Frauenrechte verteidigen

Ausbildung zu Rechtsberaterinnen

Demonstration am internationalen Frauentag in Mexiko.

Häusliche und sexuelle Gewaltexzesse gegen Frauen sind in Mexiko allgegenwärtig, werden von Behörden und Justiz jedoch weitgehend ignoriert. Die Auswirkungen dieses Problems sind gravierend: Im Schnitt werden täglich 11 Mexikanerinnen ermordet; in 90 Prozent der Mordfälle werden die Täter jedoch nie verurteilt. Immer mehr Frauen beginnen sich gegen die Gewalt durch Männer zu wehren. Ohne kompetente Unterstützung ist dies allerdings meist vergebens.

Unterstützung finden Frauen in Notlagen bei der Selbsthilfegruppe der Defensoras: gut geschulten Rechtsberaterinnen aus der Bevölkerung. Sie setzen sich öffentlich gegen die Gewalt an Frauen ein, klären diese über ihre Rechte und mögliche Schritte gegen die Täter auf und begleiten sie bei Behördengängen und vor Gericht. In Schulungen geben sie ihr Wissen an andere engagierte Frauen weiter, so dass diese später selbst als Defensoras aktiv werden können.

Wo
Mexiko | Mexiko-Stadt
Wann
Projektstart: Mai 2024
Wieviel
Super-Mikro:  7.065 Euro

für Schulungen, Lehrmaterialien, Gesetzestexte, Vernetzungstreffen und Fahrtkosten, die bei der Begleitung von Frauen in Gewaltsituationen anfallen.

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Ein Leben in Angst und Gewalt

Schläge, Misshandlung und Vergewaltigung, ausgeübt vom Partner, männlichen Verwandten oder Vorgesetzten, gehören für tausende mexikanische Frauen und Mädchen zum Alltag. Die überbordende körperliche Gewalt gegen Frauen hat erschreckende Ausmaße erreicht und endet oft sogar tödlich: Laut Zahlen der mexikanischen Statistikbehörde INEG wurden allein im Jahr 2022 3.800 sogenannte Femizide begangen. Morde an Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts.
Eine Ursache dafür liegt in der gesellschaftlich tief verankerten Diskriminierung von Frauen, die dazu führt, dass häusliche Gewalt von vielen Männern und auch von den Frauen selbst als Privatangelegenheit betrachtet und normalisiert wird.

Kein Schutz für Frauen und Mädchen

Die staatlichen Behörden unterstützen diese Sichtweise und daher die Männer in ihrem Verhalten: „Bei Anzeigen wird dem Opfer sofort unterstellt, es habe den Mann zur Gewalt provoziert oder verführt. Das Justizsystem geht Verbrechen gegen Frauen kaum nach und begünstigt so ein Klima der Straflosigkeit. Sich vor Gewalt zu schützen und ihre Rechte durchzusetzen wird Frauen und Mädchen damit fast unmöglich gemacht. Insbesondere wenn sie aus benachteiligten Bevölkerungsschichten stammen und sich
keine teure Anwältin leisten können”,

berichtet Margarita Garcia, Gründungsmitglied und Vorsitzende der Coordinadora Feminista de Defensoras, einer der wenigen Selbsthilfeorganisationen zur Verteidigung der Rechte von Frauen in Mexiko-Stadt.

Rechtsverteidigerinnen für benachteiligte Frauen

Sie heißen Defensoras - „Verteidigerinnen”- und sind als Laienjuristinnen im Dienste weiblicher Gewaltopfer tätig. Es sind keine studierten Juristinnen mit Aktenkoffer und schickem Büro, sondern Frauen aus der Bevölkerung. Meist stammen sie sogar selbst aus von Armut und Gewalt geprägten Stadtrandvierteln.
Ehrenamtlich klären sie von Gewalt betroffene Frauen über ihre Rechte und mögliche Schritte gegen die Täter auf und begleiten sie bei Behördengängen. Sie übernehmen die Vertretung bei Prozessen in Fällen von häuslicher Gewalt, bei Scheidungen und Sorgerechtsfragen. Das nötige juristische Fachwissen haben sie sich selbst über viele Jahre angeeignet und geben es an andere Frauen weiter.
Die Coordinadora Feminista de Defensoras ist seit 1990 in Mexiko-Stadt trotz aller Widerstände sehr erfolgreich tätig. In vielen Fällen hat ihr Einsatz bereits Frauen den nötigen Rückhalt und den Mut gegeben, um sich aus gewalttätigen Partnerschaften zu befreien und einen neuen, selbstbestimmten Lebensabschnitt zu beginnen. Auch sorgen sie dafür, dass Medien über Fälle von Verbrechen gegen Frauen berichten und bewirken damit, dass Polizei und Justiz ihre Pflicht zu ermitteln wahrnehmen müssen. Der öffentliche Einsatz der Defensoras hat auch dazu beigetragen, dass Beratungsstellen und Frauenhäuser eingerichtet und finanziert wurden.

Unser Beitrag

Mit diesem Projekt möchten wir die Defensoras in ihrem ehrenamtlichen Einsatz für die Rechte von Frauen und Mädchen in Mexiko-Stadt unterstützen.
Mit 7.065 Euro können die Ausbildung und Begleitung rund 50 neuer Defensoras und die dazu notwendigen Materialien wie Gesetzestexte finanziert werden. In einem zehnmonatigen Theorie- und Praxiskurs lernen die Frauen in Arbeitsgruppen Gesetzestexte zu verstehen und Betroffene zu vertreten. Die Ausbildung beinhaltet auch eine psychologische Schulung, um Gewaltbetroffene auch in dieser Hinsicht begleiten zu können. Zusätzlich können mit unserem Beitrag die Fahrtkosten für die Betreuung der Klientinnen der Defensoras für ein Jahr gedeckt und Vernetzungstreffen ermöglicht werden.

Partner

Coordinadora Feminista de Defensoras
(Projektträger)
Margarita Garcia
(Projektleiterin)

Weiterführende Materialien

  • Diese Dokumentation (spanisch) zeigt den beeindruckenden Einsatz von Emerenciana López Martínez, genannt Doña Mere, einer Defensora, die sich ihr Leben lang gegen die Gewalt an Frauen im Stadtteil Chimalhuacán in Mexiko-Stadt einsetzte.

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Ausbildung zu Rechtsberaterinnen

Projekt 3409 | Rechte
Mexiko | Mexiko-Stadt 

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