur selten waschen. Oft wurden wir von den Leuten vertrieben und beschimpft oder von Polizisten verprügelt. Aber das schlimmste war das Gefühl, dass wir niemandem etwas wert sind.“

Endlich ein Zuhause finden

Durch eine Freundin erfuhr Andrea eines Tages von der Straßenkinderbewegung Movimiento de los Jovenes de la Calle (Mojoca). Zunächst besuchte sie regelmäßig deren Zentrum für Straßenkinder, wo sie eine warme Mahlzeit erhielt, sich waschen konnte und BetreuerInnen fand, die ein offenes Ohr für sie hatten. „Es war das erste Mal, dass sich jemand für mich interessiert und mir geholfen hat. Bei Mojoca habe ich ein Zuhause gefunden“, erzählt sie. Mit der Unterstützung der SozialarbeiterInnen konnte Andrea wieder zur Schule gehen und schließlich sogar eine Ausbildung machen. Sie hat ihr Schicksal zum Positiven gewendet und hilft heute anderen Straßenkindern, dies auch zu schaffen.

Für die Rechte der Straßenkinder

Bereits seit 25 Jahren setzt sich die Straßenkinderbewegung Mojoca für das Überleben und die Rechte der Kinder und Jugendlichen auf den Straßen ein, wobei sie von unserer belgischen Partner-Organisation Entraide et Fraternité unterstützt wird. Derzeit begleitet Mojoca in Guatemala-Stadt insgesamt etwa 500 obdachlose Kinder und Jugendliche, 200 von ihnen nehmen regelmäßig an den Aktivitäten des Straßenkinderzentrums teil.

Umfassend und vielschichtig

So umfassend und vielschichtig die Probleme der Straßenkinder sind, so umfangreich ist auch die Arbeit von Mojoca, die ein wesentliches Ziel verfolgt: das Selbstwertgefühl der Kinder wieder aufzubauen, ihnen Halt zu geben, damit sie in die Lage kommen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern.
1. Vertrauen aufbauen: Sieben SozialarbeiterInnen besuchen regelmäßig  vier bekannte Treffpunkte von Straßenkindern in der Stadt. So werden sie mit der Zeit wichtige Bezugspersonen, mit denen die Kinder über ihre Probleme sprechen: Diskriminierung, Gesundheit, Drogen, Aufklärung, Verhütung, Aids, Zukunftsperspektiven…
2. Nothilfe leisten: Die Kinder erhalten medizinische Versorgung bei Krankheiten oder Verletzungen sowie Decken und Kleidungsstücke, damit sie nicht mehr frieren müssen bzw. ihre wenige Kleidung waschen können.
3. Lernen: In der „Schule der Straße“ können die Kinder und Jugendlichen am jeweiligen Treffpunkt Lesen und Schreiben lernen und manche werden auf einen eventuellen Schulbesuch vorbereitet.
4. Betreuung im Zentrum: Mehrmals pro Woche können die Kinder und Jugendlichen das Zentrum besuchen, um sich zu waschen, sich auszuruhen und eine warme Mahlzeit zu erhalten. Hier können sie auch an kreativen Aktivitäten wie Malen oder Basteln sowie an Workshops zu sozialen Themen teilnehmen.

Aus Kindern werden engagierte Erwachsene

Neben dem Betreuungs- und Bildungsangebot unterstützt Mojoca die Mädchen und Buben auch bei allen anfallenden Schritten in die Selbstständigkeit, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, durch die Vergabe von Stipendien oder durch verschiedene praktische Ausbildungskurse (Gastronomie, Bäckerei, Schneiderei etc.). Die überaus positive Entwicklung der letzten Jahren zeigt sich vor allem darin, dass viele der betreuten Kinder und Jugendlichen ihr Leben mittlerweile erfolgreich verändern konnten und sich nun für andere engagieren: Die Verwaltung von Mojoca wird inzwischen von ehemaligen Straßenkindern bewältigt und auch fast alle SozialarbeiterInnen waren selbst einmal Straßenkinder. Sie kennen die Lebenswirklichkeit der Kinder und können daher leichter ihr Vertrauen gewinnen.

Unser Beitrag

Der Entwicklungshilfeklub unterstützt dieses Projekt seit 2013 und möchte weiterhin dazu beitragen, dass pro Jahr 200 Straßenkinder betreut werden können. Die Kosten für ein Kind betragen 15,– Euro im Monat (1 Anteilstein), womit die Gehälter der SozialarbeiterInnen, Material für die Betreuung sowie Decken, Kleidung etc. finanziert werden. Mit 180,– Euro (1 Mikro) kann ein Straßenkind ein Jahr lang betreut werden.

Helfen wir mit, die Straßen voll Gewalt und Angst
zu Wegen der Hoffnung zu machen,
damit die Kinder Wieder Halt finden und ihre Zukunft gestalten können.

Partner

Entraide et Fraternité (Partner-Organisation des Klubs)
Movimiento de los Jovenes de la Calle (MOJOCA) (Durchführung im Einsatzgebiet)
Adelina Veliz und Aníbal Rosales (Projektkoordinierung)

Projekt 274 - Beschreibung, Stand Mai 2019 (pdf)
Projekt 274 - Fotoserie, Stand Mai 2019 (pdf)

Projektspende
Wo: - Was: - Projekt:

Förderbeitrag zur Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs

Alle Projektspenden fließen zu 100% in die Projekte. Um dies tun zu können, bitten wir um Ihren Förderbeitrag, der die Existenz und Arbeit des Entwicklungshilfeklubs sichert. Die Höhe dieses Beitrags können Sie selbst bestimmen. Er ist steuerlich absetzbar.

Alternativ können Sie dieses Projekt auch mit unseren Weihnachtsbillets unterstützen.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 10,- Euro kann einem Schulkind in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 20,- Euro kann zwei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet um 30,- Euro kann drei Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden.

Weihnachtsbillet

Mit diesem Billet kann ... Schulkindern in Sierra Leone eine Solarlampe zur Verfügung gestellt werden. (Hier können Sie den Betrag frei wählen.)

Wir möchten darauf hinweisen, dass bei allen Zahlungssystemen außer EPS bei uns Spesen anfallen. Wenn Sie uns helfen wollen Kosten zu sparen und es für Sie möglich ist, bitten wir um Ihre online-Spendenzahlung per EPS

Geschenkinfo

Sie erhalten in den nächsten Tagen eine E-Mail mit einer Geschenks-Urkunde als PDF-Datei.

Spendenabsetzbarkeit

Wenn Sie Ihre Spende von der Steuer absetzen möchten, geben Sie bitte Ihre Adresse an, damit wir Ihre Spende eindeutig zuordnen können.

Ab 2017 sind wir vom Gesetzgeber her verpflichtet, den Gesamtbetrag Ihrer Spenden, Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihr Geburtsdatum dem Finanzamt zu übermitteln. Bitte tragen Sie Ihre Daten in die entsprechenden Felder ein:

Top
Mein Spendenkorb

Wenn Sie mehrere Projekte unterstützen möchten, können Sie diese hier sammeln.
Zur Projektsuche.