Covid-19 Hilfsmaßnahmen unserer Partner-Organisationen vor Ort

Selbsthilfenetzwerke als Schlüssel zur Überlebenssicherung

Die seit Jahrzehnten vom Entwicklungshilfeklub aufgebauten Selbsthilfenetzwerke erweisen sich in der Bekämpfung und den Auswirkungen des Corona-Virus als Lebensretter für die Ärmsten. Lokal abgestimmte, unbürokratische Hilfsmaßnahmen können in Ländern des globalen Südens sofortige Hilfe leisten. Die Regierungen der meisten Länder haben Ausgangsbeschränkungen oder -sperren verhängt – Schulschließungen, Stillstand der öffentlichen Transportmittel, Quarantäne und der vollkommene Lockdown sind in vielen unserer Projektgebiete Realität geworden.

Grenzenlos helfen

Der Entwicklungshilfeklub und seine Partner-Organisationen vor Ort bemühen sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, um den besonders gefährdeten Menschen in dieser schweren Zeit zu helfen. Dies ist jedoch ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich, wir benötigen daher Ihre Hilfe – Gemeinsam können wir dazu beitragen, die lebensbedrohlichen Auswirkungen für die Ärmsten und Schwächsten auf dieser Welt einzudämmen. Der Entwicklungshilfeklub hat einen Nothilfe-Fonds eingerichtet und bittet dringend um Spenden, online unter www.entwicklungshilfeklub.at/projekte/grenzenlos-helfen

Berichte über Maßnahmen zur Unterstützung der Ärmsten in unseren Projekten

Durch unsere Partner-Organisationen erfahren wir aus erster Hand, welche Auswirkungen der Lockdown auf die arme Bevölkerung und unsere Projekte hat. Lesen Sie hier die Vor-Ort-Berichte über die Situation in den jeweiligen Ländern und in unseren Projekten:

ASIEN

AFRIKA

LATEINAMERIKA

Berichte aus Asien

Indien

Die Situation in Indien ist vor allem für die ärmste Bevölkerung bedrohlich. Die Ausgangssperren werden von der Polizei oft mit gewaltsamen Maßnahmen durchgesetzt. Auf der Straße lebende Menschen, die ihr „Zuhause“ unter Brücken in Großstädten hatten, werden mit Schlagstöcken vertrieben. Da diese Familien dort auch ihren Lebensunterhalt mit Straßenverkäufen verdienten, werden sie nicht nur ihres Heimes, sondern auch ihrer Einkommensquelle beraubt.
Wenn Familien mit mindestens fünf Mitgliedern in einer 3 x 3 Meter großen strohgedeckten Hütte leben, ist physische Distanz jedoch unmöglich. Indische WanderarbeiterInnen, die aufgrund der Einstellung der Transportmittel nun bis zu 800 Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen, sterben aufgrund der Strapazen des Fußmarsches, noch bevor sie ihre Dörfer erreicht haben. Schuldzuweisungen an Minderheiten sind an der Tagesordnung.

Unser Projektpartner VRO – Village Reconstruction Organisation, der sich vor allem um den Aufbau von Dörfern für den ärmsten Teil der Bevölkerung und für marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Dalits (ehemalige Kastenlose) und ethnische Minderheiten einsetzt, hilft auch jetzt den Ärmsten der Armen. Die VRO verteilt Essen an ArbeiterInnen auf Müllplätzen außerhalb der Großstadt von Guntur in Andhra Pradesh sowie Grundnahrungsmittel wie Reis, Linsen und Öl an Tagelöhner-Familien, da diese an der derzeitigen Situation am meisten leiden. Außerdem kümmern sie sich um die Menschen in Quarantäne und kommen damit der Bitte der Regierung nach.

Unser Projektpartner JMJ – Jesus Mary and Joseph Social Service Society versorgt besonders betroffene Personen wie WanderarbeiterInnen-Familien die aufgrund des Lockdowns keiner Arbeit nachgehen können, alleinerziehende Mütter, Familien mit schwangeren Frauen und kleinen Kindern sowie mittellose (Bettler)-Familien. Da diese Familien oft keine Identitätsausweise besitzen, bleibt ihnen eine Inanspruchnahme der staatlichen Notversorgung verwehrt. JMJ unterstützt daher 1.500 Familien (insgesamt 7.840 Personen) mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Öl und Hirse. Die Lebensmittel werden am lokalen Markt gekauft, um so auch die örtliche Wirtschaft zu unterstützen. Damit die Familien die Ausgangssperren einhalten können, werden ihnen die Hilfspakete direkt zu ihren Unterkünften geliefert.

Die vom Entwicklungshilfeklub gemeinsam mit seiner Partner-Organisation Misereor seit 25 Jahren unterstützte indische Kinderrechtsorganisation ButterfliesDer Flug nach morgen“, musste aufgrund des staatlich verordneten Lockdowns ihren Betrieb von einem auf den anderen Tag einstellen. „Die Kinder und Jugendlichen nahmen das jedoch nicht hin“, berichtet Rita Panicker, Gründerin und Leiterin von Butterflies und erzählt weiter: „Die Kinder hatten bis zu 24 Stunden nichts zu essen bekommen, haben nicht locker gelassen, bis wir eine Ausnahmegenehmigung von der Regierung erhalten haben.“ Die lokalen Verwaltungsbehörden stellten Passierscheine aus, sodass die gemeinsamen Bildungs-, Spar- und Gesundheitsaktivitäten nun im Kontext einer Suppenküche wieder aufgenommen werden konnten. Nachdem die Formalitäten geregelt wurden, gibt Butterflies nun täglich bis zu 700 Mahlzeiten für Kinder und TagelöhnerInnen aus. Die Solidarität unter den Straßenkindern ist groß. Sie informieren sich gegenseitig über die Möglichkeiten, diese besonders schwierigen Tage zu bewältigen und den gemeinsamen Einsatz für eine bessere Zukunft nicht aufzugeben. In einer solchen Situation zeigt sich, wie wichtig die Flexibilität der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit ist. Die Partnerorganisationen vor Ort sorgen dafür, dass sich die begleiteten Straßenkinder, TagelöhnerInnen und WanderarbeiterInnen selbstbewusst um die Verteilung kümmern.

Bless, unsere Partner-Organisation, die im Süden Indiens im Projekt „Ein sauberer Ort“ Kompostwurm-Latrinen für die ländliche Bevölkerung baut, hat im Projektgebiet Chennai zwei Satellitenküchen eingerichtet, um täglich 300 Menschen zu ernähren. Weitere 1.000 Familien will Bless mit Trockennahrung versorgen. Die meisten von ihnen sind WanderarbeiterInnen aus Nordindien, die auf Baustellen arbeiten.

Jesuit Province Society, die in Darsi das Kinderheim „St. Xaviers Home“ für Kinder von WanderarbeiterInnen-Familien leiten, stellen Nahrungsmittel für die WanderarbeiterInnen zur Verfügung, die aufgrund des Lockdowns nicht arbeiten gehen können. Unser Projektpartner berichtet: „Die Eltern der Kinder sind großteils WanderarbeiterInnen, die besonders betroffen sind. Einige Eltern mussten viele Kilometer zu Fuß gehen und haben jetzt endlich ihre Dörfer erreicht. Sie waren froh zu sehen, dass ihre Kinder in unserem Projekt sicher sind. Die Anwesenheit der Kinder, hat sie glücklicher gemacht und ihre Sorgen vergessen lassen. Die Kinder wohnen jetzt bei ihren Eltern, außer die der 10. Klasse, die ein „special coaching“ haben. Diese erhalten weiterhin Englischunterricht.“

Unsere indische Partner-Organisationen Maher hat an seine Schützlinge in den Frauen- und Kinderhilfsprojekten Multivitamintabletten und -sirup verteilt, um das Immunsystem der Personen in Mutter-Kind-Heimen und anderen Sozialzentren zu stärken. Seife und Handtücher wurden für jedes Hilfszentrum zur Verfügung gestellt. Informations- und Bewusstseinsprogramme über Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Virus, wurden mit Hilfe von Straßentheater und Videos, den Menschen in den Zentren und in den Slums nähergebracht. BesucherInnen in den Hilfszentren sind nicht erlaubt und dessen Umgebung wird stets gereinigt. Auf die Qualität der Speisen wird besonders Wert gelegt, Lebensmittel wie Gemüse und Obst werden regelmäßig kontrolliert. Für den Notfall hat Maher Betten mit sauberen Leintüchern für Kranke bereitgestellt – “Isolationhome is ready

Bangladesch

Unser Projektpartner Netz Bangladesch blickt besorgt auf die Lage in Bangladesch, das auf eine Pandemie wie den Ausbruch des Coronavirus nicht vorbereitet ist. Bei einer Bevölkerung von 161,4 Millionen gibt es landesweit nur 5.000 Betten für Coronavirus-PatientInnen, darunter lediglich 150 Betten auf der Intensivstation. Außerdem fehlen in den Krankenhäusern isolierte Bereiche für Covid-19-PatientInnen. Die Textilindustrie ist für Bangladesch einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren und stellt rund 80 Prozent der Exporteinnahmen dar. Medienberichten zufolge haben führende Textilfirmen aufgrund der Krise Aufträge in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar bei mehr als tausend Produktionsstätten in Bangladesch storniert. Viele ArbeiterInnen, großteils Frauen, können dadurch nicht mehr bezahlt werden. Ohne Einkommen können sie die Versorgung ihrer Familie mit Nahrungsmitteln nicht sicherstellen.

Die seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem Entwicklungshilfeklub aufgebauten Netzwerke machen sich nun bezahlt. Auch in entlegenen Gebieten können dadurch Aufklärungskampagnen durchgeführt werden. Mehrere Millionen Menschen erhalten Informationen zu Vorsorge- und Hygienemaßnahmen. Diese Informationen werden als Flyer, über soziale Medien oder über Lautsprecher verteilt, um auch die analphabetische Bevölkerung zu erreichen. Außerdem organisiert Netz die Sicherstellung der Versorgung der ärmsten Familien u.a. mit Reis, Linsen, sauberem Trinkwasser und Seife. Über Smartphones werden Links zu relevanten Informationen und Aufklärungsvideos mit Lehrkräften, Eltern und Mitgliedern der Schulkomitees geteilt, die speziell für Kinder entwickelt wurden. Beispiele dafür sind das UNICEF-Video zum Corona-Virus mit der in Südasien bei Kindern populären Comicfigur Meena sowie Clips von Sisimpur (die bangladeschische Version der Sesamstraße). Handyguthaben sind essenziell, damit die MitarbeiterInnen von Netz weiterhin regelmäßig mit den Lehrkräften, den Familien der SchülerInnen und den Schulkomitees kommunizieren können.

In den Anandalok-Schulen für Kinder ethnischer Minderheiten in abgelegenen Gebieten, die durch das Entwicklungshilfeklub-Projekt „Welt der Freude“ unterstützt werden, haben Lehrkräfte Aufgaben entwickelt, die die Kinder von Zuhause mit Hilfe ihrer Schulbücher bearbeiten können. Die SchülerInnen der 4. und 5. Klasse arbeiten zudem mit Fragebögen, die sie zur Reflexion über die Lerninhalte anregen.

Thailand

Barbara Meisl, die Gründerin unserer thailändische Partner-Organisation BAAN DOI, die mit Unterstützung des Entwicklungshilfeklubs Kinderhäuser für verwaiste Kinder leitet, gibt einen Einblick über die aktuelle Situation in den BAAN DOI Kinderhäusern: „Als ich realisiert habe, dass unsere Kinder besonderen Schutzes bedürfen, weil einige immunschwach sind, habe ich BAAN DOI geschlossen. Unsere MitarbeiterInnen sind im Homeoffice und arbeiten am Landwirtschaftsprojekt. Ich bin mit 18 Kids, 2 KinderbetreuerInnen und unserer Köchin im Kinderhaus. Wir bleiben Zuhause und akzeptieren keine BesucherInnen. Die großen Kids unterrichten English, Thai und Chinesisch für alle und gemeinsam machen wir Haus- und Gartenarbeit, Kochen, Backen, Basteln, Reparieren, Zeichnen, Putzen, Spielen und schauen Filme. Anders als sonst in den Sommerferien, in denen wir baden gehen und am Wochenende immer am Markt frühstücken, bleiben wir in BAAN DOI und machen das Beste daraus. In unserem Handarbeitsraum werden viele Schutzmasken produziert, die brauchen wir zurzeit dringend. Wir sorgen uns auch um unsere Familien im Familienförderprogramm, die Ärmsten der Armen, und planen ihnen sobald als möglich Schutzmasken und Desinfektionsmittel per Post zu schicken. Wir stehen mit den Familien in Verbindung und zum Glück sind alle Kinder gesund und munter! Im Moment überlegen wir, wie unsere Familien an ihre Medikamente kommen können, ohne dabei zum Arzt oder ins Krankenhaus zu müssen. Auch dafür wird sich eine Lösung finden.“

Jemen, Syrien

Unsere Partner-Organisation Oxfam verstärkt ihre laufenden Hilfsprogramme in Syrien, Jemen und anderen Krisengebieten, um eine Verschlimmerung der Lage durch die Epidemie zu verhindern. In einem ersten Schritt erhielten unter anderem 682 mittellose Familien in Syrien finanzielle Nothilfe, um ihr Überleben zu sichern. Dies ist besonders wichtig, da viele Menschen aufgrund der Ausgangssperren ihre einzige Einkommensmöglichkeit verloren haben. Im Jemen beliefert Oxfam 300.000 Menschen mit Trinkwasser und Hygieneartikeln sowie Krankenhäuser mit Schutzkleidung und Handwaschstationen. Neben vielen weiteren Maßnahmen führt die Organisation in beiden Ländern eine flächendeckende Medienkampagne zu Sicherheits- und Schutzmaßnahmen durch.Der Entwicklungshilfeklub unterstützt Oxfam ua. mit dem Projekt „Leben trotz Krieg“ in Jemen  und „Den Frieden säen“ in Syrien.

Berichte aus Afrika

Kenia und Uganda

Besonders gefährdet sind Personen, deren Immunsystem bereits geschwächt ist, zum Beispiel durch Unterernährung oder aufgrund einer HIV-Erkrankung. In unseren Projektregionen in Kenia und Uganda ist rund ein Viertel der Bevölkerung mit HIV infiziert. Das geschwächte Immunsystem macht sie besonders anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf. Aufgrund der Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist es ihnen nun nicht möglich, wichtige medizinische Versorgung zu erhalten. Zusätzlich verschlimmert wurde die Lage in Kenia durch eine Flut, die die Häuser vieler Menschen zerstört hat.

Unsere Partner-Organisation Make me smile betreut in Kenia verwaiste Kinder von HIV-infizierten Eltern, von denen 500 ebenfalls mit HIV infiziert sind und lässt sie mit ihren Sorgen und Ängsten auch in dieser schwierigen Situation nicht allein. Make me smile unterstützt die Kinder und deren Verwandte mit Hygiene- und Informationspaketen, bestehend aus 4 Seifen, Informationen über das Virus in der lokalen Sprache „Luo“ sowie selbst genähten Mundschutzmasken. Bei der Verteilung wird besonders auf die Einhaltung des Abstands geachtet. Die WASH-Programme, die das Team regelmäßig durchführt, werden in die Verteilaktionen integriert, um abermals das Thema Hygiene im Allgemeinen und im speziellen das richtige Händewaschen zu vermitteln.

Perspektive für Kinder – unser Projektpartner in Uganda hat sich zum Ziel gesetzt, schutzbedürftige Kinder, behinderte Menschen und Menschen mit HIV, sowie Familien, die in bitterer Armut leben auch in dieser Krise zu unterstützen. Sobald die finanziellen Mittel gesichert sind, haben sie sich folgende Ziele gesetzt: 2x pro Woche soll in einem einstündigen Radioprogramm über Prävention und Sensibilisierung betreffend Corona berichtet werden. Das Händewaschen soll vor allem auf wichtigen Märkten in Fort Portal gefördert werden. Handwaschaktivitäten werden eingeführt oder erweitert. Handwaschstationen z.B. mit Wasserhähnen, die über Betätigung eines Fußpedals geöffnet werden können, sollen an öffentlichen Plätzen und auch in ländlichen Gebieten verteilt werden, um die Gefahr der Ansteckung zu minimieren. Seifen-, Händedesinfektionsmittel und Masken werden für arme Familien zur Verfügung gestellt, um die Infektionsgefahr zu verringern. Leitlinien für Risiken, Prävention, Anzeichen und Symptome sollen vor allem an Frauen und Mädchen verteilt werden, da diese häufig die Hauptrolle in der Haushaltshygiene spielen. Grundnahrungsmittel wie Salz, Zucker, Posho (Maisbrei) und Bohnen sollen an Familien verteilt werden, die sich keine Nahrung leisten können, da sie ihre Waren aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nicht verkaufen können und zusätzlich die Lebensmittelpreise gestiegen sind.

Simbabwe

Jeder nicht gearbeitete Tag aufgrund der Ausgangssperre bedeutet auch kein Einkommen. Nach offiziellen Zahlen sind 80% der Bevölkerung arbeitslos. Da die meisten Menschen KleinbäuerInnen sind und/oder im informellen Sektor ihren Lebensunterhalt bestreiten, um zumindest ein wenig Geld zu verdienen, ist ein Einhalten der Ausgangssperre für die mehrheitlich arme Bevölkerung beinahe unmöglich. Präventionsmaßnahmen wie physische Distanz oder regelmäßiges Händewaschen sind aufgrund des Mangels an Händewasch-Möglichkeiten und beengter Wohnverhältnisse, vor allem in urbanen Slums, ebenfalls kaum durchführbar.
PFAU – Promise Foundation Austria, unser Partner-Verein zur Förderung von Schulkindern in Simbabwe unterstützt die Schulen des Projektgebiets bei der Prävention, in dem sie per WhatsApp Hinweise und Ratschläge übermitteln.

 

Berichte aus Lateinamerika

Guatemala, Haiti, Peru

Für die Gesundheit der fast 6.000 Kinder und Jugendlichen auf den Straßen von Guatemala Stadt, sind ihre Lebensumstände oft gefährlicher als das Virus selbst. Unser Projektpartner MOJOCA, dessen Projekt zur Unterstützung und Betreuung von Straßenkindern in Guatemala Stadt vom Entwicklungshilfeklub gemeinsam mit der Partner-Organisation Entraide et Fraternité mit dem Projekt „Wieder Halt finden“ unterstützt wird, versorgt daher die von ihm betreuten Kinder und Jugendlichen mit dem Nötigsten. In der hauseigenen Bäckerei werden täglich Brot gebacken und Essenspakete zusammengestellt, die an die Kinder auf den Straßen verteilt werden. Zusätzlich setzt sich Mojoca dafür ein, dass dringende Notunterkünfte in der Stadt geschaffen werden.

PAPDA, die in Haiti ansässige Hilfsorganisation unserer Partner-Organisation Entraide et Fraternité stellt für die von ihnen betreuten Kooperativen ein Saatgut-Notpaket zur Verfügung, um die Nahrungsmittelproduktion aufrecht zu erhalten.

Asociación Civil Chibolito sichert Bildung, Handwerk und Zuflucht für peruanische Straßenkinder. Der Entwicklungshilfeklub und seine Partner-Organisation Entraide et Fraternité unterstützen Chibolito mit dem Projekt „Chancen für die Zukunft“. Aufgrund der Ausgangssperren musste das Betreuungszentrum vorübergehend geschlossen werden. Die MitarbeiterInnen nutzen jedoch die Zeit, um zukünftige Aktivitäten mit den Kindern zu planen und ihre Unterrichtsmethoden zu verbessern.

Ecuador

Padre Eulogio, unser Partner für unser Projekt zum Bau von Gemeinschaftsküchen in Andendörfern schildert die Situation vor Ort: „In Ecuador werden jeden Tag tausende von Menschen infiziert, die Krankenhäuser sind überfüllt und hunderte von Menschen sterben. Die Leichen bleiben mehrere Tage lang in den Häusern oder auf den Straßen liegen, da niemand sie wegbringt. Es herrscht ein Mangel an Medikamenten, medizinischen Geräten und Lebensmitteln und die Gefahr von Plünderungen und Raubüberfällen steigt. Wenn das Virus die indigenen Gemeinden erreicht, denen es vor allem an Hygiene- und Sanitäreinrichtungen mangelt, führt das zu einer Katastrophe, die äußerst schwerwiegende Auswirkungen haben wird.

Nicaragua

Unser Projektpartner Miriam, der sich vor allem für das Recht und den Schutz von Frauen vor Gewalt und für deren Bildung einsetzt, berichtet, dass die Lage in Nicaragua sehr ernst ist. Bis dato werden von der Regierung keinerlei offizielle Maßnahmen, die über allgemeine Präventionsmaßnahmen hinausgehen, getroffen. Viele Leute greifen zur Selbsthilfe und befolgen die von der WHO empfohlenen umfassenden Maßnahmen, andere jedoch nicht. Dadurch ist eine rasante Ausbreitung des Virus zu befürchten.
Die MitarbeiterInnen in den Projektbüros in Somotillo und Villanueva arbeiten halbtags unter strengen Vorsichtsmaßnahmen. Sie werden mit dem Projektauto von zu Hause abgeholt und wieder nach Hause gebracht, um Busfahrten und damit das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden. Die MitarbeiterInnen kümmern sich derzeit um die Aktualisierung von Workshopkonzepten, Informationsmaterial und Datenpflege.

Um unsere Partner-Organisationen bei ihren Covid-19 Hilfsmaßnahmen unterstützen zu können, bitten wir dringend um Spenden für unseren Corona Nothilfe-Fonds. Jede Unterstützung zählt, jeder Betrag hilft. Herzlichen Dank!

In unserer Presseinformation „Überleben sichern durch jahrzehntelange Erfahrung“ lesen Sie näheres über die Wichtigkeit lokal abgestimmter Hilfsmaßnahmen, um schnell und unbürokratisch marginalisierten Bevölkerungsgruppen zu helfen.

 

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